Beton erhalten, Zukunft ­sichern

Interview mit Thomas Klee, Geschäftsführer der Consolvo GmbH

Die Consolvo GmbH aus Ludwigsburg hat sich innerhalb weniger Jahre vom kleinen Spezialistenteam zu einem etablierten Anbieter für Betoninstandsetzung entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kathodischen Korrosionsschutz (KKS), mit dem sich bestehende Bausubstanz erhalten und aufwendige Sanierungen reduzieren lassen. 

Vom Spezialisten zum Komplett­anbieter
In ihrer heutigen Ausrichtung startete die Consolvo GmbH Anfang 2022. Hervorgegangen ist sie aus der Protector Services GmbH, deren Geschäftsführer Thomas Klee bereits seit 2018 war. Zunächst standen vor allem Beratung und Schulung rund um spezielle Korrosionsschutzsysteme im Mittelpunkt. Mit der Neuausrichtung stieg das Unternehmen stärker in die praktische Ausführung ein, bietet heute Betoninstandsetzung als Komplettleistung an und ist seither deutlich gewachsen: „Wir waren damals drei Leute und haben etwa 1,5 Millionen EUR Umsatz erwirtschaftet. Heute sind wir fast 30 Mitarbeiter und liegen bei rund 7,5 Millionen EUR Umsatz“, sagt Thomas Klee. Consolvo ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Zu den wichtigsten Kunden zählen Ingenieurbüros, Tragwerksplaner und Bauherren. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Parkhäuser und Tiefgaragen, aber auch andere Ingenieurbauwerke gehören zum Tätigkeitsfeld.

Qualität statt niedrigster Preis
Eine zentrale Rolle bei der Positionierung spielt der kathodische Korrosionsschutz. Gemeinsam mit der Protector KKS GmbH entwickelt und realisiert Consolvo Lösungen, die sich von klassischen Sanierungsverfahren unterscheiden. Ein Beispiel dafür ist die Marke Zebratec, die aus konkreten Erfahrungen bei der Instandsetzung von Parkhauskon­struktionen entstanden ist. Für Thomas Klee ist diese technologische Spezialisierung entscheidend, um sich nicht ausschließlich über den Preis differenzieren zu müssen. „Wir lassen uns nicht davon abbringen, lieber mit Qualität als mit dem Preis zu glänzen“, betont er. Entscheidend sei für ihn die Zufriedenheit nach Abschluss eines Projekts: „Am Ende soll der Bauherr sagen können: Das war eine richtig gute Zusammenarbeit.“ Gerade dieses Qualitätsverständnis steht derzeit allerdings unter Druck. Die wirtschaftliche Zurückhaltung vieler Unternehmen macht sich auch bei Consolvo bemerkbar. Besonders deutlich zeigt sich das in der Automobilindustrie, für die das Unternehmen in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte umgesetzt hat. „Dort wird im Augenblick oft geprüft, ob eine Sanierung nicht noch ein, zwei oder drei Jahre verschoben werden kann“, sagt Thomas Klee. Hinzu kommt, dass große Infrastrukturprojekte fehlen oder verzögert werden. Dadurch drängen größere Bauunternehmen verstärkt in kleinere Projekte, die traditionell zum Kernmarkt von Consolvo gehören. 

Nachhaltigkeit durch ­Bestandserhalt
Großes Potenzial sieht Thomas Klee in der Nachhaltigkeit des KKS. Bei konventionellen Verfahren muss geschädigter Beton häufig mit hohem Wasser- und Materialeinsatz abgetragen und anschließend ersetzt werden. Beim kathodischen Korrosionsschutz kann dagegen ein großer Teil der vorhandenen Bausub­stanz erhalten bleiben. „Wir können sowohl den Abtrag als auch den Einbau von neuem Beton im Wesentlichen vermeiden“, erklärt Thomas Klee. Das spart Ressourcen und reduziert zugleich Lärm, Staub und Schmutz auf der Baustelle. Gerade vor dem Hintergrund steigender Nachhaltigkeitsanforderungen sieht Consolvo darin einen wesentlichen Vorteil und zugleich ein wichtiges Argument gegenüber Bauherren und Planern.

Potenzial für neue Technologien
Für die Zukunft will Consolvo den kathodischen Korrosionsschutz weiter verbreiten und zusätzliche Anwendungen erschließen. Besonders bei Brücken und anderen Ingenieurbauwerken sieht Thomas Klee noch erhebliches Potenzial. Gleichzeitig wünscht er sich mehr Spielraum für innovative technische Lösungen und weniger regulatorische Hürden.
Am eingeschlagenen Kurs hält er fest: „Wir werden nicht aufhören zu überzeugen, bis wir da sind, wo wir hinwollen“, sagt Thomas Klee. Ziel bleibt es, mit technischer Kompetenz, hoher Ausführungsqualität und nachhaltigen Verfahren langfristig zu wachsen und bestehende Kundenbeziehungen weiter auszubauen.

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