Das historische Bad Langensalza neu erleben

Interview mit Annett Standhardt, Geschäftsführerin der KTL Kur & Tourismus Bad Langensalza GmbH

Die KTL wurde 2015 gegründet und ist Teil der städtischen SHL-Holding Bad Langensalza GmbH, die verschiedene kommunale Unternehmen vereint. „Wir haben die Aufgabe, die touristische Vermarktung der Stadt nach außen zu tragen und die touristischen Einrichtungen zu betreuen“, erklärt Geschäftsführerin Annett Standhardt. Dazu gehören unter anderem die Friederikentherme, der Baumkronenpfad und die Gärten von Bad Langensalza. Die KTL ist somit ein zentraler Akteur in der Entwicklung des Tourismus in der Region.

Erholung im Kurort

Die Stadt Bad Langensalza hat eine lange Tradition als Kurort, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Vor dem Hintergrund billiger Auslandsreisen muss die Stadt jedoch ihre Attraktionen für eine neue Generation neu erfinden. „Ein Bad muss man wollen, eine Stadt muss sich das leisten können“, so Annett Standhardt. Diese Philosophie spiegelt sich in der Arbeit der KTL wider, die nicht nur die touristischen Einrichtungen betreibt, sondern auch aktiv an der wirtschaftlichen Stärkung der Stadt arbeitet.

Fixkosten reduzieren

Trotz der vielen positiven Entwicklungen steht die KTL vor Herausforderungen. „In einer kommunalen Therme ist es eher utopisch, von Kostendeckung auszugehen“, gibt Annett Standhardt zu. Stattdessen versucht die KTL Defizite durch Kosteneinsparungen und strategische Maßnahmen zu minimieren. „Wir haben die Therme in den letzten Jahren umfassend saniert und energetisch optimiert“, berichtet sie. Hierbei wurden unter anderem Wärmerückgewinnungssysteme installiert, um die Betriebskosten zu senken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vermarktung. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Präsenz in den sozialen Medien stark ausgebaut“, sagt Annett Standhardt. Die KTL hat es dadurch geschafft, Bad Langensalza von einem ehemals als ‘langweilig’ wahrgenommenen Kurort zu einem attraktiven Ziel für Familien und jüngere Besucher zu entwickeln. „Wir sind offen für Familien und bieten interaktive Erlebnisse, die auch jüngere Generationen ansprechen“, so Annett Standhardt weiter.

Ein ganzheitliches Konzept

Die KTL verfolgt ein ganzheitliches Konzept, das verschiedene touristische Angebote miteinander verknüpft. „Wir haben elf Gärten und Themenparks in Bad Langensalza, die alle fußläufig erreichbar sind“, erklärt Annett Standhardt. Dazu gehört auch der Baumkronenpfad, der eine einzigartige Möglichkeit bietet, die Natur aus einer neuen Perspektive zu erleben. „Der Baumkronenpfad hat nicht nur einen touristischen Aspekt, sondern auch einen Bildungsauftrag“, fügt sie hinzu.

Kronjuwel Friederikentherme

Die Friederikentherme spielt eine zentrale Rolle im touristischen Angebot der Stadt. „Wir bieten nicht nur Wellness, sondern auch therapeutische Anwendungen und Schulschwimmen an“, berichtet Annett Standhardt. Diese Vielfalt an Angeboten trägt dazu bei, Bad Langensalza als Gesundheitsdestination zu positionieren.

Die Auswirkungen von Corona

Die Coronapandemie stellte auch die KTL vor große Herausforderungen. „Wir mussten viele Angebote schließen und die Besucherzahlen stark reduzieren“, sagt Annett Standhardt. Dennoch konnte die KTL die Zeit nutzen, um ihre Angebote zu erweitern und die Mitarbeiter zu schulen. „Wir haben unsere Therapieformen und Wellnessangebote ausgebaut und neue Konzepte entwickelt“, so die Geschäftsführerin. „Tatsächlich haben wir in der Coronazeit auch viele neue Gäste gewonnen, die unsere Angebote ausprobiert haben“, berichtet sie. Die KTL hat es geschafft, die Therme trotz der Einschränkungen offen zu halten und den Gesundheitsaspekt weiterhin anzubieten. „Das hat uns geholfen, die Kundenbindung zu stärken“, fügt Annett Standhardt hinzu.

Klimaneutralität als Ziel

Die KTL hat ehrgeizige Ziele für die Zukunft. „Wir wollen bis 2025 klimaneutral werden und unsere digitalen Angebote weiter ausbauen“, erklärt Annett Standhardt. Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle in der zukünftigen Ausrichtung der KTL. „Wir arbeiten daran, unsere Buchungsprozesse zu optimieren und die digitale Transformation voranzutreiben“, sagt sie.

Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der Besucherzahlen. „Wir haben in diesem Jahr bereits 169.000 Übernachtungen verzeichnet und möchten diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigern“, so Annett Standhardt. Die KTL setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen touristischen Akteuren in der Region, um gemeinsam die Attraktivität von Bad Langensalza zu erhöhen.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Bad Langensalza hat sich in den letzten Jahren zu einem aufstrebenden Kurort entwickelt, der sowohl Erholungssuchende als auch Naturliebhaber anzieht. Die KTL Kur & Tourismus Bad Langensalza GmbH spielt dabei eine zentrale Rolle und hat es geschafft, die Stadt als attraktives Reiseziel zu positionieren. Trotz der Herausforderungen, die die Coronapandemie mit sich brachte, blickt Annett Standhardt optimistisch in die Zukunft. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und einer ganzheitlichen touristischen Strategie ist Bad Langensalza auf dem besten Weg, sich als führender Kurort in Thüringen zu etablieren.

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