Allrounder für die Logistik

Allrounder für die Logistik

„Unsere Philosophie und auch der Gedanke bei der Gründung ist und war es, Transporte auf die Schiene zu bringen, da dies der optimale Verkehrsweg für Massengüter ist. Die Straßen werden heute immer stärker belastet. Ein Zug mit 2.500 Tonnen Gütern bedeutet 100 Lkw weniger. Wir setzen uns daher nach wie vor sehr stark für den Schienenverkehr ein. Das letzte Stück des Weges wird allerdings immer per Lkw zurückgelegt. Wir haben deshalb schnell einen ganz Europa umspannenden Fuhrpark aufgebaut, der heute 40 Fahrzeuge mit modernster Technik umfasst“, erzählt Arno Boll, Speditionsleiter der 1958 gegründeten Kraftverkehr Emsland GmbH.

Schon seit fast 40 Jahren ist er Teil des rund 100-köpfigen Teams. Langweilig ist ihm seine Arbeit bis heute nicht geworden. „Wir machen hier keinen Routinejob, sondern dürfen immer wieder aufs Neue kreativ sein. Jeder Tag bringt neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich. Wir haben 100 Mitarbeiter, die alle sehr unterschiedlich sind. Das alles richtig zu managen, macht einfach Spaß“, sagt er.

Die Arbeit in der Branche habe sich im Laufe der Jahre entscheidend verändert. „Die Digitalisierung hat unser Geschäft extrem beschleunigt und auch der E-Commerce hat einen erheblichen Einfluss. Wir sind mittlerweile in drei Netzwerken tätig, weil wir den Druck, immer schneller liefern zu müssen, spüren und uns dafür wappnen müssen.“

Demotivierend ist das für Arno Boll nicht – im Gegenteil: „Ich genieße meinen Job mehr denn je. Früher habe ich Spedition und Logistik als Handwerk gesehen, aber heute ist es eine wissenschaftliche Disziplin. Das hebt den Anspruch und macht die Arbeit dadurch sehr reizvoll“, so der langjährige Mitarbeiter.

Das Dienstleistungsportfolio des Unternehmens ist heute ausgesprochen umfangreich. „Unser stärkster Zweig ist das Sammelgutgeschäft. Wir haben durch namhafte Netzwerk-Kooperationen wie mit VTL, CTL und ILN ein enges Verteilernetz und können so die Waren extrem schnell durch Europa schicken. Unsere Lkw bedienen 14 bis 16 Nachtlinien und stehen auch tagsüber zur Verfügung, um die Schiene zu bedienen“, erklärt Arno Boll.

Neben dem Sammelgutgeschäft gehören zudem Container- und Stückgutverkehre sowie komplette Be- und Entladungen von Lkw zum Angebot. „Neben dem reinen Transport kümmern wir uns außerdem auf Wunsch um die Einfuhrformalitäten. Von Zoll- und Einfuhrbedingungen bis hin zu Themen wie Veterinär- oder Pflanzenschutz organisieren wir alles für unsere Kunden“, so der Speditionsleiter.

Lagerlogistik

Ein weiteres Standbein ist die Lagerlogistik. „In unserem Logistikzentrum haben wir ein modernes Hochregallager mit rund 6.000 Stellplätzen sowie ein 2.000 m² großes Blocklager. Neben der Lagerung übernehmen wir auch die Kommissionierung der Waren“, fasst Arno Boll zusammen.

Um die Verkehre auf Straßen und Schienen optimal miteinander verknüpfen zu können, verfügt das Unternehmen, bei dem es sich um eine 100%ige Tochterfirma der Bentheimer Eisenbahn AG handelt, über einen 53 Meter langen Gleisabschnitt in seiner Halle. „Auf diese Weise können wir selbst sensibelste Güter wettergeschützt verladen. Diesen Vorteil haben viele große Wettbewerber nicht“, betont Arno Boll.

Eine Niederlassung in den Niederlanden sorgt außerdem für räumliche Nähe zu Rotterdam, wo sich mit dem Überseehafen einer der weltweit wichtigsten Logistik-Umschlagplätze befindet. Schwierigkeiten bereitet dem Betrieb wie auch vielen Wettbewerbern der heute weitverbreitete Fahrermangel.

„Die Neuregelung der Berufskraftfahrerausbildung hat die Situation deutlich erschwert. Die Ausbildung dauert mittlerweile drei Jahre. Und wer diesen Aufwand trotzdem auf sich nimmt, will danach ganz sicher wissen, wie sich Arbeit und Arbeitsplatz gestalten“, betont Arno Boll. Sein Betrieb setzt daher stark auf Nachwuchswerbung und gute Arbeitsbedingungen.

„Wir sind viel in Schulen und auf Messen unterwegs. Außerdem sind uns die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter sehr wichtig. Unsere Leute können ausschließlich nachts arbeiten, wir bieten aber auch feste Arbeitszeiten am Tag. Wir wollen wissen, was unsere Mitarbeiter brauchen und versuchen, dies möglich zu machen.“

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