„Klein und fein – ein Kongresshaus wie die Schweiz“

Interview mit Michel Loris-Melikoff, CEO der Kongresshaus Zürich AG

Wirtschaftsforum: Das Kongresshaus Zürich verspricht inspirierende Momente und einzigartige Erinnerungen. Was genau erwartet Ihre Gäste vor Ort?

Michel Loris-Melikoff: Schon die äußeren Gegebenheiten versprechen ideale Bedingungen für Veranstaltungen von nationalem und internationalem Format: Durch unsere Lage direkt in der City sind wir natürlich eine beliebte Adresse bei Banken und Versicherungsdienstleistern, die in Zürich ansässig sind, da deren eigene Niederlassungen oft nur wenige Gehminuten von uns entfernt sind. Gleichzeitig sind wir sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem eigenen Pkw vollkommen unkompliziert zu erreichen. Die idyllische Lage direkt am Zürichsee mit einer wunderschönen Aussicht auf die Alpen verspricht zudem einen sehr ästhetischen Rahmen. Im Kongresshaus selbst erwarten unsere Gäste aus aller Welt dann 5.300 m2 multifunktionale Veranstaltungsfläche, die sich vom kleinen, aber natürlich hochmodern ausgestatteten Sitzungszimmer bis hin zum Kongresssaal mit über 1.500 Sitzplätzen erstreckt. Insgesamt können wir damit in 20 Räumen einen idealen Veranstaltungsort für kleinere Seminare und Workshops bis hin zu größeren Kongressen und Konzerten anbieten. Kurzum: Unser Haus ist klein und fein wie die Schweiz!

Wirtschaftsforum: Dabei war die Zukunft des Kongresshauses Zürich lange ungewiss.

Michel Loris-Melikoff: Der Standort blickt insgesamt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und ist damit natürlich auch mit einer gewissen Tradition aufgeladen. Vor etwa 15 Jahren wurden in Zürich in der Tat hitzige Diskussionen darüber geführt, was an dieser Stelle perspektivisch entstehen sollte: Die Vorstellungen reichten vom Totalabriss samt Neuerrichtung eines Convention Centers weit außerhalb des Stadtkerns bis hin zu einer durchgreifenden Sanierung. Letztere Variante hat sich schließlich durchgesetzt, und von 2017 bis 2021 erfolgten daraufhin umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen mit einem Gesamtbudget von über 170 Millionen CHF. Herausgekommen ist aus meiner Sicht eine wunderschöne Kombination aus Tradition und Moderne, bei der die gewachsene Ästhetik des Kongresshauses unverfälscht erhalten blieb, während wir uns nun gleichsam die Vorteile einer hochmodernen Infrastruktur zunutze machen können. Denn dass eine digitale Steuerung der Show- Technik von der Beleuchtung über die Soundgestaltung bis hin zur Belüftung der Räume bei jedem Event mühelos auf digitalem Wege erfolgen können muss, ist heute eine Selbstverständlichkeit.

Wirtschaftsforum: Welche Veränderungen haben sich aus der Coronapandemie langfristig für das Veranstaltungsgeschäft in Ihrem Haus ergeben?

Michel Loris-Melikoff: Ich erinnere mich noch gut an all die Prognosen, die Zukunft gehöre den hybriden Events. Ein entsprechendes Studio, um den daraus entstehenden Anforderungen perfekt Rechnung tragen zu können hatten wir auch – dies wird heute jedoch nicht mehr genutzt. Gerade unmittelbar nach der Pandemie haben wir im Event- und Veranstaltungsbereich deutliche Nachholeffekte verspürt, die auch heute noch anhalten: Die Menschen wollen sich aber wieder persönlich begegnen, um sich unmittelbar auszutauschen und inspirieren zu lassen. Der Abgesang auf die Großveranstaltungen entbehrte jeglicher Grundlage.

Wirtschaftsforum: Hat sich trotzdem der Charakter der Veranstaltungen verändert?

Michel Loris-Melikoff: Diese Entwicklung ist schon deutlich älter als die Pandemie. In den frühen Jahren des neuen Jahrtausends gab es lange einen Trend hin zu immer größeren Veranstaltungen – alles musste besonders laut und spektakulär sein, mit möglichst viel Technik und Aufwand. Darüber hat man vielleicht bisweilen ein wenig die Frage vergessen, welchen konkreten Zweck die jeweilige Veranstaltung tatsächlich erfüllen sollte. Mit der Finanzkrise und dem darauffolgenden gesamtwirtschaftlichen Abschwung rückte die ‘Reason why’ bei den Veranstaltern dann verstärkt in den Vordergrund. Dieses Hinterfragen hat auch jetzt im Umfeld der Pandemie wieder stattgefunden. Dadurch entsteht sicherlich ein stärkerer Fokus: Ein Event muss ein bestimmtes Ziel fördern und dabei einen klaren Mehrwert generieren. Ein Kongresshaus, das seine Kunden dabei kohärent unterstützen kann, genießt sicherlich bedeutsame Wettbewerbsvorteile.

Wirtschaftsforum: Sie selbst sind im November 2023 zum CEO des Kongresshauses Zürich berufen worden. Was gab den Anstoß für Ihr Engagement?

Michel Loris-Melikoff: Ich bin seit über 30 Jahren im Business, weil dieses Metier für mich das spannendste der Welt ist. Das Kongresshaus Zürich ist dabei eine besonders attraktive Adresse, für die ich schon lange arbeiten wollte. Als sich dazu Ende letzten Jahres die Gelegenheit bot, habe ich sie gerne ergriffen. Dabei gefällt mir insbesondere die Vielfältigkeit der Veranstaltungen, die wir in unserem Haus beherbergen: Von professionellen Tagungen über spannende Workshops bis hin zu erlesenen Konzerten ist für den Business-Gast wie den Kulturfreund ein reichhaltiges Angebot gegeben.

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