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Besondere Gäste mit Zimmer auf dem Dach

Interview mit Juliette Schwartz, Director of Sales & Marketing bei Jumeirah Frankfurt

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Wirtschaftsforum: Das Motto von Jumeirah lautet ‘Stay Different’. Erzählen Sie doch mal, was die Kette so besonders macht.

Juliette Schwartz: Vorweg sollte ich vielleicht erklären, dass ich Hotelmanagement studiert habe und viele Jahre in der Hotellerie beschäftigt war. Ich bin generell begeistert von kleinen und feinen Fünf-Sterne-Hotelketten, denn bei ihnen hat man noch einen gewissen Einfluss. Was Jumeirah besonders auszeichnet, ist die Kultur. Die Jumeirah-Gruppe wurde 1997 gegründet und hat ihren Ursprung in Dubai, einem Ort, der sich ständig neu erfindet. So ist bei uns alles wahnsinnig modern und sehr dynamisch. Das erste Hotel war das Jumeirah Beach Hotel in Dubai, das 2018 komplett neu gestaltet wurde. Durch unser Flaggschiff, das Burj Al Arab, sind wir weltweit berühmt.

Wirtschaftsforum: Stimmt, das markante Gebäude des Burj Al Arab ist eines der Wahrzeichen von Dubai. Wie macht sich der Einfluss der Vereinigten Arabischen Emirate bei Ihnen in Frankfurt bemerkbar?

Juliette Schwartz: Bei uns verschmelzen zwei Kulturen, die sehr serviceorientiert sind. Das Ergebnis ist ein Mix aus traditioneller arabischer Gastfreundschaft, die sehr herzlich ist, und dem deutschen Servicegedanken. Eine arabische Gepflogenheit ist zum Beispiel, kleine Handtücher zum Reinigen der Hände zu reichen oder Tee anzubieten. Der deutsche Einfluss zeigt sich beispielsweise im Apfelsaft, den wir unseren Gästen ebenfalls anbieten.

Wirtschaftsforum: Das Jumeirah Frankfurt ist das einzige Hotel der Kette in Deutschland. 2018 wurde es mit dem World Travel Award ausgezeichnet. Womit konnten Sie besonders überzeugen?

Juliette Schwartz: Zum einen mit dem Service, zum anderen mit der Location. Wir bieten einen ganz besonderen Ausblick über die Skyline von Frankfurt. Verlässt man das Haus, steht man mitten in der Stadt. Die Altstadt ist fußläufig zu erreichen. Außerdem sind wir ein Hotel, das mehr ist, als einfach nur ein Ort zum Übernachten: Neben den 218 luxuriösen Zimmern haben wir einen großen Spa-Bereich mit vielen Anwendungen zum Entspannen oder auch zum Regenerieren bei einem Jetlag. Wir arbeiten mit dem Fitnessstudio Fitness First zusammen – unsere Gäste haben vom Hotel aus einen direkten Zugang zu den Fitnessräumen. Aber nicht zuletzt machen uns auch die kleinen Aufmerksamkeiten so besonders, wie zum Beispiel das Lichtspiel für Kleinkinder, damit sie besser einschlafen können, oder der Blumenstrauß für Gäste, die Geburtstag haben. Und natürlich unsere Bienen.

Wirtschaftsforum: Bienen im Hotel? Das klingt ungewöhnlich...

Juliette Schwartz: Genauer gesagt auf dem Dach. Dort haben wir 40.000 Bienen, die uns sehr am Herzen liegen. Ihnen verdanken wir unsere Honigcocktails, die es an der Bar gibt, die Honigwaben zum Frühstück und das Honig-Treatment im Spa – übrigens meine Lieblingsanwendung. Wir legen insgesamt viel Wert auf Nachhaltigkeit. So planen wir, in Zukunft keine Strohhalme aus Plastik mehr zu nutzen und wollen Bio- statt Plastikmülltüten verwenden. Mit dem Thema beschäftigt sich eine ganze Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern. Dadurch bekommen wir viele Anregungen von innen heraus.

Wirtschaftsforum: Sie haben natürlich Gäste aus aller Welt. Aber wie sieht es mit den Einheimischen aus – haben Sie auch den Frankfurtern etwas zu bieten?

Juliette Schwartz: Durchaus. Mittwochs veranstalten wir Live-Musikabende und einmal im Monat freitags ein Winemakers Dinner mit Weinführung und Verkostung. Auch eine Küchenparty zum Thema Winter Wonderland mit vielen berühmten Gastköchen haben wir schon ausgerichtet. Wir versuchen, den Frankfurtern das Hotel zu öffnen und gleichzeitig den Geschäftskunden ein bisschen mehr zu bieten. Unter der Woche ist unser Geschäft stark businessorientiert, da geben sich Banker und Berater die Klinke in die Hand. Am Wochenende kommen viele deutsche Touristen. Ansonsten ist das Publikum bunt und international gemischt. Bei uns findet übrigens jeder sein favorisiertes Frühstücks-Item wieder.

Wirtschaftsforum: Ihr Geschäft hat sich durch Plattformen wie booking.com verändert. Was halten Sie davon?

Juliette Schwartz: Durch diese Plattformen ist alles sehr transparent geworden. Dadurch helfen sie uns, als kleine Boutique-Hotelkette präsent zu sein. Wichtig sind für uns aber persönliche Buchungen. Denn sie geben uns im Vorfeld die Möglichkeit, Dinge zu personalisieren. Wir versuchen, den Aufenthalt für jeden Gast besonders zu machen. Wenn er eincheckt, nehmen sich die Mitarbeiter die Zeit zu fragen, warum er hier ist, ob er sich auskennt oder ob wir ihm Dinge empfehlen können. Das sind Dienstleistungen, die weit über das Übernachten hinausgehen. Unser Fokus liegt aber nicht nur auf den Gästen, sondern in gleichem Maß auf unseren 140 Mitarbeitern. Das ist unsere Philosophie.

Wirtschaftsforum: Nicht jeder denkt bei der Bankenmetropole Frankfurt an ein attraktives Reiseziel. Warum ist die Stadt Ihrer Meinung nach eine Reise wert?

Juliette Schwartz: Frankfurt wird immer beliebter. Zu Recht, denn es gibt immer mehr Feste in der Stadt, mehr kulturelle Angebote, viele neue Restaurants eröffnen – alles fußläufig zu erreichen. Die Stadt entwickelt sich weiter und hat mittlerweile deutlich mehr zu bieten als nur einen Flughafen und Bankgebäude.

Wirtschaftsforum: Sie sind jetzt seit einem Jahr im Unternehmen. Was gefällt Ihnen besonders an Jumeirah?

Juliette Schwartz: Kulturell sind wir ein wachsendes Unternehmen, in dem sich viele Möglichkeiten auftun. In den letzten sechs Monaten haben wir sechs Hotels eröffnet und es kommen immer neue hinzu, wie zum Beispiel demnächst auf Bali und in der Wüste in Abu Dhabi. Es ist immer möglich, zwischen den Hotels zu wechseln, um sich international weiterzuentwickeln. Wir sind ein sehr modernes Unternehmen, in dem Frauen und Männer die gleichen Chancen haben. Die Diversität ist sehr groß. Bei uns in Frankfurt sprechen die 15 Mitarbeiter am Empfang 13 Sprachen.

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