„Der Trend geht zu immer komplexeren Netzen!“

Interview mit Dirk Czepluch, Geschäftsführer der ipoque GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Czepluch, die ipoque GmbH ist Weltmarktführer für sogenannte DPI Software. Welche Lösungen bieten Sie Ihren Kund*innen an?

Dirk Czepluch: Wir konzentrieren uns heute auf Netzwerk-Analyselösungen. Wir sind die erste Wahl, wenn es darum geht, eine Lösung mit einer sogenannten Deep Packet Inspection Engine auszustatten. Auch in Nordamerika betreuen wir namhafte IT-Accounts, deren Namen ich Ihnen nicht nennen kann. Hier ist das ʻWho is whoʼ der Branche vertreten. Unsere Software ʻMade in Germanyʼ hat hier einen ausgezeichneten Ruf, weil sie qualitativ hochwertig und verlässlich ist und zudem punktgenaue Ergebnisse liefert. Wir diskutieren unterstützend mit den Geschäftskund*innen und weisen sie frühzeitig auf aktuelle Entwicklungen hin. Das Internet – Stichworte sind hier zum Beispiel 5G und Internet der Dinge – ändert sich wahnsinnig schnell und wir helfen unseren Kund*innen dabei, ihre Applikationen entsprechend anzupassen.

Wirtschaftsforum: Können Sie uns etwas zu den aktuellen Trends in Ihrer Branche erzählen?

Dirk Czepluch: Der Trend geht eindeutig zu immer komplexeren Netzen, die immer kompliziertere Protokolle mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben. Gerade bei der Netzwerkanalyse, also wenn es darum geht, hier Fehler zu finden, unterstützen wir unsere Auftraggeber*innen dabei, dass ihre Systeme gut funktionieren, also dass zum Beispiel Videos nicht ruckeln. Rund um den Einsatz von künstlicher Intelligenz unterhalten wir Forschungskooperationen mit deutschen Universitäten. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit testen unsere Kund*innen dann in den sehr großen Netzen großer Telekommunikationsprovider. Diese Vorgehensweise, Machine Learning und Algorithmen einzusetzen, unterscheidet sich grundlegend vom Protokollanalyse-Ansatz, den wir noch vor 15 Jahren praktiziert haben.

Wirtschaftsforum: Bevor wir uns über weitere Themen unterhalten, erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Historie von ipoque.

Dirk Czepluch: 2005 wurden wir als Start-up aus der Universität Leipzig heraus gegründet. Der nächste große Schritt war 2008/2009 die Auskopplung unseres heutigen Hauptproduktes, einer sogenannten Deep Packet Inspection Engine, die den Netzwerkverkehr analysiert. 2011 wurden wir in den Elektronikkonzern Rohde & Schwarz integriert. Anschließend forcierte der Konzern auch das massive Wachstum in Nordamerika. Dieses kontinuierliche Wachstum bezieht sich auch auf unsere Mitarbeitenden. Heute beschäftigen wir mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon arbeitet etwa die Hälfte im Engineering.

Wirtschaftsforum: Sind Sie ausschließlich in Leipzig präsent?

Dirk Czepluch: Neben unserem sehr attraktiven Hauptsitz Leipzig unterhalten wir noch eine Niederlassung im hessischen Haiger.

Wirtschaftsforum: Und welchen Umsatz erzielen Sie?

Dirk Czepluch: Unser Umsatz ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und liegt aktuell bei weit mehr als 30 Millionen EUR. Und auch für die Zukunft sehe ich hier einen deutlichen Wachstumstrend.

Wirtschaftsforum: Seit wann sind Sie bei ipoque tätig und was sehen Sie als Ihre Hauptaufgabe an?

Dirk Czepluch: Seit 2004 bin ich bei Rohde & Schwarz tätig, Geschäftsführer bei ipoque bin ich seit 2014. Meine wichtigsten Aufgaben sind die Entwicklung der Strategie von ipoque, die IT-Analyse sowie Gespräche mit Key Accounts. Als Führungskraft sehe ich meine Aufgabe außerdem darin, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Freiraum zu geben, damit sie sich entfalten können. Entscheidend ist hier immer die Leistung des gesamten Teams.

Wirtschaftsforum: Wie kommunizieren Sie Ihre Produkte? Welches sind Ihre Marketingaktivitäten?

Dirk Czepluch: Einen ganz hohen Stellenwert hat hier sicherlich unsere Homepage. Wir sind immer wieder selbst erstaunt, wie viele Entwicklungsingenieure weltweit ʻDPIʼ in einer Suchmaschine wie Google abfragen und dann bei uns landen, weil wir eben der führende Anbieter sind. Haben uns neue Kunden erst einmal kennengelernt, sind sie oft erstaunt, welche hohe Leistung unsere professionelle Software aus einer Applikation herausholen kann. Auf Dauer ist das persönliche Gespräch mit unserem Kundenkreis durch nichts zu ersetzen und ich bin mir sicher, dass solche Gespräche in Zukunft auch wieder möglich sein werden.

Wirtschaftsforum: Was macht nach Ihrer Ansicht den großen Erfolg von ipoque aus?

Dirk Czepluch: Wesentliche Erfolgsfaktoren sind sicherlich unsere klare Strategie sowie die Fokussierung auf Industriezweige, in denen wir exzellent und die Besten sein können. Wir möchten nicht für jeden alles machen. Außerdem stehen wir unseren Kund*innen jederzeit professionell mit Rat und Tat zur Seite. So bauen wir auch langjährige Partnerschaften auf, die in unserer Branche äußerst wichtig sind.

Wirtschaftsforum: Zum Abschluss die Frage: In welche Richtung möchten Sie ipoque in der Zukunft führen?

Dirk Czepluch: Wir sind bereits auf einem sehr guten Weg. Ich möchte jedoch die Virtualisierung weiter voranbringen, um unsere Auftraggeber*innen noch besser unterstützen zu können. Auch die Themen KI und Machine Learning werden für die Zukunft enorme Wachstumstreiber sein. Und wir werden uns noch intensiver mit den Daten unserer Geschäftskund*innen auseinandersetzen.

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