Hodapp öffnet Sicherheit und Flexibilität Tür und Tor

Interview mit Peter Hodapp, Geschäftsführer der Hodapp GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Hodapp, Ihr Unternehmen hat sich als Sondertürenhersteller für besonders komplexe Anwendungsfelder einen Namen gemacht. In welchen Branchen sind Sie aktiv?

Peter Hodapp: Grundsätzlich engagieren wir uns überall dort, wo besondere architektonische oder infrastrukturelle Gegebenheiten vorherrschen. Unsere Türen und Tore finden Sie also vornehmlich in Tunneln, U-Bahn-Stationen, Kernkraftwerken, Rechenzentren, Museen, Justizvollzugsanstalten und auch sonst überall, wo hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen.

Wirtschaftsforum: Was ist derzeit das größte Projekt, an dessen Umsetzung Sie beteiligt sind?

Peter Hodapp: Gewissermaßen vor unserer Haustür sind die Arbeiten an Stuttgart 21 in vollem Gange, wo aufgrund der unterschiedlichen Druck-Sog-Verhältnisse im Hochgeschwindigkeitsbereich so immense Anforderungen an die einzelnen Bauelemente bestehen, dass diese nur im Rahmen von Sonderkomponenten abgebildet werden können. Da hier naturgemäß auch besonders strenge Vorschriften an Flucht- und Rettungswege sowie den Brandschutz gestellt werden, ist bei den dort eingesetzten Türen auch die Umsetzung der Ansprüche an die dynamische Belastung nicht trivial. Um die Erfüllung all dieser Anforderungen nachzuweisen, sind im Zertifizierungsverfahren gut und gerne ein Dutzend Prüfungen erforderlich. Dank unserer langjährigen Spezialisierung sind wir für derartige Herausforderungen aber wie gemacht.

Wirtschaftsforum: Welche Märkte bergen für Hodapp perspektivisch großes Potenzial?

Peter Hodapp: In den nächsten Jahren sehen wir uns verstärkt in Bereichen der kritischen Infrastruktur. Die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines haben noch einmal allgemein verdeutlicht, welche Gefahrenlage hier mitunter zu berücksichtigen ist. Durch unser langjähriges Engagement in der Herstellung von Türen für Trafohäuser sowie Rechenzentren, die ebenfalls wie Pilze aus dem Boden schießen, sind wir mit den Sicherheitsanforderungen in diesem Bereich bereits gut vertraut und haben schon oft bewiesen, dass wir an dieser Stelle, im Zweifel auch schnell, reagieren können: Als etwa vor zwei Jahren Anschläge auf zwei Polizeireviere in Nordrhein-Westfalen verübt wurden, erließ die Düsseldorfer Landesregierung zügig einen Beschluss, dass die Haupteingangsbereiche sämtlicher Polizeistationen mit Schiebetorelementen mit hohen Beschuss- und Einbruchschutzanforderungen ausgestattet werden mussten – ein solches Produkt hat zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht existiert. In nur zwei Monaten konnten wir dann eine hochwertige Lösung entwickeln und im Markt anbieten.

Wirtschaftsforum: Die Vorteile eines flexiblen mittelständischen Unternehmens?

Peter Hodapp: Darin liegt mit Sicherheit ein entscheidender Faktor für unseren langjährigen Erfolg – gerade in gesamtwirtschaftlichen Krisenzeiten, wie wir sie in den letzten drei Jahren erleben mussten. Ich bin seit 1995 in der Geschäftsleitung unseres Familienunternehmens tätig und kann mich an keine andere Phase erinnern, in der ich mich so stark mit externen Effekten beschäftigen musste: von enormen Preissteigerungen über Lieferverzögerungen bis hin zu Arbeitsschutzvorschriften unter Pandemiebedingungen. Ich will mich aber nicht beklagen: Viele andere mittelständische Betriebe hat es deutlich schlimmer getroffen, denn schon 2022 konnte Hodapp wieder einen Rekordauftragseingang verbuchen, während die weiteren Marktchancen uns jeden Grund geben, um optimistisch ins neue Jahr und in die weitere Zukunft zu blicken.

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