Gebäudetechnik ganz smart

Interview mit Markus Kühlmayer, Geschäftsführer der Hereschwerke GmbH

Das Büro- und Geschäftszentrum Wien-Mitte ist ein Vorzeigeprojekt – und das größte, das die Hereschwerke jemals durchgeführt haben. Geschäftsführer Markus Kühlmayer kam 2010 zu dem Spezialisten für Gebäudelösungen, um das Großprojekt zu leiten. „Es hat mich gereizt, weil ich es schon als Planer betreut hatte.“

Die Hereschwerke waren in der Lage, das gesamte Leistungsspektrum abzudecken. „Wir können die Projekte über den gesamten Lebenszyklus begleiten, von der Planung und Konzeption über den Bau bis hin zur anschließenden Betreuung, also Service und Reparatur“, führt der Ingenieur aus. Entsprechend breit sind die Kernkompetenzen des Unternehmens, das in diesem Jahr sein 130. Firmenjubiläum feiert, gefächert: Die Österreicher übernehmen die gesamte Elektrotechnik im Gebäude, ganz gleich, ob für Gewerbe, Industrie oder Wohnbau. Dazu zählen Bereiche wie Energieerzeugung, Beleuchtung, Brandmeldeanlagen, aber auch Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

„Mit dem Eintritt von 41 neuen Mitarbeitern der ehemaligen buchholzer+partner GmbH per 11. Februar 2019 sind rund 170 Mitarbeiter bei den Hereschwerken beschäftigt“, erklärt Markus Kühlmayer.

Smart muss es sein

In der Industrie sind smarte Lösungen, vor allem die Fernwartung, schon seit längerer Zeit kein Neuland mehr. Doch zunehmend seien sie nun auch im Wohnbau gefragt, berichtet Markus Kühlmayer. „Unsere Aufgabe ist es, die bestmögliche und kostengünstigste Lösung für unsere Kunden zu finden. Dies setzen wir durch unsere Kompetenz im eigenen Haus sowie ein großes Netzwerk an Partnern um.“

Das Ziel sind keine ‘Einwegkunden’, sondern langjährige Kundenbeziehungen. Abgedeckt wird die gesamte Bandbreite, auch was die Größe des Projekts angeht, betont der Geschäftsführer: „Uns ist kein Projekt zu klein und keins zu groß.“ Zu den Vorzeigeprojekten der Hereschwerke zählen neben dem Geschäfts- und Bürozentrum Wien einige Projekte in Graz wie der Hauptbahnhof, der Med Campus Graz sowie die Raiffeisen-Firmenzentrale. Die Aufträge kommen überwiegend aufgrund der langjährigen Kundenbeziehungen zustande, aber auch durch Ausschreibungen. Die Hereschwerke verzeichnen heute einen Jahresumsatz von 18 Millionen EUR.

Von Öl zu BIM

1889 gründete der Urgroßvater der heutigen Unternehmerfamilie die Firma – damals als Kunstmühle, Elektrizitäts- und Sägewerk. Die Nah- und Fernwärmeversorgung wurde ausgebaut und weitere Wasserkraftwerke geschaffen. Heute bewegen die 170 Mitarbeiter der Hereschwerke Themen wie Digitalisierung und Building Information Modeling (BIM). „Vor zwei Jahren haben wir begonnen, unser gesamtes ERP-System umzustellen. Bei unseren Kunden ist Digitalisierung ebenfalls in aller Munde. Im Bereich Smart Home bieten wir günstige Komplettlösungen für Einfamilienhäuser und Wohnungen“, berichtet Markus Kühlmayer.

Die Hereschwerke entwickelten ein Smart Shop-Portal, das unter anderem Temperatur, Licht und Alarmanlage über eine selbst entwickelte Software steuert; 10 bis 15 Anlagen wurden bereits verbaut. „BIM ist ein neues Thema. Hier beginnen wir gerade mit den ersten Projekten und kooperieren auch mit der TU Graz.“

Potenzial im Land

„Für unsere Kunden schöne Gebäude zu bauen und diese bis zum Ende ihres Lebenszyklus zu betreuen, das ist unsere Mission“, sagt Markus Kühlmayer. Kontinuierliches Wachstum ist angestrebt. „In der Steiermark sind wir schon ganz weit vorn, aber in Österreich insgesamt ist noch Potenzial.“

Die fünfte Generation steht mit Richard Frizberg bereit, der bereits in die Unternehmensleitung integriert ist. Der Erfolg der Hereschwerke, die nach wie vor in der Hand der Familie Frizberg sind, sei nicht zuletzt auf die Eigentümerfamilie zurückzuführen, ist er überzeugt: „Die Eigentümerfamilie Frizberg steht für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung der Unternehmensgruppe.“

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