Engineering und Consulting aus einer Hand

Interview mit Jan-Erik Gürtner, Geschäftsführer der Helbling Business Advisors GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Gürtner, wie ist Ihr Unternehmen entstanden?

Jan-Erik Gürtner: Die Helbling-Gruppe wurde 1963 in der Schweiz als Ingenieurbüro für technische Dienstleistungen gegründet. Heute ist sie ein Engineering- und Consulting-Verbund mit über 600 Mitarbeitern und 135 Millionen CHF Umsatz. Als Gruppe sind wir hauptsächlich in der DACH-Region aktiv, aber mit Büros in den USA und China sind wir ebenfalls international aufgestellt.

Wirtschaftsforum: Wie kam es zu dieser einzigartigen Kombination aus technologischer Kompetenz und Wirtschaftsberatung?

Jan-Erik Gürtner: Mit der Zeit und den zunehmenden Kundenanfragen haben wir betriebswirtschaftliche und Transformationsthemen in unser Dienstleistungsportfolio aufgenommen. So entwickelte sich die heutige Unternehmensstruktur mit vier Divisionen organisch. Damit sind wir in der Lage integrierte und multidisziplinäre Teams zu bilden und die Herausforderungen unseren Kunden aus einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten.

Wirtschaftsforum: Welche Dienstleistungen gehören zu Ihrem Portfolio?

Jan-Erik Gürtner: Wir beraten hauptsächlich mittelständische Unternehmen und Konzerne bei Innovations- und Engineering-Themen, unterstützen aber auch bei allem, was die betriebswirtschaftliche Neuausrichtung betrifft. Unsere Kernaufgabe ist die Steigerung beziehungsweise Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden. Wir sind schwerpunktmäßig im Turnaround und Change-Management aktiv und helfen unseren Kunden ihre strategischen Ziele zu erreichen. Manchmal entsteht Handlungsbedarf aus einer schwierigen Situation heraus. Andererseits können wir durch Themen wie Unternehmensfusionen oder -übernahmen, Finanzierungsplanung, Wertschöpfungsoptimierung oder digitale Transformationsprojekte zum unternehmerischen Erfolg unserer Kunden beitragen. Dabei ist es uns wichtig, einen ganzheitlichen Ansatz zu anzuwenden.

Wirtschaftsforum: Wie sieht dieser Ansatz in der Praxis aus?

Jan-Erik Gürtner: Nehmen wir den Fall eines Kunden, der mit der Ertragskraft seines Unternehmens unzufrieden ist, um ein theoretisches Beispiel zu nennen. Um die Frage zu beantworten, warum seine Erträge nicht so hoch sind, wie er erwartet hat, führen wir eine Analyse durch. So können wir versuchen herauszufinden, woran das liegen könnte. Die möglichen Gründe reichen vom Produkt selbst über die aktuelle Marktsituation, den Preis, die Durchlaufzeit im Unternehmen oder die Produktleistung im Marktvergleich. Oft ist eine Kombination von verschiedenen Faktoren im Spiel. Wir nehmen die verschiedenen Unternehmensprozesse unter die Lupe, durchleuchten die Organisationsstruktur und suchen nach Möglichkeiten, den Vertrieb beziehungsweise den Einkauf zu optimieren. Wir stellen kritische Fragen und suchen nach Optimierungslösungen und Wachstumsinitiativen. Dabei geht es immer um das magische Dreieck: Strategie, Wertschöpfung und Finanzierung.

Wirtschaftsforum: Viele Ihrer Kunden sind mittelständische Unternehmen. Was sind dabei die Hauptthemen?

Jan-Erik Gürtner: Jedes mittelständische Familienunternehmen steht irgendwann vor der Frage der Nachfolge. Wenn die Nachfolge nicht klar geregelt ist und das Unternehmen veräußert werden soll, suchen wir nach dem besten Investor. Wir vermarkten das Unternehmen aktiv und versuchen für den Besitzer den bestmöglichen Preis zu erzielen. Ebenso unterstützen wir Unternehmen, die durch Übernahmen expandieren wollen. Wir sondieren den Markt nach geeigneten Unternehmen und sprechen diese im Auftrag des Kunden an. Nach dem Abschluss einer Transaktion unterstützen wir den Kunden weiterhin bei der Integration nach der Fusion.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihrer Erfahrung nach die aktuellen Trends in der Unternehmensberatung?

Jan-Erik Gürtner: Der Beratungssektor insgesamt wächst, auch wenn einige Bereiche, wie zum Beispiel die Akquisitionen, stärker wachsen als andere. Vor zehn Jahren war das Thema der digitalen Transformation noch nicht so präsent. Im Gegensatz dazu ist ein ERP-System heute ein Muss für jedes Unternehmen. Aber die digitale Transformation geht inzwischen viel tiefer und beschäftigt sich neben der Rationalisierung interner Prozesse auch mit der Verbesserung von nach Außen wirkenden Faktoren, wie zum Beispiel dem Kundenerlebnis.

Wirtschaftsforum: Wie heben Sie sich von anderen Unternehmensberatungen ab?

Jan-Erik Gürtner: Unser Geschäft basiert auf Vertrauen. Wir haben eine Menge sehr erfahrener Berater, die auf Augenhöhe beraten. Wir beraten nur in die Richtung, von der wir auch wirklich überzeugt sind, dass es die beste für eine Firma ist. Das heißt, wenn wir eine andere Meinung als unsere Kunden haben, sagen wir das auch.

Wirtschaftsforum: Was ist ihre persönliche Motivation?

Jan-Erik Gürtner: Jeder Mandant ist anders. Ich bin seit 20 Jahren dabei und lerne bei jedem Projekt immer noch dazu. Meine Motivation ist es, Unternehmen bei der Bewältigung von Herausforderungen zu helfen und dabei dauerhafte Beziehungen zu schaffen.

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