Immer clever abgepackt

Interview mit Ralf Drews, Chairman of the Board, CEO und Sebastian Pohl, Director Sales & Marketing der Greif-Velox Maschinenfabrik GmbH

Wirtschaftsforum: Das ist schon eine interessante Historie – früher Mönche, die Mehl abfüllten, heute ein internationales Unternehmen mit weltweiten Kunden und Maschinen, mit denen Abfüllung und Absackung im Handumdrehen funktionieren.

Ralf Drews: Ja, die Mönche der Greif-Mühle legten den Grundstein, aber heute produzieren wir Hightechmaschinen, die in unterschiedlichen Industrien die Abfüllung effizient und zuverlässig übernehmen. Diese helfen unseren Kunden und schaffen einen Mehrwert für sie.

Sebastian Pohl: Nehmen Sie beispielsweise unsere Full Line-Systeme, mit denen Kunden aus der Lebensmittel- und chemischen Industrie die Abfüllung beschleunigen. Werden pro Stunde 20 Säcke mehr abgefüllt, bedeutet das im Jahr bereits eine Million Säcke mehr.

Wirtschaftsforum: Wie war der Weg bis heute?

Ralf Drews: Wir kommen klassisch aus der Pulverabfüllung. Unsere Maschinen leben 15 bis 20 Jahre und stehen für Lang-lebigkeit und Robustheit. Wir haben immer eine Integration von Folgekomponenten mitentwickelt, also die die vollautomatische Abfüllung inklusive Absackung, Wiegen, Palettieren. Wir bieten Roboterpalletierer, bei denen unsere Kernkompetenzen Greifer sind, die die Geschicklichkeit der Hand imitieren, und eine Software, die das Gehirn darstellt. Immer mehr Teile werden integriert, sodass der Anwender nur noch einen Knopf drücken muss.

Sebastian Pohl: Unsere Stärke liegt darin, dass wir Prozesse und Kunden verstehen und gemeinsam mit den Kunden in die Prozesse einsteigen und die Themen gemeinsam angehen. So können wir beispielsweise aufzeigen, dass Themen wie das Stauben nicht akzeptiert werden müssen.

Wirtschaftsforum: Sie greifen Trends am Markt auf?

Ralf Drews: Genau. Wir betrachten uns als Lösungsanbieter und tauchen wirklich in die Welt des Kunden ein. Wir können aus Trends ein Maschinen-Feature entwickeln. Wir haben den Anspruch, Technologiemeister zu sein im Bereich der Vakuumabsackung. Unser Greif-Velox VeloVac System bietet bei der Absackung Luftreinheit. Durch Absaugen und Vakuumherstellung werden die Säcke befüllt. Dieses System bieten wir nun auch für FIBCs an.

Sebastian Pohl: Oder nehmen Sie unser Greif-Velox ValvoDetect. Hier werden Produkte, die in Säcke abgefüllt werden, geschützt, sodass sie nicht kontaminiert werden, nicht austreten oder die Endgebinde verschmutzen. Das System erkennt, ob der Sack richtig verschweißt wurde. Das ist ein Beispiel, wie wir mit Kunden zusammen neue Produkte entwickeln. Damit kann der Kunde bis zu 50.000 EUR sparen, da die fehlerhaften Säcke erkannt werden, bevor die Paletten an den Kunden gehen.

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre Kunden?

Sebastian Pohl: Vor allem Chemie, Lebensmittel und Petrochemie, wo die höherwertigen Lebensmittel hergestellt werden. Hier sind besondere Anforderungen an die Genauigkeit oder das Handling des Stoffes, zum Beispiel bei toxischen Stoffen, nötig, um auch die Mitarbeiter in den Produktionshallen zu schützen.

Wirtschaftsforum: Ihre Kunden sind weltweit zu finden?

Ralf Drews: Es ist ein enormes Potenzial, das wir als Unternehmen haben. Wir sind global vertreten, aber noch nicht international genug aufgestellt. Der wichtigste Wachstumspfad ist einfach die Internationalisierung. Inzwischen exportieren wir 40% ins Ausland. Die DACH-Region bleibt einer der interessantesten Märkte, aber das Ziel in der Zukunft ist ein Exportanteil von 60%.

Sebastian Pohl: Zum 1. Oktober haben wir eine Tochtergesellschaft in den USA gegründet, sicherlich ein neuer Meilenstein auf unserem Weg der Internationalisierung. Sie fungiert als regionale Vertriebs- und Servicegesellschaft. Von großen Kunden aus Europa haben wir vermehrt die Anforderung, dass sie unsere Technologie auch in den USA einsetzen wollen.

Ralf Drews: Auf dem amerikanischen Markt herrscht eine hohe Nachfrage und oftmals können inländische Maschinenhersteller den Bedarf an hochwertigen Maschinen nicht decken. Und hier kommen wir dann ins Spiel.

Wirtschaftsforum: Welche Vorteile hat eine Präsenz vor Ort?

Sebastian Pohl: Die geografische Nähe ist wichtig, Sprache, Kultur und Zeitzone sind ebenfalls wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang. Die Tochtergesellschaft übernimmt dort den Vertrieb, um die Kunden vor Ort optimal betreuen zu können. Wir wollen ein umfassendes Händlernetzwerk aufbauen, wo wir Partner mit einbringen, die wir für Vertrieb und Service trainieren.

Ralf Drews: Wir sind sonst immer mit den Kunden mitgegangen. Jetzt wollen wir aktiv unseren eigenen Footprint erweitern. Auch dort gelten unsere Werte Effizienz, Innovation und Zuverlässigkeit, die unsere Beziehung zu unseren Kunden prägen.

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