Wenn keine Herausforderung zu groß ist

Interview mit Linus Schmutz, Geschäftsführender Gesellschafter der Grafried Bauunternehmung GmbH

Die Sanierung des Staatstheaters in Stuttgart, der Umbau eines großen Bürotraktes am Bundesgerichtshof in Karlsruhe oder der Bau der Südtribüne des alten Freiburger Dreisamstadions – die Grafried Bauunternehmung GmbH hat bereits zahlreiche anspruchsvolle Projekte in Baden-Württemberg realisiert.

„Wir realisieren einige Projekte, bei denen andere an Ihre Grenzen stoßen. Die Herausforderungen beginnen schon in der Kalkulation“, sagt Linus Schmutz, Geschäftsführender Gesellschafter in zweiter Generation. „Dank unseres hohen Grads an Fachwissen, unserer Erfahrung auf dem Gebiet der speziellen Rohbauprojekte und einem Team aus echten Bauprofis können wir diese ganz speziellen und anspruchsvollen Projekte realisieren.“

Generalunternehmer für Sanierungsarbeiten

Als Rohbauunternehmen übernimmt die Grafried Bauunternehmung GmbH klassische Aufgaben wie den Beton-, Stahlbeton- und Mauerwerksbau sowie alle vorbereitenden Maßnahmen wie Erd- und Entwässerungsarbeiten oder Untergrundvorbereitungen. Fokus des Betriebs ist die Rohbausanierung von Bauwerken mit höchsten bautechnischen Ansprüchen.

Die Revitalisierungsprozesse umfassen zum Beispiel das Tieferlegen, das Aufstocken oder das Verbinden von Tragwerks- beziehungsweise Stahlbaukonstruktionen. „In den Aufträgen sind wir der Generalunternehmer für die Sanierungsarbeiten“, erläutert Linus Schmutz. „Wir koordinieren und überwachen sämtliche Arbeiten und kooperieren mit Subunternehmen.“

Zum Spezialisten entwickelt

Grafried kann auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken. 1947 wurde das Unternehmen von Alfred Grafried gegründet. In der Nachkriegszeit standen vor allem Wohnungsbauprojekte im Vordergrund. 1983 und 1985 kamen Thomas Stubert und Christian Licht als nächste Generation in das Unternehmen. Anfang der 1990er-Jahre haben sie die Aufgabe der Gesellschafter übernommen, 1995 kam der Vater von Linus Schmutz als dritter Gesellschafter in die Firma.

„Mein Vater hatte bereits Erfahrung in der Sanierung und seitdem haben wir uns kontinuierlich zu einem Spezialisten in den Bereichen Umbau und Sanierung entwickelt“, ergänzt Linus Schmutz, der im Juli 2020 in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist. „In erster Linie versuchen Philipp Stubert, Andreas Licht und ich als Nachfolger, das zu erhalten, was unsere Väter in der Vergangenheit aufgebaut haben. Das ist aufgrund der Herausforderungen im Bausektor eine Herkulesaufgabe.“

Als Arbeitgeber überzeugen

Eine der größten Herausforderungen des Bausektors ist der Mangel an Personal. Gut ausgebildete Fachkräfte werden händeringend gesucht und die Betriebe müssen sich positiv von den Wettbewerbern abheben, um neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

„Wenn man im Employer Branding heute nichts tut, wird es schwierig, das notwendige Personal zu bekommen“, so Linus Schmutz. „Wir sind in den vergangenen Jahren mit innovativen Kampagnen verstärkt nach außen getreten, um als interessanter und attraktiver Arbeitgeber in der Region wahrgenommen zu werden. Wir sind zum Beispiel neuer Teampartner des SC Freiburg und erregen unter anderem mit unseren eher ungewöhnlichen Werbebannern Aufmerksamkeit.“

Zusätzlich zu dem innovativen Marketing, sowohl in den Sozialen Medien als auch vor Ort auf der Baustelle, überzeugt die Grafried Bauunternehmung als Arbeitgeber mit einer übertariflichen Bezahlung und einem angenehmen Arbeitsklima. „Wir sind ein Familienunternehmen mit flachen Hierarchien“, beschreibt es Linus Schmutz. „ Wir sind ein eingespieltes Team, viele unserer Mitarbeiter sind 20 Jahre und länger bei uns. Zusammen mit dem jüngeren Personal haben wir eine gute Mischung aus erfahrenen Kräften und Nachwuchs.“

Strategie für den Erfolg

Grafried legt nicht nur Wert darauf, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, sondern pflegt auch ein enges Vertrauensverhältnis zu seinen Kunden. Keine Herausforderung ist für den Rohbausanierungsexperten zu groß und er findet für jede Anforderung die richtige Lösung. Selbst in der Pandemie wurden Projekte umgesetzt. Dank einer sehr guten organisatorischen Aufstellung war Grafried in der Lage, frühzeitig im Einkauf auf die Situation zu reagieren und ausreichend Rohstoffe zu beschaffen, sodass eine Materialknappheit und damit die Verzögerung von Baufortschritten weitestgehend verhindert werden konnte.

„Wir sind immer sehr vorausschauend und wachsam in Bezug auf die Entwicklungen des Marktes“, bemerkt Linus Schmutz. „Wir wollen weiter an unserer bewährten Strategie festhalten und auf dieser Basis neue Kunden für uns gewinnen. Ich würde mir wünschen, dass wir außer der öffentlichen Hand auch für den ein oder anderen Privatkunden interessant werden. Wir sind eine Art Feinkostladen im Baubereich, arbeiten ausschließlich mit eigenem Personal und freuen uns auch in der Zukunft über spannende und herausfordernde Projekte.“

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