Mit Leidenschaft, Handwerk und Herzblut – Farbe fürs Leben!

Interview mit Nicole Burkhartsmaier, Geschäftsführerin der Burkhartsmaier Holding GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Frau Burkhartsmaier, was macht die Burkhartsmaier Firmengruppe besonders?

Nicole Burkhartsmaier: Unsere Unternehmensphilosophie „Alles aus einer Hand“ spiegelt sich in unserem breiten Leistungsspektrum wider. Wir bieten nicht nur Malerarbeiten an, sondern haben auch eine Industrielackiererei, eine Pulverbeschichtungsanlage und Trockenbau im Angebot. Dadurch können wir unseren Kunden eine umfassende Lösung bieten, die alle Aspekte der Beschichtung und Gestaltung abdeckt.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Unternehmen seit seiner Gründung entwickelt?

Nicole Burkhartsmaier: Mein Vater gründete 1974 den Malerbetrieb. Über die Jahre hat sich das Unternehmen stark vergrößert. 1987 wurde die erste Industrielackiererei eröffnet, und im Jahr 1997 kam die Pulverbeschichtung hinzu. Wir haben uns kontinuierlich weiterentwickelt und sind heute stolz darauf, eine Firmengruppe mit etwa 120 Mitarbeitern zu sein.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Nicole Burkhartsmaier: Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen für uns. Wir nehmen am Umweltpakt Bayern teil und setzen auf umweltfreundliche Technologien. Unser eigenes Blockheizkraftwerk und die Nutzung von Solarenergie sind Beispiele dafür, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Zudem verwenden wir zunehmend biologische und ökologisch verträgliche Materialien.

Wirtschaftsforum: Welche He­rausforderungen haben Sie in den letzten Jahren erlebt?

Nicole Burkhartsmaier: Die vergangenen Jahre waren 
herausfordernd, insbesondere durch die Coronapandemie und den Fachkräftemangel. Während der Pandemie haben wir uns auf den Renovierungsbereich konzentriert, da der Neubau stark zurückging. Der Fachkräftemangel ist jedoch eine anhaltende Sorge, da viele erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen und es schwierig ist, neue Auszubildende zu finden.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?

Nicole Burkhartsmaier: Wir versuchen, den Beruf attraktiv zu gestalten, indem wir ein familienfreundliches Arbeitsumfeld schaffen. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitern verschiedene Anreize, um sie langfristig im Unternehmen zu halten. Das ist besonders wichtig, um die hohe Qualität unserer Arbeit sicherzustellen und das Wissen unserer langjährigen Mitarbeiter zu erhalten.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist die Digitalisierung für Ihr Unternehmen?

Nicole Burkhartsmaier: Die Digitalisierung spielt eine zunehmend wichtige Rolle in unserem Unternehmen. Wir haben bereits viele Prozesse in der Industrie digitalisiert, von der Auftragserfassung bis zur Buchhaltung. Diese Modernisierung ermöglicht uns, effizienter zu arbeiten und die Kommunikation zu verbessern. Im Handwerksbereich sind wir noch dabei, den digitalen Wandel voranzutreiben, da wir hier viele manuelle Prozesse haben. Wir sehen jedoch großes Potenzial, Zeit zu sparen und die Qualität unserer Dienstleistungen weiter zu steigern. Es ist wichtig, dass wir diesen Schritt gehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftspläne haben Sie für das Unternehmen?

Nicole Burkhartsmaier: Wir möchten unsere Kapazitäten im Bereich der Industrielackierung und Pulverbeschichtung weiter ausbauen. Zudem setzen wir auf Automatisierungstechniken, um unsere Prozesse effizienter zu gestalten. Im Malerbereich wollen wir weiterhin ökologische Lösungen fördern und unseren Kunden ein gesundes Raumklima bieten.

Wirtschaftsforum: Was wünschen Sie sich für die nächste Generation im Handwerk?

Nicole Burkhartsmaier: Ich hoffe, dass mehr junge Menschen Interesse am Handwerk entwickeln. Es ist ein vielseitiger Beruf mit vielen Möglichkeiten. Wir müssen die Vorurteile abbauen, dass Handwerksberufe weniger attraktiv sind. Der Handwerkssektor hat nach wie vor viel Potenzial und kann jungen Menschen eine sichere Zukunft bieten.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist Ihnen die Familientradition im Unternehmen?

Nicole Burkhartsmaier: Die Familientradition ist für mich das Fundament unseres Unternehmens. Mein Vater hat Burkhartsmaier 1974 gegründet, und meine Mutter stand ihm von Anfang an mit vollem Einsatz zur Seite – das war echtes Teamwork, wie man es sich nur wünschen kann. Ich bin mit dem Unternehmen groß geworden und habe früh gelernt, was Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Leidenschaft bedeuten. Diese Werte prägen mich und meine Arbeit bis heute. Ich empfinde es als großes Privileg, die Firma nun in 2. Generation weiterzuführen – mit Respekt vor dem, was meine Eltern aufgebaut haben und mit dem Blick nach vorn. Besonders schön ist, dass meine Eltern auch heute noch da sind, wenn ich sie brauche – mit Rat, Tat und ihrer ganzen Erfahrung. Und wer weiß – mein Sohn steht zwar gerade erst am Anfang seiner Schulzeit, aber vielleicht wächst auch schon die 3. Generation langsam heran. Es wäre schön, wenn auch er eines Tages spürt, wie erfüllend es ist, etwas Eigenes mit Herz und Verantwortung fortzuführen.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihr persönlicher Antrieb in dieser Branche?

Nicole Burkhartsmaier: Mir liegt es am Herzen, Farbe in die Welt zu bringen. Es ist erfüllend zu sehen, wie unsere Arbeit das Leben der Menschen positiv beeinflusst. Ich möchte, dass unser Unternehmen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich ist, sondern auch einen Beitrag für die Gesellschaft leistet.

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