Luftig, leicht, leistungsstark

Interview mit Ben Neudel, Geschäftsführer der Formteile - Ben Neudel GmbH

Bei Formteile - Ben Neudel ist der Name Programm – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Das Unternehmen wurde 1956 von Horst Neudel gegründet; der Fokus lag zunächst auf Verpackungen für die Kosmetikindustrie. Als man 1961 Produkte aus Styropor produzierte, war man damit einer der Ersten. Seit dieser Zeit ist der Name Neudel Inbegriff für Verpackungslösungen aus Styropor – auch wenn man „heute viel mehr bietet“, wie Geschäftsführer Ben Neudel betont.

Ein Fokus auf Formen

Neudel hat im Laufe der Jahre viele Veränderungen durchlebt, ohne seine Stärken aus den Augen zu verlieren. In den 1970er-Jahren übernahm die zweite Generation der Familie die Unternehmensleitung; gleichzeitig zog man an den heutigen Standort um, der in den folgenden Jahren mehrfach erweitert wurde.

2009 wurde eine neue Produktionshalle errichtet, die sich ausschließlich auf Styropor konzentriert. Offen für Neues zeigte sich Ben Neudel, der seit 2011 im Unternehmen tätig ist und sämtliche Unternehmensprozesse kennenlernte. 2018 wird er alleiniger Geschäftsführer, bringt frischen Wind in das Unternehmen und ändert den Namen von Neudel Verpackungen zu Formteile – Ben Neudel – ein echtes Statement.

„Der Zusatz ‘Verpackungen’ in unserem Firmennamen spiegelte einfach nicht mehr wider, was wir tatsächlich machen“, unterstreicht Ben Neudel. „Wir machen Formteile aus Styropor, Piocelan und Neopor; Produkte, die weit über das Feld Verpackungen hinausgehen und auch Kühlboxen, Polsterelemente, Isolationskörper oder technische Teile umfassen.“

Klein und stark

Mit 20 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von drei Millionen EUR ist Formteile - Ben Neudel ein kleiner Player, der seine Stärken kennt. „Unser Asset ist eine ausgeprägte Flexibilität“, so der Geschäftsführer. „Wir produzieren kleine Serien ab 50 Stück und Großserien mit bis zu einer Million Teile. Vom Granulat bis zum Endprodukt liegt alles in unserer Hand. Dafür stehen uns 800 Werkzeuge, in der Mehrzahl kundenspezifische, zur Verfügung.“

Gefertigt werden Styropor-Formteile von knapp 2 m bis zu einem Durchmesser von 1,5 cm für Kunden verschiedenster Branchen und Größen, kleine Betriebe und große, namhafte Konzerne. „Styropor besteht zu 98% aus Luft, zu 2% aus dem Kunststoff Polystyrol und kann unter anderem thermisch recycelt werden“, erklärt Ben Neudel. „Wir versuchen, so umweltfreundlich wie möglich zu agieren und ökologisch sinnvolle Produkte auf den Markt zu bringen. Zurückgeführtes Material wird zerkleinert, wieder verschäumt und einem neuen Lebenszyklus zugeführt, wie zum Beispiel als Trittschalldämmung oder energetisch verwendet. Diese gelebte Nachhaltigkeit ist entscheidend auf dem Weg in eine gute Zukunft.“

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