Vom Service zum System: Fluid Management neu definiert
Interview mit Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ates, war für Sie früh klar, dass Sie ins Familienunternehmen einsteigen würden?
Erdem Ates: Nein. Zwar bin ich mit dem Familienunternehmen aufgewachsen, doch meine Eltern haben mir immer die Freiheit gelassen, meinen eigenen Weg zu gehen.
Ich wollte erst außerhalb Erfahrungen sammeln und sicher sein, dass ich nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung einsteige. Die Entscheidung ist daher Schritt für Schritt gereift.
Wirtschaftsforum: Wie verlief Ihr Weg in die Geschäftsführung?
Erdem Ates: Mein Weg in die Geschäftsführung war bewusst schrittweise aufgebaut. 2018 bin ich als Assistent der Geschäftsführung eingestiegen, um das Unternehmen übergeordnet kennenzulernen, strategische Themen zu begleiten und in operative Abläufe einzutauchen. 2022 habe ich dann die Geschäftsführung übernommen – mit dem Anspruch, Kontinuität zu wahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.
Wirtschaftsforum: Ihr Unternehmen feiert 30-jähriges Jubiläum. Wie hat sich Fluid Service Plus entwickelt?
Erdem Ates: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die FS Plus konsequent weiterentwickelt. Was als Servicebetrieb begann, ist heute ein hoch spezialisierter Partner im Bereich Fluidmanagement mit klaren Prozessen, modernen Technologien und tiefem fachlichem Know-how. Wir haben unser Leistungsangebot gezielt geschärft und unsere Expertise kontinuierlich ausgebaut. In dieser spezialisierten Nische zählen wir zu den etablierten Anbietern.
Wirtschaftsforum: Wer zählt zu Ihren Kunden?
Erdem Ates: Unsere Kunden kommen aus verschiedenen Branchen, vor allem aus der metallbearbeitenden Industrie – vom Maschinen- und Anlagenbau über Automotive bis hin zur Luftfahrt. Dabei arbeiten wir bundesweit mit Unternehmen jeder Größe: von großen Konzernen über mittelständische Betriebe bis hin zu kleineren Firmen.
Wirtschaftsforum: Warum gewinnt Fluid Management an Bedeutung?
Erdem Ates: Fluid Management gewinnt an Bedeutung, weil Effizienz, Qualität und Prozesssicherheit in der Industrie immer wichtiger werden. Gleichzeitig wächst der Druck, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und Kosten zu optimieren. Mit professionellem Fluid Management lässt sich nicht nur der Verbrauch reduzieren, sondern auch die Lebensdauer und Leistung von Maschinen deutlich verbessern.
Wirtschaftsforum: Sie entwickeln Automatisierungslösungen. Worum geht es dabei?
Erdem Ates: Wir entwickeln gemeinsam mit einem Partner digitale Überwachungs- und Steuerungssysteme für Flüssigkeitssysteme. Vernetzte Sensoren und intelligente Software überwachen Parameter wie Konzentration, pH-Wert oder Nitritgehalt des Kühlschmierstoffs in Echtzeit, erkennen Probleme frühzeitig und steuern automatisch nach. So lässt sich der Fluidverbrauch noch genauer kontrollieren und optimieren. Die ersten Pilotanlagen laufen bereits erfolgreich.
Wirtschaftsforum: Neben dem Kerngeschäft sind Sie auch in Bereichen wie Windkraft aktiv. Welche Rolle spielt das?
Erdem Ates: Wir führen mit spezialisierten Industriekletterern Wartungsarbeiten an Windkraftanlagen durch. Das spielt aber eine untergeordnete Rolle. Strategisch liegt unser Fokus weiterhin klar auf dem Fluid Management und der Industriereinigung, wo wir unsere Kernkompetenz und Spezialisierung einbringen.
Wirtschaftsforum: Sie beschäftigen rund 700 Mitarbeitende. Wie gehen Sie mit dem Fachkräftethema um?
Erdem Ates: Den Fachkräftemangel spüren auch wir, allerdings hat sich der Markt zuletzt etwas entspannt. Neben gezielter Rekrutierung aus dem Ausland setzen wir vor allem auf die Weiterentwicklung eigener Mitarbeiter. Wir fördern Eigenverantwortung, Weiterbildung und eine Kultur, in der Ideen geschätzt werden – so sichern wir langfristig qualifizierte Fachkräfte und binden sie an unser Unternehmen.
Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie wirtschaftlich in die Zukunft?
Erdem Ates: Wir blicken wirtschaftlich zuversichtlich in die Zukunft. Durch unsere Spezialisierung, kontinuierliche Weiterentwicklung und den Fokus auf innovative Lösungen sehen wir uns gut aufgestellt, um weiter zu wachsen und langfristig erfolgreich zu bleiben.










