Fitnessstudio völlig neu gedacht

Interview mit Ingo Huppenbauer, CEO, und Dr. Björn Schultheiss, CMO der fitbox GmbH

Wirtschaftsforum: Bitte erklären Sie kurz die unterschiedliche Wirkungsweise des fitbox EMS-Konzepts im Vergleich zu herkömmlichem Fitnesstraining und bringen Sie die Vorteile auf den Punkt.

Ingo Huppenbauer: Beim herkömmlichen Fitnessgeschäft dreht sich alles um den Verkauf von Mitgliedschaften ohne weiterführende Betreuung. Dem Studiobetreiber ist es egal, ob sein Kunde überhaupt erscheint, ob er richtig trainiert und letztlich seine Ziele erreicht. Freude macht diesen Betreibern der große Anteil an sogenannten ‘Schläfern’ – also Mitgliedern, die einen lange laufenden Vertrag abgeschlossen haben, jedoch gar nicht zum Training kommen. In einem derartigen Setting ist es für Trainierende äußerst schwierig, die eigenen Fitnessziele zu erreichen. Ganz anders ist die Logik bei fitbox. Während klassische Fitnessanbieter im ‘Geräte-und-Raumvermietungs-Business’ sind, ist unser Business nicht weniger als die echte ‘Mensch-zu-Mensch-Dienstleistung’. Unser selbst gesetzter Anspruch ist es dabei, das Format in der Fitnessbranche zu sein, welches die höchste Erfolgsquote für die persönliche Zielerreichung bietet. Wir sind also so verrückt und drehen die gesamte Logik der Fitnessbranche auf den Kopf, da wir ein großes Interesse daran haben, dass unsere Mitglieder auch regelmäßig zum Training erscheinen.

Dr. Björn Schultheiss: Bei fitbox kommt die hocheffiziente EMS-Trainingstechnologie (elektrische Muskelstimulation) zum Einsatz. Jedes Training wird terminiert und dauert gerade einmal 20 Minuten. Ein professioneller Personal Trainer leitet die Übungen an und führt die Kunden durch ein maßgeschneidertes, funktionales Übungsprogramm. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden am Ball bleiben und dank der persönlich abgestimmten Übungsabfolge tatsächlich erfolgreich werden. fitbox ist Fitness neu gedacht und das kommt bei unseren Kunden sehr gut an.

Wirtschaftsforum: Für wen ist EMS-Training besonders geeignet?

Ingo Huppenbauer: EMS hat seinen Ursprung in der Medizin und dem Leistungssport. Somit gehören Leistungssportler ebenso wie körperlich eingeschränkte Menschen zu unseren Kunden. Der Großteil sind Menschen knapp über 40. In der Rushhour ihres Lebens haben sie wenig Lust auf Sport und wollen dennoch ein gutes Fitnessergebnis mit möglichst wenig Aufwand erzielen. Somit ist fitbox ideal für Menschen mit wenig Zeit und geringer intrinsischer Motivation, da es sich sehr einfach in nahezu jeden Alltag integrieren lässt und den inneren Schweinhund austrickst.

Wirtschaftsforum: Was sind die Eckpfeiler des fitbox 3-ECK-Konzepts?

Dr. Björn Schultheiss: Der fitbox 3-ECK-Ansatz ist die intelligente Verknüpfung von EMS-Kraft-, EMS-Cardio und einem auf das EMS-Training abgestimmten Ernährungskonzept. Dadurch ist es möglich, unsere Kunden auch auf kleiner Fläche ganzheitlich zu betreuen und sehr effektiv bei deren Transformation zu begleiten. Zudem grenzen wir uns sehr positiv gegenüber anderen Fitnessanbietern in der EMS-Branche ab, welche meist nur pures EMS-Krafttraining anbieten.

Wirtschaftsforum: Wie stellen Sie die hohe Qualität der fitbox-Trainer sicher? Welchen Ausbildungs- und beruflichen Hintergrund haben diese?

Ingo Huppenbauer: In der Regel fühlen sich junge, sportbegeisterte Menschen von fitbox als Arbeitgeber angezogen. Viele davon haben von der Pike auf bei fitbox gelernt und die ‘Blended-Learning’-Module der fitbox Academy durchlaufen. Besonders begehrt sind unsere dualen Ausbildungs- und Studienprogramme, welche unsere Trainer bestens auf das Arbeitsleben vorbereiten und ihnen Zugang zu akademischen Abschlüssen ermöglichen. Bei all den theoretischen Aspekten steht im Dienstleistungsbusiness natürlich der Mensch im Mittelpunkt. Nur wenn die menschlichen Qualitäten stimmen, können wir die jungen Menschen zu echten fitbox-Trainern entwickeln.

Dr. Björn Schultheiss: Daher testen wir vor der Einstellung eben vor allem die Einstellung der zahlreichen Bewerber. Diese muss passen, alles andere können wir ihnen beibringen. Die Einstellung zu ändern, ist jedoch so gut wie unmöglich.

Wirtschaftsforum: Warum haben Sie sich für ein Franchisemodell entschieden?

Ingo Huppenbauer: Franchising bedeutet für uns, wenn lokales Unternehmertum auf ein überlegenes, funktionierendes Geschäftsmodell mit leistungsfähigen Supportstrukturen trifft. Plakativ kann man sagen, dass beim Franchising das Unmögliche möglich werden kann, nämlich dass 1 + 1 = 3 ist und somit das Ergebnis mehr als die Summe seiner Einzelteile darstellt. Im Bereich Service und Qualität sind dadurch unternehmerische Spitzenleistungen möglich, welche mit festangestellten Mitarbeitern oftmals nur schwer erreicht werden könnten. Das Mindset Unternehmer versus Angestellter macht hier den Unterschied.

Wirtschaftsforum: Wie kann man bei fitbox Franchisepartner werden?

Ingo Huppenbauer: Viele fitbox-Franchisepartner sind klassische ‘Machertypen’ mit großem Interesse an der Sport- und Fitnessbranche. Besonders leicht tun sich Partner, welche über eine hohe soziale Kompetenz und eine positive Lebenseinstellung verfügen. Mitarbeiter wollen mit Feingefühl geführt und Kunden herzlich betreut werden. Somit hat die Persönlichkeit des Franchisepartners einen großen Einfluss auf den Erfolg der Studios.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihr langfristiges Ziel für fitbox in Deutschland in den Bereichen ‘Marktposition’ oder ‘Anzahl Studios’? Gibt es auch Internationalisierungspläne?

Dr. Björn Schultheiss: fitbox steht für nachhaltiges Wachstum und verfolgt eine langfristige Entwicklungsperspektive. Somit werden auf die ersten 100 Standorte die zweiten 100 folgen. Nach unseren Erfahrungen in Russland und Österreich könnten perspektivisch auch weitere Auslandsmärkte interessant werden. Insbesondere der US-Markt ist als ‘EMS-White Spot’ hochinteressant. Wir haben es nicht eilig, wollen aber den richtigen Zeitpunkt auch nicht verpassen.

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