ebase® – Modern Banking meets Technology

Interview mit Kai Friedrich, CEO der European Bank for Financial Services GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Friedrich, ebase® ist 2019 von der FNZ Group übernommen worden. Was war der strategische Hintergrund für diese Übernahme?

Kai Friedrich: FNZ entwickelt auf der Basis eines digitalen Geschäftsmodells ganzheitliche Lösungen für Finanzdienstleister im Bereich des Vermögensmanagements. FNZ ist stark technologiegetrieben und bietet seit Neuestem auch Banking-as-a-Service an. Das Unternehmen suchte einen starken Partner in Deutschland, respektive für die Expansion in Europa. ebase® ist eine ehemalige comdirect-Tochter. Wir sind eine etablierte Investmentplattform und führend in der Digitalisierung von Vermögensmanagementlösungen. Durch die Übernahme sind für beide Unternehmen wertvolle Synergien entstanden. Gemeinsam können wir jetzt, auf Basis einer sehr breiten und modernen Technologieplattform, Lösungen entwickeln und Maßstäbe in digitaler B2B-Vermögensmanagementtechnologie setzen.

Wirtschaftsforum: Welche Trends und Themen sehen Sie aktuell am Markt?

Kai Friedrich: Wir glauben an ‘As-a-Service’-Lösungen. Der Markt ist von immer weiter zunehmender Regulierung bei gleichzeitig veralteten Technologien geprägt und durch die zahlreichen Newcomer wird der Kostendruck immer größer. Hier müssen sich Anbieter wie zum Beispiel Banken fragen, wie sie sich für die Zukunft aufstellen wollen. Renovieren sie ihre IT oder suchen sie sich einen Dienstleister? Der Bereich Wertpapiere, beziehungsweise Vermögensmanagement, ist hier sicherlich die Königsklasse, die es zu bewältigen gilt. Gemeinsam mit der FNZ können wir Finanzdienst-leister hier mit unserer Bank- und Technologiekompetenz unterstützen, um die Herausforderungen optimal zu bewältigen.

Wirtschaftsforum: Das heißt, ebase® agiert als Vollbank für das Wertpapiergeschäft?

Kai Friedrich: Genau. Wir bieten B2B-Dienstleistungen für das Depotgeschäft, wie zum Beispiel Investmentdepots und das Einlagengeschäft bis hin zur Vermögensverwaltung. Neben Investment-, VL- und Wertpapierdepots bieten wir auch die betriebliche Altersversorgung an. Dabei können unsere Kunden die ebase®-Produkte und -Leistungen direkt, mit einem Co-Branding oder als als White Label anbieten.

Wirtschaftsforum: An welche Art Kunden richten Sie sich?

Kai Friedrich: Zu unseren Kunden zählen Vermittler, Vermögensverwalter, Versicherungen, Banken und zahlreiche andere sowie auch eine Vielzahl an Unternehmen.

Wirtschaftsforum: Das Jahr 2021 steht zunächst auch noch ganz im Zeichen der Pandemie. Welche Pläne haben Sie für die kommenden Monate?

Kai Friedrich: Zunächst wird uns die Integration der Augsburger Aktienbank stark beschäftigen, deren Wertpapiersparte wir vor Kurzem übernommen haben. Hier ist es uns ein besonderes Anliegen, die neuen Kollegen gut bei uns einzubinden. Durch die Übernahme steigern wir unser verwahrtes Depotvolumen auf über 50 Milliarden Euro. Darüber hinaus werden wir am Markt das Thema Altersvorsorge weiter ausrollen. Hier sehen wir für die Unternehmen viel Potenzial, ihre Mitarbeiter zu binden. Das Gleiche gilt für das Thema Lebensarbeitszeitkonten. Darüber hinaus möchten wir unsere gemeinsamen Angebote zusammen mit der FNZ weiter ausbauen.

Wirtschaftsforum: Gibt es eine Vision für ebase®? Wo soll das Unternehmen in einigen Jahren am Markt stehen?

Kai Friedrich: Wir sind auf Wachstum eingestellt, zunächst in Deutschland, dann in Europa. Viel wichtiger aber ist, dass wir es uns auf die Fahnen geschrieben haben, unsere Kunden zu befähigen, ihren Kunden herausragende Lösungen anzubieten. Der Gründer von FNZ, ein Neuseeländer, sagte einmal: Wir müssen unseren Kunden die besten technischen Lösungen bieten, damit sie wiederum ihren Kunden die bestmögliche Unterstützung zu attraktiven Konditionen bieten können. Das ist unsere Mission und Vision zugleich. Wenn ein Kunde, und damit meine ich nicht nur Vermittler, sondern auch Versicherungen und Banken, über Sparpläne, Investmentfonds oder Wertpapiere nachdenkt, dann soll er uns in Zukunft im Relevant Set haben.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Finanzen

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Interview mit Alina Nauen, Geschäftsführerin der torq.partners Finance GmbH

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Sowohl Start-ups als auch mittelständische Unternehmen benötigen bei der Erschließung neuer Kapitalquellen, etwa durch Venture Capital-Investoren, oftmals Unterstützung bei der Professionalisierung ihrer Finance-Strukturen: An dieser Stelle kann torq.partners auf jahrelange…

Wenn Rechnungen sich selbst ­bezahlen

Interview mit Axel Rebien, CEO der Serrala Group GmbH

Wenn Rechnungen sich selbst ­bezahlen

Während CFOs noch vor wenigen Jahren mühsam Excel-Tabellen für Liquiditätsplanung füllten, übernehmen heute KI-Agenten die Arbeit. Sie arbeiten autonom, in Echtzeit und, anders als jeder Mensch, fehlerfrei. Das Hamburger Unternehmen…

Die Transformation möglich machen

Interview mit Achim Köhler, Vorstand und Doris Woll, Vorstandsvorsitzende der Saarländische Investitionskreditbank AG

Die Transformation möglich machen

Industrie im Wandel, Investitionsstau im Mittelstand, gleichzeitig hoher Druck auf den Wohnungsmarkt: Im Saarland treffen gleich mehrere Transformationslinien aufeinander. Die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) versteht sich dabei als Finanzierungs- und…

Spannendes aus der Region Landkreis München

Volt und Vision

Interview mit Paul Hartmann, Geschäftsführer der PRO-ELEKTROPLAN GmbH

Volt und Vision

Ob Flughafen München, BMW Welt oder Deutsches Museum – hinter den großen Bauprojekten Deutschlands stehen oft Planungsbüros, die kaum jemand kennt. Die Pro-Elektroplan GmbH ist eines davon: seit über fünf…

Engineering für besondere Aufgaben

Interview mit Dr. Wolfgang Heimberg, Geschäftsführer der HTI Automation GmbH

Engineering für besondere Aufgaben

Vom Physiker in der Automobilentwicklung zum Unternehmer in der Laborautomation: Dr. Wolfgang Heimberg hat mit der HTI Automation GmbH einen Spezialisten aufgebaut, der sich bewusst zwischen Standard und Individualität positioniert.…

incampus Ingolstadt: Neue Heimat für Technologien der Zukunft

Interview mit Dr.-Ing. Christof Messner, Geschäftsführer und Norbert Forster, Geschäftsführer der IN-Campus GmbH

incampus Ingolstadt: Neue Heimat für Technologien der Zukunft

Viel Raum für innovative Ideen bietet der hochmoderne incampus Ingolstadt. Das von der AUDI AG und der IFG Ingolstadt AöR, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Stadt Ingolstadt, getragene Projekt nutzt die…

Das könnte Sie auch interessieren

Gesunde Produkte, die Kinder lieben!

Interview mit Susanne Hipper, Geschäftsführerin der jufico GmbH

Gesunde Produkte, die Kinder lieben!

Zwei junge Väter, ein Problem: Wie bekommt man Obst und Gemüse eigentlich in kleine Kinder? Aus dieser Alltagsfrage entstanden 2005 die ersten Quetschbeutel in Deutschland. Die Marke dahinter heißt FruchtBar,…

Wenn Fortschritt Patienten erreicht

Interview mit Dr. Joern Woll, Geschäftsführer der Mundipharma GmbH

Wenn Fortschritt Patienten erreicht

Die Pharmaindustrie bewegt sich in einem Spannungsfeld aus medizinischem Fortschritt, regulatorischem Druck und steigenden Anforderungen an den Patientenzugang. Die Mundipharma GmbH hat darauf mit einer klaren Fokussierung ihres Portfolios reagiert:…

Fashion-Vertrieb mit Gespür für Märkte

Interview mit Vieri Da Fano, Geschäftsführer der Zucchero e Scimmie Srl

Fashion-Vertrieb mit Gespür für Märkte

Fashion ist ein Geschäft mit Emotionen, aber auch mit Präzision, Timing und internationaler Marktkenntnis. Die Zucchero e Scimmie Srl aus Bagno a Ripoli bei Florenz hat sich seit 2007 als…

TOP