Erfahrung auf die Straße gebracht

Interview mit Jörg Sass, Geschäftsführer Dr. Fink-Stauf GmbH & Co. KG

Dr. Fink-Stauf hat viele Asse im Ärmel: mehr als 100 Jahre Erfahrung, Zuverlässigkeit, Budgettreue, komplette Projektleistungen von der Planung über die Durchführung bis zur Abnahme, alles aus einer Hand. Das 1906 gegründete Unternehmen steht für Kontinuität und Qualität rund um den Tief- und Straßenbau. Seit der Gründung befindet sich die Dr. Fink-Stauf GmbH zu 100% in Familienbesitz. Heute sind circa 350 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig, welches im Umkreis von 100 bis 150 km rund um das nahe Bonn und Köln gelegene Much aktiv ist.

Sich selbst treu bleiben

„Auch wenn das Unternehmen auf eine lange Geschichte zurückblickt, hat sich an der Kernkompetenz wenig verändert“, sagt Geschäftsführer Jörg Sass, der seit etwa zwölf Jahren für Dr. Fink-Stauf im Einsatz ist.

„Als reines Tief- und Straßenbauunternehmen konzentrieren wir uns auf unterschiedlichste Arbeiten im Erdreich. Das kann der Bau von Autobahnen, Land- oder Bundesstraßen, der Kanal- oder der Deponiebau sein.”

Momentan arbeitet Dr. Fink-Stauf unter anderem an einem Autobahnabschnitt auf der A3 zwischen Siegburg und Köln. Dort werden von einem ARGE-Partner sieben neue Brücken gebaut. Das Unternehmen Dr. Fink-Stauf konzentriert sich dabei auf 150.000 m² Asphaltfläche, was einer Länge von 7 km entspricht. Laut Jörg Saas handelt es sich bei diesem Auftrag um ein Volumen von fast 70 Millionen EUR. „Wir realisieren jährlich im Schnitt 30 Projekte mit einem Auftragsvolumen zwischen 500.00 EUR und 30 Millionen EUR.“

Kompetenz für Kunden

Es sind vor allem die öffentliche Hand, also der Bund und das Land, sowie Kommunen, die mit Dr. Fink-Stauf zusammenarbeiten. Privatkunden wie Industriebetriebe oder gewerbliche Kunden machen lediglich um die 10% des Gesamtumsatzes aus. „Es gibt keine direkte Kundenakquise, da wir Aufträge grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen bekommen, bei welchen letztendlich der Preis entscheidet“, betont Jörg Sass.

Volle Auftragsbücher

Die Auftragsbücher der Mucher sind gefüllt. Corona hatte wenig Einfluss auf die Tätigkeit, die Arbeit auf den Straßen lief weiter. Die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen stellen muss, sind anderer Art: „Wir haben es mit Preissteigerungen für Materialien zu tun, die wir auch nicht unbedingt an unsere Kunden weitergeben können, da wir durch unsere Angebote an bestimmte Preise gebunden sind“, so Jörg Sass. „Die Auftragssituation ist auf jeden Fall sehr gut, da in den vergangenen Jahren zu wenig investiert wurde. Unser Problem, wie auch das der gesamten Branche, ist der Fachkräftemangel. Leider hat auch die Nachfrage an Ausbildungsplätzen stark nachgelassen. Wir versuchen dem aktiv entgegenzuwirken, indem wir auf Berufsmessen und in Schulen direkt auf die jungen Menschen zugehen, um deren Interesse an unseren Ausbildungsplätzen zu wecken. Hierbei gilt es Kontakte zu knüpfen und auch zu zeigen, welche Gehalts- beziehungsweise Aufstiegsmöglichkeiten bestehen. Einen großen Anreiz bietet ebenfalls die moderne Technik unserer Baumaschinen. Dennoch wird der Mangel an Personal angesichts der großen Nachfrage ein zentrales Problem der Zukunft werden. Wir stellen uns dem entgegen, indem wir versuchen, durch eine überdurchschnittliche Bezahlung sowie zusätzliche Fort- und Weiter-bildungsangebote als Arbeitgeber attraktiv und innovativ zu bleiben.“

Kontinuität und Wandel

Die Zukunft wird weitere Heraus-forderungen bereithalten. „Im Tief- und Straßenbau gab es in den vergangenen Jahren inhaltlich nur wenige grundlegende Veränderungen“, erklärt Jörg Sass. „Jedoch spielen auch hier Automatisierung und GPS-Steuerung eine immer größere Rolle. Ich bin davon überzeugt, dass wir künftig noch stärker mit neuen digitalen Methoden arbeiten werden.“

Auch in Sachen Nachhaltigkeit steht der Straßen- und Tiefbau vor großen Herausforderungen. Die Arbeiten sind energieintensiv, alternative Antriebe haben bei den Maschinen und Fahrzeugen noch keine Relevanz. „Es gibt inzwischen Versuche mit Elektrobaggern, allerdings haben Bagger einen extrem hohen Energiebedarf und alternative Lösungen sind momentan noch schwierig umzusetzen. Aber auch hier gehe ich davon aus, dass sich in Zukunft etwas bewegen wird. Wir sind auf jeden Fall offen für Veränderungen, wie sie die Digitalisierung mit sich bringt. Für uns ist es wichtig mit unseren Auftraggebern auf Augenhöhe zu bleiben und daran arbeiten wir kontinuierlich.“

Sichtbare Ergebnisse

Veränderungen stellt sich Dr. Fink-Stauf mit Kompetenz und Engagement. Gleichzeitig hält das Unternehmen an traditionellen Werten wie Zuverlässigkeit, Kostentreue und Pünktlichkeit fest, um so bewährte Qualitätsarbeit zu liefern und die Zufriedenheit der Kunden gewährleisten zu können. „Für mich persönlich ist der direkte Kontakt zu den Menschen Motivation und Befriedigung zugleich”, betont Jörg Sass. „Am Ende des Tages sieht jeder, was er geschafft hat.“

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