Betriebliche Altersversorgung neu gedacht

Interview mit Andreas Müller, Vorstandsvorsitzender der Deutscher Pensionsfonds AG

Wirtschaftsforum: Herr Müller, was ist die Kernkompetenz des Unternehmens?

Andreas Müller: Die Deutscher Pensionsfonds AG ist ein Joint Venture von Deutscher Bank AG und der Zurich Gruppe Deutschland. Wir können somit unseren Kunden Lösungen für die betriebliche Altersversorgung (bAV) anbieten, die das Kapitalanlage Know-how der DWS mit der Produktinnovationsstärke von Zurich vereinen. Dadurch sind wir in der Lage, ganzheitliche Konzepte für die betriebliche Altersversorgung unserer Kunden auf- und umzusetzen, und das nicht nur für den Pensionsfonds, sondern für alle von Zurich angebotenen Durchführungswege der bAV.

Wirtschaftsforum: Sind Ihre Leistungen vor allem für Großunternehmen geeignet?

Andreas Müller: Die Auslagerung von Pensionszusagen war in der Vergangenheit zumeist ein Thema größerer Unternehmen, die administrative Aufwände reduzieren, einen positiven Bilanzeffekt erzielen oder auch biometrische Risiken managen wollten. Wir stellen jedoch seit einiger Zeit fest, dass das Thema auch bei kleinen und mittleren Unternehmen immer relevanter wird. Ein Grund sind Nachfolgeplanungen oder Überlegungen zum Eigentümerwechsel. Hier kann die Auslagerung von Pensionsverpflichtungen auf einen Pensionsfonds hilfreich sein. Grundsätzlich beschäftigen sich Unternehmer aktuell verstärkt mit der betrieblichen Altersversorgung. Die Motivationsgründe hierfür sind vielfältig, unter anderem spielt die soziale Verantwortung eine wichtige Rolle. Daneben ist eine gute bAV auch ein starkes Instrument, um neue Talente für sich zu gewinnen und Mitarbeitende langfristig an das eigene Unternehmen zu binden.

Wirtschaftsforum: Wie wirken sich die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen auf Ihr Geschäft aus?

Andreas Müller: Die Entwicklung der Konjunktur und an den Kapitalmärkten sowie die Auswirkungen auf die Pensionspläne unserer Kunden beobachten wir kontinuierlich und besprechen frühzeitig mögliche Handlungsoptionen mit unseren Kunden. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten an, um die finanzielle Ausstattung der Bedeckungspläne sicherzustellen – neben verschiedenen Produktvarianten, aus denen unsere Kunden wählen können, kann dies auch eine angepasste Kapitalanlagestrategie sein.

Wirtschaftsforum: Warum entscheiden sich Unternehmen für Deutscher Pensionsfonds und nicht für andere Anbieter?

Andreas Müller: Als einer der größten Pensionsfonds in Deutschland haben wir langjährige Erfahrung – sowohl bei Produktlösungen als auch bei der Kapitalanlage – die unseren Kunden zugutekommt. Für die Adminis-tration haben wir mit der Lurse AG einen starken Partner gewonnen, der Vorreiter bei digitalen Admin-Lösungen ist. Wichtiges Asset ist aber weiterhin der persönliche Kontakt zu unseren Vertriebspartnern und Kunden, denn in diesem langfristig orientierten Geschäft ist Vertrauen die Basis für stabile Geschäftsbeziehungen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für die Weiterentwicklung des Unternehmens?

Andreas Müller: Das Thema Nachhaltigkeit spielt nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden eine immer wichtigere Rolle. Insbesondere bei der Kapi-talanlage sind ESG-Kriterien (Environmental, Social and Governance) ein wichtiges Instrument, um Investments zu steuern. So hat sich Zurich das Ziel gesetzt, bis 2050 ein vollständig klimaneutrales Investmentportfolio zu schaffen. Um dieses Ziel zu unterstreichen, sind wir bereits im September 2019 der ‘UN Net-Zero Asset Owner Alliance’ als Gründungsmitglied beigetreten. Damit zählen sowohl die Zurich Gruppe Deutschland als auch die DWS als Vorreiter in diesem Segment und bringen diese Erfahrungen in die Deutscher Pensionsfonds AG ein. Wir wollen unsere Kunden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleiten und gemeinsam mit ihnen erarbeiten, wie dies bei der Kapitalanlage berücksichtigt werden kann.

Wirtschaftsforum: Sind Sie personell gut aufgestellt oder suchen Sie Mitarbeiter?

Andreas Müller: Beide Punkte kann ich mit ja beantworten: Ich habe ein kompetentes und engagiertes Team, das einen tollen Job macht, und dieses möchte ich ausbauen. Ich bin zuversichtlich, dass wir hierfür die richtigen Leute finden. Wir haben ein gutes Betriebsklima, bieten eine moderne Arbeitswelt und unseren Mitarbeitenden hohe Flexibilität, was sich in unserem guten Ruf im Markt als Arbeitgeber widerspiegelt. Das sage ich nicht einfach so, sondern das bestätigen uns auch unsere Mitarbeitenden. Die Zurich Gruppe Deutschland wurde erst kürzlich zum Top 1 Arbeitgeber im Business Ranking von Focus und FactField gekürt.

Wirtschaftsforum: Herr Müller, Sie haben im Mai den Vorstandsvorsitz der DPAG übernommen. Was haben Sie sich für die nächsten Monate vorgenommen?

Andreas Müller: Ich habe gerade das Team neu aufgestellt, um uns noch besser auf die Zukunft auszurichten. Wir möchten langfristig wachsen, insbesondere im KMU-Bereich, abgestimmt auf die Strategie der Zurich Gruppe Deutschland. Für die nächsten Jahre sehen wir vielversprechende Perspektiven für uns, über dem Marktdurchschnitt wachsen zu können. In den kommenden Monaten werden wir die Grundlagen dafür schaffen, Wachstum zu ermöglichen. Dazu zählen unter anderem die weitere Automatisierung von Prozessen oder die Optimierung unseres Außenauftritts.

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