Motoren mit Zukunft

Interview mit Edwin van Plaggenhoef, Geschäftsführer der Cummins Deutschland GmbH

Die Anfänge des amerikanischen Unternehmens Cummins gehen zurück auf das Jahr 1919, als der Erfinder Clessie Cummins sich daranmachte, die Konstruktion bestehender Dieselmotoren zu verbessern. Heute ist Cummins weltweit präsent und an der New Yorker Börse gelistet.

„Wir von Cummins Deutschland vertreiben Motoren, Stromaggregate und eben Aftermarket-Produkte und sind einer der wichtigsten Player bei Dieselmotoren im Non-Automotive-Bereich“, unterstreicht Edwin van Plaggenhoef, der inzwischen seit 26 Jahren im Unternehmen ist und seit Juli 2022 in der Position des Geschäftsführers für Deutschland auch die zentrale Leitung für Nordeuropa innehat.

„Sicher bin ich dem Unternehmen schon so lange treu, weil Cummins für mich ein guter Arbeitgeber ist, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, sich zu entwickeln und sie in jeder Hinsicht fördert. Jeder wird hier gleichbehandelt und darf sich entfalten.

Möglichkeiten zu einem internen Wechsel werden voll unterstützt, und seit einiger Zeit existiert ein Programm für Diversität, Gleichbehandlung und Inklusion, um auch die Unternehmensphilosophie in diesem Bereich umfänglich umzusetzen.“

Planet 2050

Gute Mitarbeiterstrukturen sind eine Sache, doch auch Themen wie Nachhaltigkeit und die Zukunft der Dieselmotoren stehen ganz oben auf der Agenda des Unternehmens. „Unsere Nachhaltigkeitsstrategie Planet 2050 setzt sich für Umweltverbesserungen ein. Das beginnt schon bei den Niederlassungen, wenn es etwa darum geht, weniger Wasser zu verbrauchen, die Installation von Sonnenpanelen zu forcieren und das Thema Nachhaltigkeit möglichst zusammen mit unseren Kunden weiterzubringen“, so Edwin van Plaggenhoef.

Soziales Engagement gefragt

Cummins, das flache Hierarchien und eine sehr offene Kultur pflegt, möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben. „Wir bieten unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, einen Teil ihrer Arbeitskraft an die Community zurückzugeben. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bekommen im Jahr vier Stunden auf Kosten des Unternehmens, die sie für soziale Projekte einsetzen können. Bei uns am Standort sind das beispielsweise die Arche in Frankfurt, die Tafel in Groß-Gerau und Ähnliches“, sagt Edwin van Plaggenhoef.

Neue Technologien im Fokus

Gerade die großen Themen unserer Gesellschaft sind es, die ein Unternehmen ausmachen. Wenn dann wie bei Cummins noch qualitativ hochwertige Produkte hinzukommen, wird deutlich, was den langjährigen Erfolg eines Unternehmens ausmacht, das sich schon über 100 Jahre am Markt behauptet und seit 1956 in Europa aktiv ist.

„Es ist zum einen die Qualität unserer Motoren, aber vor allem auch die Tatsache, dass wir unsere Kunden selbst betreuen und wir ein Netzwerk an Händlern haben, um so den Aftermarket sicherstellen zu können. Das alles trägt zum Erfolg bei“, sagt Edwin van Plaggenhoef. „Ganz wichtig ist, dass wir uns nicht auf unserem Erfolg ausruhen, sondern neben Dieselmotoren und Stromaggregaten gerade die neue Marke Accelera gegründet haben. Hierunter werden neue Technologien wie Wasserstoff, Elektroantrieb und Elektrolyse vorangetrieben. Sicherlich kommt neuen Technologien eine wichtige Rolle in der Zukunft zu, aber wir gehen trotzdem davon aus, dass es Dieselmotoren noch einige Jahre geben wird. Dieselmotoren werden weiter eingesetzt. Daher arbeiten wir weiterhin am Euro-Sieben-Motor.“

Sicherlich schreitet die Transformation bei Pkw schneller voran als in anderen Branchen, doch in der Infrastruktur, wo ebenfalls Dieselmotoren eingesetzt werden, wird dieser Prozess längere Zeit dauern. „Daher werden wir an dieser Technologie festhalten, sind aber nichtsdestotrotz offen für neue Wege und gehen mit der Zeit“, unterstreicht Edwin van Plaggenhoef.

Partner für viele Branchen

Cummins Deutschland vertreibt Motoren, Stromaggregate und Aftermarket-Produkte für diverse Branchen wie etwa Baumaschinen, Landmaschinen, Marine und Schiene. „Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichen Branchen, das kann von der Deutschen Bahn bis zum Schiffs- und Lkw-Bauer gehen.. Unsere Vertriebsstruktur ist sehr divers, wir verkaufen an OEMs, aber auch an Händler, also indirekt, oder auch direkt an den Endkunden, der unsere Produkte dann selbst wartet und bei uns direkt die Ersatzteile bezieht“, so Edwin van Plaggenhoef, der froh ist, dass sich die Situation am Markt nach anstrengenden Phasen, bedingt durch Lieferprobleme, heute wieder verbessert hat. „Wir können allerdings sagen, dass der Aftermarket in den letzten Jahren keine Einbußen hatte und auch die Nachfrage nicht geringer war, allerdings haben auch bei uns die Preise angezogen.“ Derzeit hofft man, dass die gute Entwicklung weiter anhält. Cummins will auch in den nächsten Jahren die erste Adresse für seine Kunden bleiben.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

Vier Säulen, ein Fundament

Interview mit Boris Wehner, Geschäftsführer der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG

Vier Säulen, ein Fundament

Wenn auf Straßen Öl ausläuft, rücken Spezialmaschinen aus. Sie kommen nicht selten aus dem Hause Wehner Metalltechnik. Was als Kfz-Betrieb begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem vielseitigen Metallverarbeitungsunternehmen entwickelt,…

Wenn Kollaboration zum Wettbewerbsvorteil wird

Interview mit Christopher Neuwirth, Geschäftsführer der Meondi GmbH

Wenn Kollaboration zum Wettbewerbsvorteil wird

Der Mittelstand muss schneller innovieren und Digitalisierung konsequent nutzen. Die Meondi GmbH aus Stuttgart unterstützt vor allem Maschinenbauunternehmen dabei, Strategie zügig in messbare Umsetzung zu bringen – durch eine klare…

„Wir denken nicht im Quartal, sondern in Generationen“

Interview mit Thomas Fischer, Geschäftsführer der MBI Deutschland GmbH

„Wir denken nicht im Quartal, sondern in Generationen“

Wer Thomas Fischer zuhört, spürt schnell: Hier spricht keiner in Marketingfloskeln. Es geht um Technik, um robuste Lösungen – und um Vertrauen. Um Präsenz im richtigen Moment. Und darum, wie…

Spannendes aus der Region Kreis Groß-Gerau

„Neu heißt nicht gleich gut.“

Interview mit Dr. med. Sonja Sattler, Geschäftsführerin der Rosenparkklinik GmbH

„Neu heißt nicht gleich gut.“

Die Rosenparkklinik GmbH in Darmstadt ist eine Fachklinik für ästhetisch-operative Dermatologie und eine der ersten Adressen für minimalinvasive Gesichtsverjüngung, Fettabsaugung und Plastische Chirurgie in Deutschland. Geschäftsführerin Dr. med. Sonja Sattler…

Vertrauen schaffen im Hoch- und Tiefbau

Interview mit Felix Klingsbigl, Geschäftsführer der Klingsbigl GmbH

Vertrauen schaffen im Hoch- und Tiefbau

Während der Wohnungsbau aufgrund der aktuellen Marktentwicklungen weitgehend brachliegt, kann sich die Klingsbigl GmbH im Industrie- und Tiefbau dank bestehender Rahmenverträge und eines beständigen Investitionsbedarfs ihrer Auftraggeber weiterhin auf eine…

Schutz für Produkt und Mensch

Interview mit Dr. Michael Bungert, Leiter Produktmanagement und Jan Schultealbert, Geschäftsführer und Sebastian Heumüller, Vertriebsleiter der Jung Gummitechnik GmbH

Schutz für Produkt und Mensch

Von technischen Sonderbauteilen bis zu anspruchsvollen Handschuhsystemen für Pharma und Arbeitsschutz: Seit 1982 entwickelt und fertigt die Jung Gummitechnik GmbH in Einhausen hoch spezialisierte Lösungen aus Gummi und Elastomeren. Dabei…

Das könnte Sie auch interessieren

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Interview mit Ramon Werner, Verwaltungsratspräsident der de Sede AG

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Manche Möbel füllen einen Raum, andere prägen ihn. Genau für diesen Anspruch steht die de Sede AG aus Klingnau in der Schweiz. Das Unternehmen fertigt exklusive Ledermöbel, die weit über…

„Service ist kein Nebenprodukt – er ist das Geschäft“

Interview mit Carsten Müller, CEO der SERVICE 1 GmbH

„Service ist kein Nebenprodukt – er ist das Geschäft“

Produkte lassen sich vergleichen, Preise auch. Doch wenn etwas nicht funktioniert, zählt nur eines: der Service. Carsten Müller beschreibt, wie Unternehmen diesen Bereich strategisch nutzen können – und warum darin…

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

TOP