Beste dermatologische Versorgung, zugänglich für alle
Interview mit Joris Vugs, Country Manager Nederland der Corius Netherlands BV

Wirtschaftsforum: Herr Vugs, als Country Director Nederland verantworten Sie die Aktivitäten der Corius-Gruppe in den Niederlanden – worauf liegt dabei der Tätigkeitsschwerpunkt Ihres Konsortiums?
Joris Vugs: Corius entstand ursprünglich als Tochtergesellschaft der Schweizer Ufenau Capital Partners, mit der Vision, das führende Netzwerk dermatologischer Kliniken in Europa aufzubauen. Inzwischen ist uns das mit einer wohletablierten Präsenz in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden auch gelungen. Insgesamt betreiben wir 105 Kliniken, in denen circa 1.500 Menschen beschäftigt sind.
Wirtschaftsforum: Davon befinden sich 15 Kliniken mit etwa 350 Mitarbeitern in den Niederlanden.
Joris Vugs: Vor drei Jahren haben wir dort drei Klinikketten mit insgesamt 15 Standorten aufgekauft: die Ceulen Kliniek, die Zentren Dermatologisch Centrum sowie die Mohs Klinieken, die allesamt einen exzellenten Leumund im Land genießen. Der Schwerpunkt des medizinischen Leistungsspektrums liegt dabei in allen Häusern weit überwiegend auf der Dermatologie samt der dermatologischen Onkologie sowie auf verwandten Fachgebieten wie der Phlebologie und der Proktologie.
Wirtschaftsforum: Wie haben Sie dafür gesorgt, dass aus diesen Zukäufen mehr als die Summe der einzelnen Teile wurde?
Joris Vugs: Ursprünglich haben die einzelnen Häuser tatsächlich weitgehend isoliert voneinander gearbeitet – und auch in Zukunft sollen sie einen hohen Grad an Autonomie genießen; das ist Teil unserer Strategie. Gleichzeitig wollen wir aber in der Tat die wechselseitigen Synergien für uns nutzbar machen. Im Kern dieser Bemühungen steht unter anderem der Medizinische Rat, den wir derzeit implementieren und in dessen Zuge die einzelnen Fachspezialisten der jeweiligen Häuser etwa gemeinschaftliche Beschlüsse zu den Qualitätsnormen fassen, die dann für die gesamte Gruppe in den Niederlanden gelten sollen. Gleichzeitig können die einzelnen Kliniken nun wechselseitig von den Innovationen der jeweils anderen profitieren, wodurch wir systematisch unsere Effizienz steigern wollen. Dasselbe gilt für Querverbindungen zwischen den einzelnen Fachbereichen. So haben sich beispielsweise unsere Mohs Klinieken eine besondere Expertise bei der Behandlung von Hautkrebserkrankungen aufgebaut.
Wirtschaftsforum: Welche therapeutischen Innovationen stehen dabei gerade im Zentrum Ihrer Aufmerksamkeit?
Joris Vugs: Bisher mussten sich viele Patienten mit einem Verdacht auf eine bösartige Hauterkrankung einer Biopsie unterziehen. Ein solcher Eingriff ist nicht nur invasiv, sondern verursacht auch lange Wartezeiten bis zur Diagnose, da die entnommene Probe erst in das Labor geschickt und dort untersucht werden muss. Inzwischen setzen wir in unseren Kliniken hochmoderne Scanner ein, durch die eine deutlich schnellere zuverlässige Befundung des jeweiligen Hautbildes möglich wird – unter anderem auch mithilfe der KI, die wir mit den anonymisierten Daten der Patienten unserer 15 Kliniken trainieren konnten. Auch das unterstreicht die geballte Schlagkraft, auf die Corius an der Spitze der diagnostischen wie therapeutischen Innovation setzen kann.
Wirtschaftsforum: Worin liegen aus Ihrer Sicht die weiteren zentralen Erfolgsgrundlagen Ihres Unternehmens?
Joris Vugs: Als mittlerweile größtes Netzwerk dermatologischer Kliniken sehen wir uns in der Pflicht, fachlich wie organisational voranzugehen. Unser Ziel ist es dabei, allen Patienten in den Niederlanden die bestmögliche dermatologische Versorgung zu eröffnen – heute, aber auch in der Zukunft. Denn die Herausforderungen werden immens sein: Der Kostendruck nimmt zu, der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wird noch intensiver werden, und auch die alternde Bevölkerung wird uns vor neue Herausforderungen stellen. In der Corius-Gruppe können wir wichtige Funktionen bündeln – etwa die Qualitätssicherung sowie vielfältige Audits und Reportings, wobei wir uns an dieser Stelle auch modernste Automatisierungslösungen zunutze machen – damit die Mitarbeiter in unseren Kliniken voll und ganz unseren patientenzentrierten Ansatz mit Leben füllen können.
Wirtschaftsforum: Welche langfristige Vision verfolgt Corius vor diesem Hintergrund?
Joris Vugs: Wir sind erst seit drei Jahren in den Niederlanden aktiv und haben uns in dieser Zeit bereits eine schlagkräftige Präsenz im Land aufgebaut. Diesen Weg wollen wir fortsetzen und uns dabei konsequent weiterentwickeln – denn wir sehen noch viel Potenzial an erstklassigen dermatologischen Kliniken, die ebenfalls von unserem Netzwerk profitieren können. Durch dieses weitere Wachstum wollen wir noch bessere Best Practices erarbeiten und sie dann noch wirksamer in unserer Gruppe teilen: Schon heute richten wir etwa turnusmäßige Fachveranstaltungen in den einzelnen Ländern aus, um unser Wissen innerhalb des Netzwerks, aber auch mit externen Stakeholdern zu teilen. So möchten wir an der vollen Breite des politischen und gesellschaftlichen Diskurses über die Zukunft der medizinischen Versorgung Anteil haben – zum Wohle von Ärzten und Patienten.













