IT-Lösungen für „Next-Generation Project and Portfolio Management“

Interview mit Marvin Adami, COO der collaboration Factory AG

Wirtschaftsforum: Herr Adami, wofür steht Ihr Produkt cplace?

Marvin Adami: cplace ist ‘der’ Lösungsbaukasten für Next-Generation Project and Portfolio Management. Angewendet wird die Lösung zum Beispiel für strategische Projekte, Change Mandate oder das Management von Veränderungen allgemein. Jedes Projekt ist einzigartig. One size does not fit all. Entsprechend sind Standardlösungen hier keine Hilfe. Für den Einzelnen funktionieren sie, aber nicht mehr in einem Kollektiv. Einzellösungen sind nicht skalierbar, nicht revisionssicher – eben nicht Enterprise-ready.

Wirtschaftsforum: Next-Generation ist ein starker Anspruch. Was genau meinen Sie damit und welcher Ansatz steckt dahinter?

Marvin Adami: Als Dr. Rupert Stuffer 2014 unser Unternehmen gegründet hat, war es sein Anspruch, Projekt- und Portfolio-Management mit Software ganz neu zu denken. Deshalb also ‘Next-Generation’. Er wollte etwas ganz Neues machen. Unser Ansatz beruht auf einem individuellen Methodenmix, der agile Methoden wie Kanban oder Scrum mit klassischen Methoden verbindet. Die Welt dreht sich immer schneller und die Halbwertzeit von Lösungen wird immer kürzer. Unsere Software denkt in kurzen Zyklen und passt sich schnell an aktuelle Trends und Marktbedürfnisse an. Unsere Lösungen garantieren Flexibilität. Sie werden von IT- und Business-Experten gemeinsam gestaltet. Das unterscheidet uns maßgeblich von vielen Anbietern. Kollaboration und Kooperation werden bei uns grenzenlos gedacht.

Wirtschaftsforum: Das heißt, auf den Punkt gebracht, was sind die wichtigsten Vorteile von cplace?

Marvin Adami: Die Flexibilität unseres Ansatzes ist ein wichtiges Asset. Zudem ist unser System managebar, sodass individuelle Vorteile mit einer Standardlösung abgebildet werden können. Wir sind schnell, bieten zum Beispiel unseren cplace Design Sprint an. Dazu gehen wir fünf Tage mit Kunden und Experten in Klausur – das ist auch remote möglich – danach steht eine maßgeschneiderte fertige Softwarelösung. Unsere Lösungen sind außerdem zukunftsfähig – wir entwickeln sie kontinuierlich weiter. Auf den Punkt gebracht: cplace steht für Flexibilität, Geschwindigkeit und Anpassbarkeit.

Wirtschaftsforum: Was sind aktuell Innovationsthemen bei Ihnen im Haus?

Marvin Adami: Aktuell ist Artificial Intelligence ein wichtiger Treiber von neuen Entwicklungen. Durch Lösungen wie ChatGPT ist das Thema zusätzlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Neu an der Interessenlage ist, dass es jetzt um Effizienz geht. Das ist vor allem für Knowledge Worker wichtig. Ein weiteres wichtiges Innovationsfeld ist das Cross Company Planning. Zusammenarbeit in Projekten sollte nicht an den Werkstoren haltmachen, sondern unternehmensübergreifend gedacht werden. Dazu sind wir in verschiedenen Labs unterwegs oder im Austausch mit Kunden, die wir zu uns ins Unternehmen einladen. Mit der Automotive Cloud zum Beispiel haben wir reale Use-Cases, für die wir OEMs und Zulieferer zusammenbringen. Im Rahmen unseres Collaboration-Ansatzes war Shared Source für ausgewählte Kunden und Partner schon immer ein Thema für uns. Das bedeutet, dass wir unsere Plattform öffnen und in einem gemanagten System gemeinsam mit Kunden und Partnern an unserer Software arbeiten.

Wirtschaftsforum: An welche Branchen richten Sie sich mit cplace?

Marvin Adami: Im Pharmabereich liegt der Fokus auf Portfoliomanagement, hingegend ist es im Automotivebereich eher das Projektmanagement. In der letzten Zeit haben wir verstärkt Anfragen aus dem Foodbereich und dem Einzelhandel verzeichnen können. Interessant werden langfristig sicher auch der Maschinen- und Anlagenbau. Auch im Bereich Legal Tec sehen wir Potenzial.

Wirtschaftsforum: In welchen Ländern vermarkten Sie Ihre Lösung?

Marvin Adami: Zurzeit haben wir den Fokus auf der DACH-Region. Aber unsere Kunden sind international aufgestellt. Selbstverständlich gehen wir mit in ihre Zielländer. Unser nächster großer Schritt wird in die USA gehen. Dafür werden wir zusätzliches Wachstumskapital einwerben.

Wirtschaftsforum: Was steht in den letzten Monaten dieses Jahres auf Ihrer Agenda?

Marvin Adami: Wir haben wie jedes Jahr Anfang Oktober ein großes Event mit über 1.000 Teilnehmer veranstaltet. Dazu gehören sowohl unsere Kunden als auch potenzielle Neukunden und Interessenten. In diesem Jahr konnte der cplace Day wieder zum ersten Mal in voller Größe nach Corona stattfinden. Wir hatten spannende Go-Lives dabei und haben Pro­duktneuentwicklungen aus den Bereichen Collaboration und Con­nectivity gezeigt. 

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie cplace langfristig am Markt?

Marvin Adami: Wir möchten in unserem Bereich führend am Markt sein. Unser Name soll für einen innovativen Anbieter stehen, der echte Mehrwerte stiftet.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Großbau auf sicherer Basis

Interview mit Thomas Meyer, Gründer und Geschäftsführer der Meyer Erdbau GmbH

Großbau auf sicherer Basis

Bevor Bauwerke entstehen, müssen komplexe Aufgaben im Untergrund gelöst werden – präzise, terminsicher und in großen Dimensionen. Genau hier liegt die Stärke der Meyer Erdbau GmbH mit Sitz in Schönwalde-Glien…

Klarer Anspruch: „Unsere Kunden sollen erfolgreich sein!“

Interview mit Harold Vrieling, Executive Vice President Development der Infor (Barneveld) B.V.

Klarer Anspruch: „Unsere Kunden sollen erfolgreich sein!“

Der Einsatz von Software zur Steuerung und Kontrolle betrieblicher Prozesse ist heute Standard. ERP-Programme, die nicht die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz nutzen, kommen jedoch schnell an ihre Grenzen. Die cloudbasierten Lösungen…

Sicherheit neu gedacht: Infraschall-Messung als Frühwarnsystem

Interview mit Vanessa Hepting und Jonatan Freude, Geschäftsführer der Suritec Systems GmbH

Sicherheit neu gedacht: Infraschall-Messung als Frühwarnsystem

Sicherheitsanforderungen verändern sich rasant. Statt auf klassische Sensoranlagen setzt die Suritec Systems GmbH auf ein Frühwarnsystem, das gewaltsame Einbruchversuche mit Infraschall-Detektion erkennt – und damit Sicherheit besonders einfach macht. Wie…

Spannendes aus der Region München

Löcher stopfen und Daten managen

Interview mit Dr.-Ing. Karsten Gruber, Geschäftsführer und Joachim Ernst, Geschäftsführer der OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG

Löcher stopfen und Daten managen

Seit über sechs Jahrzehnten prägt die Münchener OBERMEYER Gruppe die Ingenieur- und Planungskultur in Deutschland. 2020 wurde die OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG als eigenständige Gesellschaft gegründet, um sich…

KI trifft Ingenieurskunst – Transparenz für komplexe Softwarewelten

Interview mit Dipl.-Ing. Stephan Mauk, Vorstand der Concentrio AG

KI trifft Ingenieurskunst – Transparenz für komplexe Softwarewelten

Ob im Auto, im Flugzeug oder im Kraftwerk – Software entscheidet heute über Sicherheit, Effizienz und Leistung. Doch kaum jemand weiß, was im Hintergrund wirklich passiert. Genau hier setzt die…

Jenseits der Blackbox: eine offene Plattform für digitale Aufklärung

Interview mit Lukas von Grebmer, Vice President Marketing and Growth der Maltego Technologies GmbH

Jenseits der Blackbox: eine offene Plattform für digitale Aufklärung

In einer Welt, in der digitale und physische Sicherheitsrisiken immer stärker miteinander verflochten sind, positioniert sich die Maltego Technologies GmbH mit Sitz in München als europäische Alternative zu US-geprägten Plattformen…

Das könnte Sie auch interessieren

Digital denken, menschlich handeln

Interview mit Jaap Merkus, CEO der NetRom Software B.V.

Digital denken, menschlich handeln

Softwareentwicklung ist längst zum Rückgrat moderner Wirtschaft geworden – und doch braucht es für echte Qualität mehr als nur Code. Es braucht Menschen, die verstehen, zuhören und mitdenken. Einer, der…

Klarer Anspruch: „Unsere Kunden sollen erfolgreich sein!“

Interview mit Harold Vrieling, Executive Vice President Development der Infor (Barneveld) B.V.

Klarer Anspruch: „Unsere Kunden sollen erfolgreich sein!“

Der Einsatz von Software zur Steuerung und Kontrolle betrieblicher Prozesse ist heute Standard. ERP-Programme, die nicht die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz nutzen, kommen jedoch schnell an ihre Grenzen. Die cloudbasierten Lösungen…

„Wir wollen es dem Entwickler so  einfach wie möglich machen!“

Interview mit Roland Appel, Manager Technical Marketing und Tim Möbus, Key Account Manager der Embarcadero Germany GmbH

„Wir wollen es dem Entwickler so einfach wie möglich machen!“

Auch Softwareentwickler benötigen eine Software, auf deren Basis sie die Anwendungen ihrer Wahl programmieren können: Genau diese Werkzeuge stellt ihnen Embarcadero bereit, damit sie ausgehend von einer einzigen Codebase eine…

TOP