Sicherheit – next level

Interview mit Andreas Ciborius und Thilo Leuthner, Geschäftsführer CIBORIUS Security & Service Solutions GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ciborius, Sie sind Gründer des gleichnamigen Unternehmens, das sich mit anspruchsvollen Services rund um die Sicherheitsbranche in ganz Deutschland einen Namen für Qualität und Innovation gemacht hat. Wie kam es dazu?

Andreas Ciborius: Ich habe das Unternehmen 2006 gegründet; seitdem hat es sich stetig weiterentwickelt. Wir haben im Laufe der Zeit neue Gesellschaften gegründet, die nicht im personellen Sicherheitsbereich aktiv sind, sondern auch im technischen Bereich, in der Aus- und Weiterbildung; wir haben eine eigene Akademie und damit Mitarbeiter, die wir selbst ausgebildet haben, und eigene Lösungen entwickelt, diese montiert und vollumfänglich installiert und konfiguriert.

Damit können wir Kunden als Komplettanbieter Wartung, Support und Lösungen aus einer Hand anbieten.

Thilo Leuthner: Eine besondere Dynamik brachte die Flüchtlingskrise 2015 in das Unternehmen. Damals stieg der Bedarf an Sicherheitspersonal für unterschiedliche Einrichtungen enorm. Die Anfragen kamen von einzelnen Regierungspräsidien in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg und es ging dabei nicht nur um die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, sondern auch darum, Alltagsprogramme zu integrieren. Für Sprachkurse oder Kinderbetreuungen wurde zum Beispiel pädagogisches Personal benötigt. Wir haben darauf aufgebaut und nach links und rechts geschaut, um in der freien Marktwirtschaft Unternehmen zu finden, mit denen wir zusammenarbeiten konnten.

Andreas Ciborius: Vor 2015 hatten wir Aufträge in kleinerem Stil; Objektschutz, Banken, Messen. Nach 2015 haben wir investiert, Personal aufgebaut und sind stetig gewachsen – immer mit dem Ziel, qualitativ hochwertige, moderne Lösungen für Kunden anbieten zu können und zukunftsorientierte Produkte und Prozesse einzusetzen.

Wirtschaftsforum: Die anspruchsvollen Leistungen nehmen heute auch Botschaften, Ministerien und Global Player der Automobilindustrie in Anspruch. Gibt es etwas, das CIBORIUS anders macht als andere?

Andreas Ciborius: Uns ist wichtig, immer für den Kunden da zu sein. In der Führungsriege stehen wir bei Fragen und Problemen immer parat; damit setzen wir uns vom Markt ab. Durch die eigens entwickelte Applikationslösung mit vielen unterschiedlichen Funktionen, wie Echtzeiterfassung, Digitales Wachbuch, Mitarbeiterschulung/-einweisung, Reklamation usw. bilden wir viele wichtige Prozesse ab. Dadurch können wir Software unterstützt sofort auf Probleme oder Prozessstörungen reagieren.

Wirtschaftsforum: Wie sieht das Portfolio genau aus?

Thilo Leuthner: Ziel war immer, Qualität zu bieten, aber auch, Kunden mit einem breiten Leistungsspektrum zu unterstützen. Wir machen von Sicherheitsdiensten über Veranstaltungen, Werkschutz, Personenschutz, Beratungen und Ausbildungen heute alles außer bewaffnete Geldtransporte. Geplant sind zudem Services an Flughäfen.

Wirtschaftsforum: Ein Thema, das die meisten Unternehmen umtreibt, ist der Fachkräftemangel. Wie geht CIBORIUS damit um?

Andreas Ciborius: In Deutschland gibt es in unserer Branche 12.000 unbesetzte Stellen. Wir wissen aus Erfahrung, wie schwierig es ist, Mitarbeiter zu finden, die unseren Qualitätsansprüchen genügen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich mit ihm verbunden fühlen. Von 50 Auszubildenden bleiben am Ende vielleicht 15 bis 20 über, der Rest bricht ab. Deshalb haben wir unsere eigene Akademie ins Leben gerufen, haben intern Prozesse entwickelt, um schon eine Vorauswahl zu treffen. Zudem arbeiten wir stetig an unserem bereits integrierten Mitarbeiterbindungsprozess.

Wirtschaftsforum: Gewinnt vor diesem Hintergrund die Digitalisierung an Bedeutung?

Andreas Ciborius: Ja. Wir arbeiten mit einer eigenen App, in der alles vernetzt ist, oder mit Überwachungsrobotern. Mit ihnen kann man viel mehr absichern als nur ein Objekt. Ein Roboter wird nie krank, hat nie Urlaub. Wir haben bereits 2018 mit einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung und IT-Spezialisten an diesem Thema gearbeitet, weil wir hier die Zukunft sehen. Ein Roboter kann zwar umgetreten werden, aber er wird in Echtzeit von Kameras aufgenommen und eine zentrale Stelle kontaktiert direkt die Polizei. Ein Roboter kann mithilfe einer Wärmebildkamera versteckte Personen eher auffinden als ein Mensch. Insgesamt wird das Zusammenspiel von Mensch und Technik in Zukunft immer wichtiger werden. Wir bieten schon jetzt digitale Lösungen, um Zeit zu sparen und schnell zu reagieren. Das macht in der Form kein anderer Mitbewerber. 2021 wurde mit der Security Robotics ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, das uns weiterhin als Partner auf diesem Weg begleitet. Der Einsatz von Robotics und KI ist ein Riesenmarkt.

Wirtschaftsforum: Wie soll es in Zukunft für CIBORIUS weitergehen?

Andreas Ciborius: Wir wollen unsere Sparten weiterentwickeln, unsere Präsenz in Deutschland festigen und den Schritt in das europäische Ausland wagen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Die Kunst der perfekten Zustellung

Interview mit Kris Van Humbeeck, CEO der DHL Express (Austria) GmbH

Die Kunst der perfekten Zustellung

Wenn Waren innerhalb weniger Stunden rund um den Globus transportiert werden müssen, zählt vor allem eines: Verlässlichkeit. Genau darauf hat sich die DHL Express (Austria) GmbH spezialisiert. Das Unternehmen, das…

Mit starken Partnern  Zukunftsprojekte entwickeln

Interview mit Bernd Gemmel, Geschäftsführer der WDM Deutenberg GmbH

Mit starken Partnern Zukunftsprojekte entwickeln

Die Stärke und Vielseitigkeit von Drähten ist bereits seit Jahrhunderten bekannt – und trotzdem werden in den einzelnen Produktspektren weiterhin wichtige Innovationen umgesetzt: etwa bei der Stärkung nachhaltiger Fertigungsverfahren in…

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Interview mit Dr. Michael Kickuth, Geschäftsführer DACH der Recordati Rare Diseases Germany GmbH

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Seltene Erkrankungen gelten als Nischen – medizinisch komplex, wirtschaftlich herausfordernd, politisch unterbelichtet. Doch gerade hier entscheidet Tempo über Lebensqualität. Die Recordati Rare Diseases Germany GmbH positioniert sich bewusst jenseits klassischer…

Spannendes aus der Region Berlin

Zufriedene Kunden als Maßstab aller Dinge

Interview mit Michael Wilding, Geschäftsführer der Eolane SysCom GmbH

Zufriedene Kunden als Maßstab aller Dinge

Fehlende elektronische Bauteile haben in der Coronakrise zu ernsthaften Problemen in der Elektronikbranche geführt. Betroffen war zum Beispiel die Chipindustrie – und damit auch die Eolane SysCom GmbH aus Berlin.…

Erfolgreich aus dem Quark gekommen

Interview mit Andrej Volynec, Geschäftsführer der Quarki fresh food GmbH

Erfolgreich aus dem Quark gekommen

Milch – Kulturgut und hochwertiges Lebensmittel, das eine Vielzahl an Nährstoffen enthält. Milch liefert wertvolles Eiweiß, Calcium, Jod, Vitamin B2 und B12. Für viele Menschen ist der tägliche Verzehr von…

„Ein starkes Markenerlebnis wird immer wichtiger!“

Interview mit Andre Pauleck, Geschäftsführer der hartmannvonsiebenthal GmbH

„Ein starkes Markenerlebnis wird immer wichtiger!“

Die Agentur hartmannvonsiebenthal hat sich voll und ganz der Markenarchitektur verschrieben. In diesem Kontext engagiert sie sich bei der Ausgestaltung, Herstellung und dem Management von Messeständen sowie von Points of…

Das könnte Sie auch interessieren

Gebäudereinigung im Wandel

Interview mit Thomas Zenz, Geschäftsführer und Benjamin Oepke, Geschäftsführer der Stuttgarter Gebäudereinigung Venter GmbH & Co.KG

Gebäudereinigung im Wandel

Thomas Zenz und Benjamin Oepke treten im Sommer 2026 die Nachfolge in der Geschäftsführung der Stuttgarter Gebäudereinigung Venter GmbH & Co. KG an – in einer Zeit, in der auch…

Smart verkaufen im internationalen Onlinehandel

Interview mit Anton Hermann, CMO & Gründer der SPACEGOATS GmbH

Smart verkaufen im internationalen Onlinehandel

Mit Bambuszahnbürsten begann für Anton Hermann eine unternehmerische Reise, die zur Gründung der SPACEGOATS GmbH in Filderstadt führte. Was als Produkttest auf Amazon begann, entwickelte sich schnell zu der Erkenntnis:…

Wo Qualität sich im Ernstfall zeigt

Interview mit Hendrik Arlt, Geschäftsführer der ARLT Wach-, Schließ- und Schutzdienst GmbH

Wo Qualität sich im Ernstfall zeigt

In der Sicherheitsbranche zeigt sich Qualität oft erst dann, wenn es darauf ankommt. Solange nichts passiert, bleibt gute Arbeit meist unsichtbar; im Ernstfall jedoch zählen Verlässlichkeit, eingespielte Abläufe und ein…

TOP