Holz: Eine Familiensache

Interview mit Christoph Zumsteg, Geschäftsführer der Carl Götz GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Zumsteg, die Carl Götz GmbH ist tatsächlich ein Familienunternehmen im besten Sinne: nicht nur im Besitz Ihrer Familie, sondern auch von Familienmitgliedern geführt. Sie teilen sich die Geschäftsführung mit Max und Philipp Zumsteg, den Brüdern Ihres Vaters Carlos Zumsteg. Welche Aufgaben nimmt jeder von Ihnen im Unternehmen wahr?

Christoph Zumsteg: Das Unternehmen wurde 1947 von Hans Zumsteg gegründet und ging nach dessen Tod 1989 an Carlos Zumsteg über, der es maßgeblich ausbaute. Seit 2000 beziehungsweise 2004 kamen Philipp und Max Zumsteg in die Geschäftsleitung. Nach dem Ausscheiden meines Vaters aus dem operativen Geschäft 2012 wurde ich ebenfalls Geschäftsführer. Seitdem führen wir das Unternehmen zu dritt, wobei Philipp Zumsteg für die Bereiche IT, Finanzen, Personal und Logistik verantwortlich ist, während Max Zumsteg sich um Vertrieb und eCommerce kümmert. Mein Ressort sind die Themen Marketing und Einkauf. Es ist mir an dieser Stelle aber wichtig zu sagen, dass der Erfolg der Götz-Firmengruppe als Dienstleister wesentlich von unseren 650 Mitarbeitern abhängt. Sie alle gehören zu unserer Familie und tragen entscheidend dazu bei, dass wir dort sind, wo wir sind.

Wirtschaftsforum: 74 Jahre sind eine lange Zeit. Wie verlief die Geschichte der Carl Götz GmbH von den Anfängen bis heute?

Christoph Zumsteg: Dem Thema Holz sind wir immer treu geblieben: Carl Götz wurde als Holzgroßhandel ins Leben gerufen. 1954 beziehungsweise 1956 wurden die ersten Filialen in Bamberg und München gegründet, ein entscheidender Meilenstein. Von da an wuchs das Unternehmen auch durch Akquisition. Heute haben wir 14 Standorte mit Schwerpunkt in Süd- und Mitteldeutschland und sind mit einem jährlichen Umsatz von etwa 200 Millionen EUR eines der führenden Holzhandelsunternehmen in Deutschland.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte umfasst Ihr Sortiment und welches sind Ihre Märkte?

Christoph Zumsteg: Die Götz-Firmengruppe sieht sich als lagerhaltender Vollsortimenter für das holzverarbeitende Handwerk. Der Schwerpunkt liegt auf Innenausbau und Holzbau; das Sortiment erstreckt sich von Rohprodukten wie Massiv- und Bauholz über Holzwerkstoffe und Sperrholz bis hin zu Halbfertig- und Fertigprodukten wie Türen, Böden und Terrassen. Mit dem Handwerk machen wir 60% unseres Umsatzes, aber wir haben eben auch eine lange Historie im Import, weswegen wir uns auch als Partner für die holzverarbeitende Industrie und den Handel verstehen. 20% unseres Umsatzes machen wir mit der holzverarbeitenden Industrie und 20% mit dem Handel, was in erster Linie auf unserer Importkompetenz basiert. Ausgerichtet sind wir dabei auf den B2B-Bereich in der DACH-Region.

Wirtschaftsforum: Vor diesem Hintergrund ist sicher auch die Frage hinsichtlich Marketing und Kommunikation interessant. Auf welche Kanäle setzen Sie?

Christoph Zumsteg: Bei uns spielt das auch in das Thema digitale Transformation hinein; wir bauen unsere digitale Kompetenz weiter aus und sind im Zuge dessen auch stolz darauf, dass wir Anfang dieses Jahres die 2. Generation unseres B2B-Webshops launchen konnten. Das Onlinegeschäft weiter auszubauen ist für uns wichtig, aber als Ergänzung der traditionellen Kundenbetreuung über Außen- und Innendienst, denn der persönliche Kontakt zum Kunden, auch vor Ort, spielt bei uns eine große Rolle – auch in Zukunft. Demnächst wird es auf der B2B-Ebene auch einen Online-Möbelkonfigurator und -Terrassenkonfigurator geben. Das soll unseren Kunden schlanke Bestellprozesse ermöglichen sowie als Kalkulationsgrundlage dienen, aber auch als Möglichkeit, ihre eigenen Kunden zu beraten.

Wirtschaftsforum: Zum Schluss eine persönliche Frage: Was motiviert Sie selbst an Ihrem Beruf?

Christoph Zumsteg: Das sind an sich zwei Dinge: Zum einen arbeitet man mit Menschen zusammen – mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Dieses Vernetzen und Vernetztsein ist hoch spannend. Andererseits haben wir es bei Holz mit einem hervorragenden und vor allem nachhaltigen, da nachwachsenden Baustoff mit hervorragenden Eigenschaften zu tun: Er bindet CO2 dauerhaft und lässt sich hervorragend recyceln. Bauen mit Holz ist deshalb nicht nur ein positiver Beitrag zum Wohnklima, sondern praktizierter Klimaschutz. Für uns ist Holz insofern nicht nur Broterwerb, sondern eine Herzensangelegenheit.

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