Auf der sicheren Seite

Interview mit Christopher Karl, Geschäftsführer der B.I.N.S.S. Datennetze und Gefahrenmeldesysteme GmbH

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Wirtschaftsforum: Herr Karl, Sicherheit wird bei B.I.N.S.S. buchstäblich großgeschrieben: Netzwerktechnik, Daten- und Kommunikationssicherheit, Brandmeldetechnik, Einbruchmeldetechnik, Zutrittskontrollanlagen, Videotechnik – Sie bieten das vollständige Portfolio in den Bereichen Sicherheits- und Datentechnik an. Welches sind dabei Ihre Schwerpunkte?

Christopher Karl: Unsere Schwerpunkte liegen auf Brandmeldetechnik, Einbruchmeldetechnik und Videotechnik, also Technologien, die mehr oder weniger in jedem öffentlichen Gebäude vorhanden sind. Vom Umsatz her ist die Brandmeldetechnik der stärkste Bereich, weil kein Gebäude ohne Brandschutz auskommt. Wir sind Facherrichter; das heißt, wir stellen die Anlagen nicht selbst her, aber wir bauen sie bei unseren Kunden ein. Das Alter des Gebäudes spielt dabei keine Rolle, wir rüsten sowohl Neu- als auch Altbauten mit unseren Anlagen aus. Zu unseren aktuellsten Referenzen gehören etwa das Humboldt Forum im Berliner Schloss und die Staatsbibliothek in Berlin. Außerdem haben wir natürlich auch Bestandskunden, bei denen wir Anlagen tauschen oder erneuern. Nach Abschluss der Baumaßnahmen sind wir weiterhin als Servicepartner für den Kunden da und kümmern uns um die Wartung und Instandhaltung der jeweiligen Anlagen.

Wirtschaftsforum: Insofern arbeiten Sie eher für öffentliche Einrichtungen und weniger für private Kunden oder die Industrie?

Christopher Karl: Das stimmt. Noch. Denn bislang sind wir zwar weniger in der Industrie vertreten, sondern eher im öffentlichen Bau. Allerdings wollen wir auch neue Kunden von uns überzeugen und uns insgesamt auch neue Märkte erschließen. Für das Unternehmen ist eine breite Aufstellung wichtig, gerade auch in Krisenzeiten. Im industriellen Bereich sehen wir für uns auf jeden Fall Potenzial und präsentieren uns dort auch aktiv, weil wir in diesem Bereich erst einmal bekannt werden müssen. Erste Gespräche gibt es bereits.

Wirtschaftsforum: Weshalb entscheiden sich Ihre Kunden für B.I.N.S.S.?

Christopher Karl: Die meisten unserer Kunden empfinden es als sehr angenehm, nur einen Ansprechpartner zu haben, mit dem das gesamte Vorhaben koordiniert wird. Das ist einfacher, als für jedes einzelne Gewerk mit verschiedenen Unternehmen sprechen zu müssen, die sich im schlimmsten Fall auch noch gegenseitig im Wege stehen. Wir führen ein Projekt gemeinsam mit dem Kunden von A bis Z durch. Wir sind zwar kein Planungsbüro – für die Planung arbeiten wir mit Partnern zusammen –, aber wir leisten eine umfassende Beratung und übernehmen auch die Konzepterstellung. Hinzu kommt unsere Größe: Für uns arbeiten 165 Mitarbeiter. Eine so große Firma an einem Standort ist in unserer Branche selten. Das ermöglicht uns, ein Rundum-sorglos-Paket mit allen Gewerken aus einer Hand anzubieten zu können.

Wirtschaftsforum: Wie Sie eben sagten, braucht es genügend Mitarbeiter, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Der Fachkräftemangel ist allerorten ein Problem. Wie sieht es damit bei B.I.N.S.S. aus?

Christopher Karl: Die B.I.N.S.S. bildet seit 25 Jahren selbst aus und ist für ihre Ausbildungsarbeit mehrfach ausgezeichnet worden. Sehr viele unserer Azubis haben hier im Unternehmen Karriere gemacht; wir haben Mitarbeiter, die schon seit 25 Jahren, also fast von Anfang an, im Unternehmen sind. Das ist ein Erfolg, den es durch permanente Nachwuchssicherung aufrechtzuerhalten gilt. Wir investieren dauerhaft in Bildung und Fortbildung, nicht nur technischer, sondern auch sozialer Natur, und das kommunizieren wir auch. Unsere Mitarbeiter und der enge Zusammenhalt im Unternehmen sind die Gründe für unseren Erfolg.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für B.I.N.S.S.? In welchen Bereichen arbeiten Sie daran?

Christopher Karl: In allen! 2021 habe ich mich entschieden, die Firma nach EMAS zertifizieren zu lassen. Zum einen fragen unsere Kunden das immer stärker nach, zum anderen müssen wir uns als Unternehmen der Verantwortung zur Nachhaltigkeit bewusst sein und das auch in die Tat umsetzen: In den letzten Wochen haben wir auf unserem Firmengelände den Parkplatz erweitert und bauen derzeit massiv die Ladeinfrastruktur aus, um jeden der 42 Parkplätze mit einer Wallbox versorgen zu können. Im ersten Schritt werden wir 22 Ladestationen in Betrieb nehmen und dann sukzessive erweitern. 2023 werden wir uns der Solartechnik widmen, weil wir aus unserem Kabelnetz nur begrenzt Energie beziehen können. Im Rahmen der Zertifizierung müssen wir alles rund ums Thema Nachhaltigkeit prüfen, also den Energieverbrauch durch Strom und Heizung wie auch die Emissionswerte. Zusätzlich sind wir dabei, unseren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Die wegfallende Förderung macht unser Vorhaben nicht leichter, aber wir halten dennoch an unseren nachhaltigen Zielen fest.

Bewerten Sie diesen Artikel
TOP