Experten für Betonstahl

Interview

„Aktuell sind wir von der wirtschaftlichen Gesamtsituation noch nicht betroffen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Dipl.-Ing. Hans Joachim Spönemann.

„Zurzeit sind wir mit der Durchführung von Projekten und Aufträgen beschäftigt, die noch vor der Krise abgeschlossen wurden. Wir hoffen, dass ab Mitte des Jahres dann die Konjunkturprogramme der Regierung greifen.“

Auftragsbezogene Fertigung

Bewehrungstechnik Kritzkow fertigt auftragsbezogen Betonstahlprodukte. Das Produktsortiment lässt keine Wünsche offen. Entsprechend verfügen die Bewehrungstechnikex - perten über einen umfangreichen Maschinenpark und eine große Bevorratung von Stangenmaterial und Coils, aus denen die Teile gefertigt werden.

Das Stangenmaterial ist mit Durchmessern von 8 bis 28 mm und Standardlängen ab 7 m erhältlich, in Einzelfällen bis zu 18 m. Die Coils werden nur bis zu einem Durchmesser von 16 mm verwendet. Alle Produkte entsprechen der deutschen Industrienorm 488. Die produzierten Mengen und Losgrößen sind, entsprechend der jeweiligen Bauvorhaben, sehr unterschiedlich. Darüber hinaus agiert man als Stützpunkthändler für ERICO LENTON Bewehrungsanschlüsse. Aufgrund der mittelständischen Unternehmensstruktur ist man in der Lage, kurzfristig zu reagieren und zeitnah zu liefern. In der Regel beträgt die Lieferzeit zwischen fünf und sechs Tage.

„Natürlich sind auch Schnellschüsse möglich“, so Hans Joachim Spönemann. Der Norden Deutschlands ist der wichtigste Markt für Bewehrungstechnik Kritzkow. Der skandinavische Raum stellte zumindest vor der Krise einen attraktiven Auslandsmarkt für das Unternehmen dar. „In Schweden gab es eine große Nachfrage nach Betonstahl“, so der Geschäftsführer.

„Zudem sind die Marktpreise dort besser als in Deutschland. Ich sehe in Skandinavien auf jeden Fall weiteres Potenzial für uns.“ Zum Kundenkreis von Bewehrungstechnik Kritzkow zählen fast ausschließlich Bauunternehmen. Das Unternehmen bedient sowohl mittelständische Unternehmen, als auch Konzerne.

„Skandinavien kann ein
wichtiger Zukunftsmarkt
für uns werden.“ Hans Joachim Spönemann geschäftsführender Gesellschafter

Eine bewegte Geschichte

Seine Ursprünge hat das Unternehmen in der Berliner Ravené Possehl-Stahl AG, die 1995 eine neue Niederlassung für den lagerhaltenden Stahlhandel mit integriertem Betonstahlbiegebetrieb eröffnete. Im Rahmen einer Umorganisation innerhalb der Possehl-Gruppe wurde die Niederlassung in Kritzkow Ende der 90er Jahre der Schwestergesellschaft Pätau-Possehl in Bad Oldesloe zugeordnet.

Anfang 2003 wurde der Stahlhandelsbereich am Standort aufgegeben und seitdem konzentriert man sich ausschließlich auf das Liefern und Verlegen von Betonstahl. Ende des Jahres 2005 erwarb Hans Joachim Spönemann, langjähriges Vorstandsmitglied der Deutscher Eisenhandel AG und Geschäftsführer der Bewehrungstecnik Pätau-Possehl im Rahmen eines MBO die Anteile des Unternehmens.

Seit 2006 firmiert man unter dem aktuellen Namen. Heute beschäftigt das Unternehmen 30 Mitarbeiter und verarbeitet jährlich über 20.000 t Betonstahl.

Vorsichtige Zuversicht

Der Inhaber und Geschäftsführer blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. „Wir haben einen Kundenstamm von rund 100 Kunden. Früher haben wir rund 50 Prozent unseres Gesamtumsatzes mit nur ein paar Kunden gemacht. Heute ist diese Verteilung wesentlich ausgeglichener und damit auch das wirtschaftliche Risiko reduziert. Eine große Kundenbasis ist in Zeiten wie diesen sehr wichtig.“

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