Technologieführer in der Flecht- und Spultechnik

Interview mit Dr. Janpeter Horn, Geschäftsführer der August Herzog Maschinenfabrik GmbH & Co. KG

Die Produkte, die auf den Flecht- und Spulmaschinen aus dem Hause Herzog gefertigt wurden, sind den meisten Menschen im Alltag bereits begegnet, schließlich finden sie sich in Kabeln von Elektrozahnbürsten, Seilen, Fahrzeugen oder der Medizintechnik.

„Die Anwendungsbereiche für Geflechte sind unheimlich breit“, sagt Geschäftsführer Dr. Janpeter Horn. „Unsere Kompetenz deckt sämtliche Bereiche ab und wir sind auf vielen Gebieten weltweit der absolute Technologieführer. Wir haben im Laufe der Jahre eine starke Marke aufgebaut und wenn jemand an das industrielle Flechten denkt, dann kommt er zu uns.“

Unternehmen in 5. Generation

Die August Herzog Maschinenfabrik wurde bereits 1861 in Wuppertal gegründet und hat ihren Ursprung in der Textilindustrie. Im Laufe der Jahre hat sich das Familienunternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und wird mittlerweile in fünfter Generation von Dr. Janpeter Horn, Swantje Horn und Guido Grave geführt.

Mit neuen Maschinen und innovativen Technologien konnte das Unternehmen seine Kunden immer wieder von seiner hohen Kompetenz überzeugen und neue Dimensionen in der Flecht- und Spultechnik erreichen.

„Im Grunde kann man das Flechten mit Mädchen und Jungen vergleichen, die um einen Maibaum tanzen“, erläutert Dr. Janpeter Horn. „Bei uns funktioniert das Ganze nur maschinell und mittlerweile tanzt der Maibaum mit, sodass auch Formen geflochten werden können. Wir bringen eine große Leidenschaft für das Flechten mit und entwickeln für unsere Kunden immer wieder neue Lösungen, die ihren steigenden Anforderungen gerecht werden.“

„Wir haben im Laufe der Jahre eine starke Marke aufgebaut und wenn jemand an das industrielle Flechten denkt, dann kommt er zu uns.“ Dr. Janpeter HornGeschäftsführer
Geschäftsführer Janpeter Horn

Über 500 Maschinen

Das Portfolio von Herzog umfasst heute Textilflechtmaschinen, Seilflechtmaschinen, Drahtflechtmaschinen, Packungsflechtmaschinen, Spulmaschinen, Radialflechter für Faserverbundwerkstoffe, Rundflechtmaschinen und Knopflochlitzenflechtmaschinen für technische Anwendungen sowie Ablaufgatter und die notwendige Software, mit der Geflechte am Computer gestaltet und verwendet werden können.

„Wir sind führend im Flechten von Naturfasern, die zum Beispiel im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen“, so der Geschäftsführer. „Auch der Großteil der Segel- und Bergseile wird auf unseren Maschinen geflochten und gute Kletterseile wurden mit hoherWahrscheinlichkeit mit unseren Maschinen produziert.“

Auch im Faserverbundbereich ist das Unternehmen stark und die Geflechte befinden sich unter anderem in Fahrzeugen von BMW oder Mercedes, wo sie aufgrund ihrer Leichtigkeit und hohen Belastbarkeit bevorzugt werden. Mittlerweile umfasst das Leistungsspektrum über 500 Maschinen: von solchen zur Herstellung von Feinstgeflechten wie Zahnseide oder chirurgischem Nahtmaterial bis hin zu Anlagen zur Herstellung von Seilen mit bis zu 300 mm Durchmesser.

Ständig neue Innovationen

Das Unternehmen ist ständig offen für neue Anwendungsbereiche und arbeitet bei der Entwicklung neuer Anlagen eng mit seinen Kunden zusammen.

„Die Kunden kommen mit ihren Produkten zu uns und wir übersetzen diese in Maschinentechnologie“, erklärt Dr. Janpeter Horn. „Wir können unsere langjährige Erfahrung und unser Know-how in die Entwicklung mit einbringen und haben große Freude daran, neue Lösungen zu kreieren.“

Die Erfahrung, Tradition, Leidenschaft für das Flechten und der Mut, sich auch neuen Herausforderungen zu stellen, haben dazu geführt, dass Herzog heute als weltweiter Technologieführer gilt. Das Unternehmen exportiert seine Anlagen mittlerweile in Länder rund um den Globus, nach Nordamerika, Asien und Südamerika sowie Europa. Damit realisiert der Betrieb einen Umsatz vom insgesamt 22,5 Millionen EUR und beschäftigt eine Belegschaft von 140 Mitarbeitern.

Der Markt verändert sich und der Trend geht immer mehr zu leichteren Materialien, welche das Metall ersetzen sollen. Geflechte aus Kohlefaser zum Beispiel sind eine leichte und damit energiesparende Alternative zu Stahl oder anderen schweren Metallen.

Die August Herzog Maschinenfabrik kann mit ihren Anlagen einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel leisten. Alle vier Jahre veranstaltet der Betrieb in Oldenburg eine eigene Hausmesse, die mittlerweile zu einem Treffpunkt der Flechtindustrrie geworden ist.

„In der Zukunft wollen wir unsere Position als Technologieführer noch weiter ausbauen und der Ansprechpartner für alle möglichen Anwendungen von Geflechten werden“, so der Geschäftsführer abschließend.

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