„Wissen muss aus den Köpfen in die Systeme“

Interview mit Dipl.-Ing. Henning Vogler, Geschäftsführer der Armbruster Engineering GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Vogler, welche Meilensteine waren auf dem Weg zum heutigen Unternehmen besonders bedeutend?

Henning Vogler: Norbert Armbruster hat die Firma 1994 gegründet, mit der Idee, Lösungen auf dem Gebiet der manuellen Montage anzubieten. 2000 wurde die ELAM-Software entwickelt. Seit Mitte 2021 ist ELAM in der 5. Generation beim Kunden. In den 28 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom Projektunternehmen zu einem Unternehmen mit eigenen Lösungen entwickelt. Heute haben wir neben dem Firmensitz in Bremen Standorte in Kassel und Berlin sowie Partnerfirmen in München und der Schweiz und beschäftigen 40 Mitarbeiter. Ich selbst komme aus der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Softwareentwicklung und bin seit 2003 im Unternehmen, seit 2007 als Geschäftsführer neben Norbert Armbruster.

Wirtschaftsforum: Beschreiben Sie uns doch bitte Ihr Produktportfolio etwas genauer.

Henning Vogler: Unser Angebot besteht aus drei Kernelementen. Das erste ist unsere Software zur Optimierung von Produktionsprozessen als Teil des ELAM-Systems, einem Assistenzsystem für Montageanlagen. Die neue ELAM 5-Generation ist von der Funktionalität her noch besser und anwendungsfreundlicher als die Vorgänger. Unser ELAM-Programm beinhaltet auch verschiedene Einstiegsprodukte. Neben der Software bieten wir auch die Hardware und bauen eigene Spezialrechner, das sind SWA, Smart Work Assistants. Der dritte Bereich sind Dienstleistungen innerhalb des Projekts wie Schulungen, Service und die Hotline. Wir liefern also das gesamte Paket aus Software, Hardware und Dienstleistung aus einem Haus. Das ist am Markt einmalig. Aufgrund unserer großen Bandbreite haben wir Projekte in allen Größenordnungen, von ganz klein bis hin zu großen Greenfield-Projekten.

Wirtschaftsforum: Gibt es weitere Besonderheiten, die Armbruster Engineering als Unternehmen auszeichnen?

Henning Vogler: Wir sind sehr schnell in der Projektierung und Umsetzung. Dabei denken wir immer von der Montageseite her, die Software ist Mittel zum Zweck. Fast alle unsere Mitarbeiter kommen selbst aus dem Montagesektor. Darüber hinaus sind unsere Systeme extrem anwenderfreundlich. Einsteigersysteme kann der Kunde einfach kaufen, selbst einsetzen und in Betrieb nehmen.

Wirtschaftsforum: Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden?

Henning Vogler: Wir haben Kunden aus allen Branchen, sei es Medizintechnik, E-Mobilität oder erneuerbare Energien, und in allen Größen. Unser Angebot richtet sich an alle industriellen Unternehmen, die eine Montage betreiben, bei der Produkte mit technischem Anspruch in Serie mit einem manuellen Anteil produziert werden.

Wirtschaftsforum: Welche Themen beschäftigen Ihre Kunden aktuell?

Henning Vogler: Anfangs ging es vor allem darum, technische Daten zu sammeln und auszuwerten sowie die Qualität in den Griff zu bekommen. Heute ist für die Kunden eine hohe Varianz wichtig. In der Montage müssen inzwischen viel mehr Varianten beherrscht werden. Dadurch sind die Anforderungen an die Mitarbeiter und deren Belastung wesentlich höher geworden. Das müssen unsere Systeme abdecken und hier Unterstützung bieten. Zudem ist die Personalfluktuation viel stärker geworden. Den Beschäftigten fehlt deshalb oft die Erfahrung. Das Wissen muss aus den Köpfen der Mitarbeiter heraus und in die Systeme hinein.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?

Henning Vogler: Wir sind immer stärker auch in ausländischen Märkten aktiv, auch durch die Zusammenarbeit mit unserem Schweizer Partner. Unser Ziel ist, zu wachsen und international noch präsenter zu werden. Wir wollen auch in die Cloud gehen. Den Vorsprung am Markt, den wir uns erarbeitet haben, möchten wir weiter ausbauen. Glücklicherweise können wir unser Personal lange halten und sind deshalb nicht so sehr vom Fachkräftemangel betroffen wie andere.

Wirtschaftsforum: Was motiviert Sie persönlich am meisten bei Ihrer Arbeit?

Henning Vogler: Mein Antrieb sind die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden, die uns die Möglichkeit geben, wirklich etwas zu bewegen.

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