Simulationen in Perfektion

Interview mit Dr. Uwe Schramm, Geschäftsführer der Altair Engineering GmbH

Wirtschaftsforum: „Herr Dr. Schramm, in wie weit tragen die Angestellten zum wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens bei?“

Dr. Uwe Schramm: „Als Teil der Altair Engineering Corporate, die 1985 durch drei Ingenieure in Detroit in den USA gegründet wurde, sind wir automatisch global ausgerichtet. Unser Präsident und CEO James R. Scapa ermutigt alle Mitarbeiter des Unternehmens, Risiken nicht zu scheuen und Dinge auszuprobieren. Denn nur auf diesem Weg lassen sich qualitativ hochwertige Entwicklungen realisieren. Diese Firmenkultur wird auch intern von uns thematisiert, und so werden alle Beteiligten angeregt, Ideen mitzutragen und eine Vision zu entwickeln. Eine solche Innovationskraft bedeutet gleichzeitig auch eine hohe technische Kompetenz, die sich nicht nur in einer guten Marktposition, sondern auch in hervorragenden Produkten niederschlägt.“

Wirtschaftsforum: „Können Sie uns einen Überblick über Ihre wichtigsten Tätigkeitsfelder geben?“

Dr. Uwe Schramm: „Angefangen haben wir in Deutschland im Jahr 1992 als reine Vertriebsfirma für die Software-Lösungen unseres amerikanischen Mutterkonzerns. Heute sind wir spezialisiert auf verschiedene Programme und Tools zur virtuellen Simulation von Entwicklungsprozessen sowie entsprechende Consulting-Dienstleistungen. Unser Softwareprodukt HyperWorks, eine CAE-Plattform, modelliert und simuliert Produkte, wertet Daten aus und trägt somit zur Entscheidungsfindung hinsichtlich der Struktur und des Designs bei. Im Consulting-Bereich helfen Initiativen wie unsere Optimization Center den Kunden dabei, innovative Produkte zu entwickeln. Ein Beispiel sind Fragen zur Materialverteilung und Gewichtseinsparung: Diese können mit unseren Lösungen perfekt erarbeitet werden. Das entsprechende Tool OptiStruct wird beispielsweise von Airbus eingesetzt, ist in der Luftfahrt quasi Standard und findet heute auch im Automobilsektor breiten Einsatz.“

Wirtschaftsforum: „Abgesehen von den gerade erwähnten Beispielen – in welchen Segmenten finden Sie bevorzugt Ihre Kunden, und wie erreichen Sie sie?“

Dr. Uwe Schramm: „Die Autoindustrie mit 40% und die Luft- und Raumfahrtbranche mit 20% sind unsere größten Zielgruppen in Deutschland. Außerdem bedienen wir Kunden aus dem Energie-, Bahn-, Schifffahrts- und Landmaschinen-Sektor, da auch dort anspruchsvolle Konstruktionen zum Einsatz kommen. In unserem Geschäftsbereich spielen Technologien und Innovationen eine große Rolle, daher sind wir in hohem Maße vom Können unserer hoch qualifizierten Techniker abhängig. Genau diese Idee gilt es, zum Kunden zu transportieren. Bei Altair Engineering arbeiten viele technische Kräfte mit einem hohen Bildungsstandard, beispielsweise Diplom-Ingenieure oder Promovierte. Da auch unsere Kunden auf einem ähnlich hohen Level agieren, müssen wir den Klienten direkt und auf Augenhöhe begegnen, um sie zu überzeugen. Auf Auslandsmärkten in Polen, Russland, der Türkei und in Tschechien arbeiten wir außerdem mit Resellern; unsere Nachbarländer Österreich, Schweiz und die Benelux-Staaten werden direkt von unseren fünf deutschen Niederlassungen beliefert.“

Wirtschaftsforum: „Wie stellt sich die aktuelle Entwicklung der Branche dar?“

Dr. Uwe Schramm: „Insgesamt bewegen wir uns auf einem stark wachsenden Markt: Im gesamten Product-Lifecycle-Management (PLM) erfahren Simulationen momentan den größten Zuwachs. Auch wenn dieser Fortschritt noch am Anfang steht, wird es schon bald nicht nur vereinfachte Methoden geben, sondern die Computersimulation wird dauerhaft physikalische Tests ersetzen. Virtuelle Prototypen, Parallelisierung und Visualisierung – in diesem Bereich gibt es viel Potential. Das zeigt auch das Akquisitionsgeschehen am Markt. Man hat erkannt, dass Simulation eine wichtige Rolle spielt.“

Wirtschaftsforum: „Wo sehen Sie spezifische Wettbewerbsvorteile für Altair Engineering?“

Dr. Uwe Schramm: „Wir legen sehr viel Wert auf eine hohe technische Kompetenz. Unsere Kombination aus Consulting, Software und technischem Know-how findet man bei keinem anderen Wettbewerber. Auch unser einzigartiges Businessmodell mit ausgeklügeltem Software-Lizenzierungssystem sorgt für Wertschätzung bei unseren Kunden. Die Vision einer simulationsgetriebenen Innovation ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Anbietern am Markt im In- und Ausland, das uns auch in Zukunft vorantreiben wird. Derzeit arbeiten wir schon an entsprechenden Projekten im Bereich Gewichtsmanagement, bei dem Faktoren wie Einkauf, Fertigung und Kostenmanagement berücksichtigt werden. Bei uns entstehen ständig neue Ideen.“

Wirtschaftsforum: „Herr Dr. Schramm, wir wünschen Ihnen und Altair Engineering weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Interview mit Alexander von Tiele-Winckler, Mitglied der Geschäftsführenden Gesellschafter im BLU agency network association e.V.

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Der Weg vom klassischen Promotionsgeschäft zum vernetzten Agenturmodell erzählt viel über die Dynamik moderner Märkte. Alexander von Tiele-Winckler spricht über Wachstum, Wandel und die Kraft persönlicher Begegnung. Ein Gespräch über…

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Interview mit Ramon Werner, Verwaltungsratspräsident der de Sede AG

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Manche Möbel füllen einen Raum, andere prägen ihn. Genau für diesen Anspruch steht die de Sede AG aus Klingnau in der Schweiz. Das Unternehmen fertigt exklusive Ledermöbel, die weit über…

Spannendes aus der Region Landkreis Böblingen

Wenn Prozesse halten, was Technik verspricht

Interview mit Arndt Wiesheu, Geschäftsführer und Louis Wiesheu, Verkaufsleiter der Wiesheu Elektronik GmbH

Wenn Prozesse halten, was Technik verspricht

Elektronik ist längst ein strategischer Faktor: Sie entscheidet über Effizienz, Produktqualität und die Fähigkeit, Maschinen und Geräte überhaupt lieferfähig zu halten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation, Schnittstellen und Versorgungssicherheit.…

Logistik, die begeistert

Interview mit Alexander Hewel, Geschäftsführer der KELLERGROUP

Logistik, die begeistert

Hidden Champion, Logistik-Versteher, Familienunternehmen: Für die ­KELLERGROUP aus Ditzingen gibt es viele Umschreibungen. Das Unternehmen selbst sieht sich vor allem als inhabergeführtes, mittelständisches Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, das nah am Kunden…

„Der persönliche Kontakt bleibt trotz Digitalisierung wichtig!“

Interview mit Birgit Häussler, Geschäftsführerin der Manfred Häussler GmbH

„Der persönliche Kontakt bleibt trotz Digitalisierung wichtig!“

Seit über 40 Jahren setzen Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen aus dem Bausektor aus dem süddeutschen Raum auf die Materialkompetenz und beständige Verlässlichkeit des Baustoffgroßhändlers Manfred Häussler GmbH aus Winnenden. Im Interview…

Das könnte Sie auch interessieren

Vom Service zum System:  Fluid Management neu definiert

Interview mit Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH

Vom Service zum System: Fluid Management neu definiert

Kühlschmierstoffe und Prozessflüssigkeiten sind entscheidend für stabile Fertigungsprozesse – und doch oft unterschätzt. Im Interview spricht Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH, über seinen Weg ins Familienunternehmen, die…

„Die Zeitarbeit muss ihr Schattendasein hinter sich lassen!“

Interview mit Dr. Eckart Gaude, CEO der ZAG Zeitarbeits-Gesellschaft GmbH

„Die Zeitarbeit muss ihr Schattendasein hinter sich lassen!“

Seit 1984 tritt ZAG als schlagkräftiges Zeitarbeitsunternehmen im Markt auf – und setzt dabei auf einen dezidiert menschlichen Ansatz. Im Interview mit Wirtschaftsforum sprach CEO Dr. Eckart Gaude darüber, wie…

Wissen, worauf es ankommt

Interview mit Timo Möller, Sales und Marketing ­Director Software Company AMIC® GmbH

Wissen, worauf es ankommt

Eine ausgereifte ERP‑Lösung wird für Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelindustrie immer wichtiger. Von der Rohstoffbeschaffung über Produktion und Lagerhaltung bis hin zu Vertrieb und Rückverfolgbarkeit müssen zahlreiche Abläufe effizient koordiniert…

TOP