The Face of your Product

Interview mit Michael Wöginger, Vorstand der ACTRON AG

Wirtschaftsforum: Herr Wöginger, was sind heute die wichtigsten Produktkategorien von ACTRON?

Michael Wöginger: Bei uns dreht sich alles um Displays und Touch-Technologie. Zu unserem Portfolio gehören TFT-Displays, S/G Monochrome und alphanumerische, OLED und E-Paper-Displays sowie Ersatz für Mitsubishi-Displays. Auch kundenspezifische Lösungen bieten wir an. Allerdings arbeiten wir dabei anders als die meisten Distributoren, gehen tiefer in die Technik. Wir können von der Leiterplatte bis zum fertigen Produkt und zum Design-In-Support auf Augenhöhe mitreden. Das unterscheidet ACTRON von anderen Anbietern. Zudem können wir alles abbilden, was eine klassische Distribution braucht, wie zum Beispiel Lager, Logistik, Vertragsgestaltung, Sicherheitslager und Konsignationslager.

Wirtschaftsforum: Bitte geben Sie uns ein Beispiel für eines Ihrer Flaggschiffprodukte.

Michael Wöginger: Eines unserer Flaggschiffe ist sicherlich die ACT I³-Serie, die seit vier Jahren am Markt ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Displays kommen in unterschiedlichsten Umgebungen und Anwendungsbereichen zum Einsatz. Weit verbreitet ist vor allem die PURE-Serie. Neu hinzugekommen ist jetzt die PRO-Serie, bei der Full-Viewing-Angle-Zellen eingesetzt werden, über die die Flüssigkristalle anders angesteuert werden. Das Ergebnis ist ein wesentlich besserer Blickwinkel und ein höheres Kontrastverhältnis. Auf der letzten Embedded World haben wir die PRO X Serie vorgestellt, die mit einem modernen Design, einem breiten Arbeitstemperaturbereich und einer 2 mm starken Coverlens überzeugt.

Wirtschaftsforum: Welche sind aktuell Ihre wichtigsten Branchen und Zielgruppen und auf welche Regionen konzentrieren Sie sich?

Michael Wöginger: Wir sind im industriellen Markt grundsätzlich breit aufgestellt, außer im Automotive. Unsere Displays werden unter anderem für Heizungssteuerungen, Telefonanlagen oder auch Raumklimaanlagen eingesetzt. Sie sind auch für raue Umgebungen und schwierige Bedingungen geeignet. Aktuell ist die DACH-Region unser Kernmarkt und das soll vorerst auch so bleiben. Darüber hinaus haben wir auch Projekte in Frankreich und Italien.

Wirtschaftsforum: Welche Trends und neuen Bedarfe zeichnen sich am Markt zurzeit ab?

Michael Wöginger: Der Trend geht zu TFT, zu farbigen Displays mit einer kapazitiven Touch-Technologie. Hier kann man zum Beispiel einen schwarzen Rahmen mit einem Kundenlogo individuell einbinden. Die Entwicklungen in unserem Markt werden zum Teil durch Smartphones getrieben, die Displays mit Touch-Funktion haben. Deshalb gehen die Leute immer mehr davon aus, dass jedes Display per Touch zu bedienen ist.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für die Weiterentwicklung von ACTRON?

Michael Wöginger: Das Thema wird zunehmend wichtiger. Eine Benchmark ist hier sicherlich das ESG-Branchenbarometer. Hier sind wir bereits im dunkelgrünen Kennzeichnungsbereich. Aktuell beschäftigen wir uns mit den CSR-Richtlinien. In nächster Zeit werden auch die Lieferanten-Sorgfaltsrichtlinien ein Thema. Noch treffen diese nicht auf Unternehmen unserer Größenordnung zu, aber das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Wir auditieren unsere Lieferanten bereits regelmäßig und sehen uns ihnen gegenüber ebenso wie unseren Mitarbeitern in der Verantwortung. Hier haben wir auch entsprechende Compliance-Richtlinien aufgestellt.

Wirtschaftsforum: Seit wann gibt es ACTRON und was waren bis heute wichtige Entwicklungen?

Michael Wöginger: Unsere Ursprünge reichen zurück bis ins Jahr 1977. Gegründet wurde das Unternehmen von Herbert Haupt. Wir sind über die Distribution von Display-Technologien und den Import aus Asien gemeinsam mit unseren Partnern dort vor Ort stetig gewachsen. Unsere Partnerschaften bestehen inzwischen seit vielen Jahren und sind sehr stabil. Das ist gerade in dieser Zeit ein wichtiger Vorteil. 2003 bin ich an Bord gekommen. 2006 sind wir von einer GmbH zu einer AG geworden. 2007 sind wir verstärkt in alternative neue Technologien eingestiegen. Dies war ein wichtiger Impuls für unser weiteres Wachstum.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für die restlichen Monate des Jahres 2022 vorgenommen?

Michael Wöginger: Wir möchten die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortführen. Wir sind kontinuierlich aus eigener Kraft gewachsen, haben konstant unsere Produkte und Technologien entwickelt. Vor allem ist es uns gelungen, technologisch immer weit vorne zu bleiben. Zum Beispiel arbeiten wir jetzt schon an Projekten zu MIPI DSI Interfaces oder mit Mikro-LED-Displays. Diesen hohen technologischen Anspruch möchten wir in Zukunft auf jeden Fall beibehalten und weiterhin mit neuen Produkten füllen. Gemeinsam mit unseren Schwesterunternehmen ACTRON Power und A-Switch können wir unseren Kunden ganzheitliche Lösungen anbieten.

Mehr zum Thema IT- & Kommunikationslösungen

Wärme aus und für die Region

Interview mit Thomas Kronberger, Geschäftsführer der ESW Energiesparwerk GmbH & Co. Biotherme Altötting KG

Wärme aus und für die Region

1995 schien eine einheitliche Wärmeversorgung mit Biomasse noch fast verrückt. Drei Jahrzehnte später zeigt sich: Die Gründer der ESW Energiesparwerk GmbH & Co. Biothermie Altötting KG hatten den richtigen Riecher.…

Teilhaben und gemeinsam verändern

Interview mit Stephan Frense, Geschäftsführer der ARGE NETZ GmbH & Co. KG

Teilhaben und gemeinsam verändern

Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend. In Schleswig-Holstein engagiert sich die ARGE NETZ GmbH & Co. KG aus…

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Interview mit Dirk Möller, Vice President der Produktgruppe Sensoren der Hottinger Brüel & Kjær A/S

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Hottinger Brüel & Kjær A/S ist nicht nur ein führendes Unternehmen im Bereich der Messtechnik, sondern auch ein innovativer Partner, der seinen Kunden hilft, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.…

Spannendes aus der Region Landkreis Erding

„Jammern ist leichter als Handeln“

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Dieter Gerling, Gründer der FEAAM GmbH

„Jammern ist leichter als Handeln“

Mit diesem Leitsatz gründete Professor Dieter Gerling 2006 die FEAAM GmbH – eine Ausgründung der Universität der Bundeswehr München. Fast zwei Jahrzehnte später entwickelt sein zehnköpfiges Team elektrische Antriebe für…

Sorgsame Hände für zarte Pflanzen

Interview mit Werner Leidner, Geschäftsführer der Rudolf Schrader GmbH

Sorgsame Hände für zarte Pflanzen

Grün ist die bestimmende Farbe und zugleich Eigenschaft der Rudolf Schrader GmbH in Ingolstadt. Das fast 125 Jahre alte Traditionsunternehmen ist heute Dienstleister im Garten- und Landschaftsbau und in der…

Einfach sichere E-Mails  verschicken

Interview mit Günter Esch, Geschäftsführer der SEPPmail Deutschland GmbH

Einfach sichere E-Mails verschicken

Als vor 25 Jahren die Lösung von SEPPmail für eine sichere E-Mail-Kommunikation entwickelt wurde, dachte niemand an ein langfristiges Geschäftsmodell: Zu schnell würden die großen Player den verschlüsselten Mailverkehr zum…

Das könnte Sie auch interessieren

„Menschen erfolgreich machen“

Interview mit Tobias Leinweber, Vorstand der Continum AG

„Menschen erfolgreich machen“

Die Continum AG mit Sitz in Freiburg ist ein mittelständi-scher IT-Dienstleister, der sich auf Cloud- und Sicherheitslö-sungen spezialisiert hat. Vorstand Tobias Leinweber spricht im Interview über die strategische Neuausrichtung, die…

Mit Simulation an die Spitze der Industrie 4.0

Interview mit Jens Cornelis, Geschäftsführer der FIFTY2 Technology GmbH

Mit Simulation an die Spitze der Industrie 4.0

Ob in der Automobilindustrie, bei Elektronikkomponenten oder in der Chipherstellung – überall dort, wo Flüssigkeiten eine kritische Rolle spielen, hilft präzise physikalische Simulation, komplexe Probleme zu lösen. Die FIFTY2 Technology…

Digital denken, menschlich handeln

Interview mit Jaap Merkus, CEO der NetRom Software B.V.

Digital denken, menschlich handeln

Softwareentwicklung ist längst zum Rückgrat moderner Wirtschaft geworden – und doch braucht es für echte Qualität mehr als nur Code. Es braucht Menschen, die verstehen, zuhören und mitdenken. Einer, der…

TOP