Bei Testanlagen in der Katalyse sind wir führend

ILS Integrated Lab Solutions GmbH

„Bei uns gibt es keine Standardprodukte, alle Testanlagen sind für die speziellen Bedürfnisse jedes Kunden auf Maß entwickelt. Unsere Testanlagen werden in unterschiedlichen Industrien eingesetzt. Ein wichtiger Markt ist die Automobilbranche. Durch Dieselgate haben auch wir zusätzliche Aufträge erhalten“, so CFO Tobias Brose, der fast seit den Anfängen von ILS dabei ist.

Entwicklung von Anlagen

Gegründet wurde die ILS zunächst als reines Ingenieursbüro 2004 von Dr. Anton Nagy in Berlin. 2007 kam Tobias Brose als erster Mitarbeiter dazu. Die ursprüngliche Idee war, als Dienstleister für die Entwicklung von Testanlagen tätig zu sein, doch es erwies sich als weitaus effizienter und profitabler, diese Testanlagen selbst herzustellen.

„Automobilbauer möchten die gelieferten Katalysatoren selbst testen. Es gibt ständig neue Auflagen und Euro-Normen. Allein auf die Aussage der Lieferanten, dass die Abgase durch deren Katalysatoren den geforderten Reinheitskriterien entsprechen, können sich die Kunden nicht verlassen. Sie müssen die Performance selbst testen und nutzen dazu unsere Testanlagen“, so Tobias Brose.

Fokus auf Katalysatoren

Ein weiterer wichtiger Markt ist der Bereich Öl/Gas/Energie. Hier fällt das Stichwort Hydroprocessing im Zusammenhang mit der Ölverarbeitung in Raffinerien. Auch hier werden in fast allen Bereichen Katalysatoren eingesetzt, um die Prozesse energieeffizienter zu gestalten.

„In den Raffinerien werden beispielsweise unterschiedliche Arten von Kraftstoffen gewonnen, sei es Diesel, Benzin oder Kerosin. Die Margen für Raffinerien sind gemessen pro Liter Kraftstoff extrem gering. Um hier effizient und kostengünstig arbeiten zu können, benötigen sie auf ihre Prozesse genau abgestimmte Katalysatoren. Diese werden, bevor sie in den Produktionsprozess eingebunden werden, in unseren Anlagen über einen längeren Zeitraum getestet.“

Neue Geschäftsfelder

Ein recht neues, aber strategisch wichtiges Geschäftsfeld, das sich in letzter Zeit bei ILS stark entwickelt hat, ist die Kunststoffindustrie. Entgegen der weitläufig negativen Meinung über Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen und dem Wunsch, diese am besten ganz zu verbieten, bestimmen sie zu einem großen Teil unser heutiges Leben in der zivilisierten Gesellschaft auf positive Weise. Denken wir einfach an die verlängerte Haltbarkeit von Nahrungsmitteln aufgrund der Kunststoffverpackungen.

Dennoch müssen die Kunststoffe neuen Anforderungen genügen, im Hinblick auf dessen Verwertbarkeit nach der Nutzung sowie beispielsweise in Bezug auf die biologische Abbaubarkeit. Die Forschung, die solche Ziele verfolgt, ist enorm aufwendig und hochkomplex. Die Testanlagen der ILS ermöglichen den Kunden eine weitgehend automatisierte Testung im Hochdurchsatzverfahren. Dies erspart Zeit und schafft Vergleichbarkeit und damit Belastbarkeit der Messergebnisse. Seit einigen Jahren werden zudem die Kreislaufwirtschaft und das Recycling zu Themen.

„Mit unseren Testanlagen werden Materialien für Katalysatoren untersucht.“ Tobias BroseCFO

„Erneuerbare Energie ist ein beherrschendes Thema und man will Müll, vor allem Plastik, als erneuerbaren Rohstoff in den Kreislauf zurückführen“, sagt Tobias Brose. „Hier gibt es ein sehr wichtiges Forschungsprogramm, das bis Ende 2020 mit 60 Millionen EUR vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird. Carbon2Chem ist ein Verbundprojekt zwischen der Industrie und der Forschung, an dem wir mittels unserer Testanlagen mitwirken durften. Eines der Ziele ist es, eine Möglichkeit zu finden, um unter anderem Verhüttungsgase vom CO2 zu reinigen und diese zu Grundchemikalien weiterzuverarbeiten.“

Gerade die Themen Kreislaufwirtschaft, Recycling sowie die Nutzung erneuerbarer Energie werden bei der ILS zukünftig stärker in den Fokus rücken. „Natürlich sind wir von der Corona-Pandemie betroffen. 2020 begann sehr stark. Bereits in den ersten Monaten waren mehr als 50% unserer erwarteten Umsätze in Auftrag gegeben. Durch die Krise wurden dann aber alle weiteren Aufträge storniert oder geschoben“, sagt Tobias Brose. „Dennoch befinden wir uns allgemein in Kunststoffindustrieeinem Wachstumsmarkt. Wir werden unseren Betrieb intensivieren und breiter aufstellen.“

Für die Zukunft arbeiten

Während ILS in der Vergangenheit vor allem auf Anfragen reagiert hat, will man derzeit auch aktiv in die Akquise gehen. Dazu wurde der eigene Vertrieb ausgebaut. „Wir müssen aktuell schauen, wie wir die begrenzte Reiseaktivität und Besuche auf Messen und Kongressen durch andere Maßnahmen ausgleichen können. Dem digitalen Marketing kommt aus diesen Gründen eine gewachsene Bedeutung hinzu. Leider ist dessen Reichweite für die ILS noch nicht erwiesenermaßen effektiv. Bislang sind Weiterempfehlungen noch der wichtigste Verkaufsfaktor“, ergänzt Tobias Brose. „Wir sind stark exportorientiert mit einer Quote von über 50%. Allerdings können wir nach wie vor mit maßgeschneiderten Lösungen, einem breiten Anwendungsspektrum und interessanten Preisen überzeugen.“

ILS rechnet erst ab Ende des Jahres mit einer Normalisierung. „Die Zeit nutzen wir jedoch sinnvoll für die Vorbereitung von zukünftigen Projekten. Auch das Produktportfolio wird aktuell im Bereich Software stark erweitert. Der neu entwickelte Workflow Manager soll den vollautomatisierten Betrieb der Testanlagen noch leichter machen. Diese Art Rezeptsteuerung steuert die Anlage im Zeitverlauf. Der nächste Schritt wird die Erweiterung der Software sein, sodass die gewonnenen Daten automatisch und zeitgleich weiterverarbeitet und grafisch dargestellt werden“, führt Tobias Brose aus. „Wir arbeiten an der Entwicklung von Standards, um Produkte zuverlässiger und einfacher zu gestalten.“

Weitere Eckpunkte der Zukunftsstrategie sind Wachstum durch eine Erweiterung des Vertriebs und der Märkte. Gerade das Thema Nachhaltigkeit wird verstärkt aufgegriffen. Bei ILS ist man optimistisch, dass das Geschäft schnell wieder Fahrt aufnimmt, denn schließlich geht es um Technologien von morgen.

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