Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Eine Idee, die fest verbindet

Interview mit Luigi Malgrati, Präsident der Eurotubi Europa s.r.l.

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Mit dem Pressfitting System der Eurotubi Europa s.r.l. lassen sich Metallrohre mit einem Außendurchmesser von 12 bis zu 108 mm flexibel verbinden. Ein beeindruckendes Beispiel für die Vielseitigkeit ist der auf Frankfurter Fachmesse ISH im vergangenen Jahr gezeigte Nachbau des Mailänder Doms, der ausschließlich aus Rohren und Pressfitting-Verbindern erstellt wurde. 800 Arbeitsstunden brauchte es, um den Mailänder Dom aus 600 m C-Stahl-Rohr und 2.400 Eurotubi Pressfittings aus C-Stahl mit Durchmessern von 28 und 54 mm zu konstruieren.

Schnell zu installieren

Das aus Edelstahl AISI 316L oder C-Stahl bestehende Pressfitting-System von Eurotubi lässt sich problemlos und schnell installieren. An ihrem Ende haben die Fittings eine Ringkammer mit einer EPDM-Gummidichtung. Sie gewährleistet eine hohe Alterungsfestigkeit sowie Widerstandsfähigkeit gegen hohe Drücke und Temperaturen bis zu über 110°C. Mittels elektromechanischer Spezialpressbacken werden die Fittings auf den Rohren verpresst. Das Fitting mit dem O-Ring sorgt dann bei einer Verpressung für eine absolut dichte und nicht mehr zu lösende Verbindung. Dabei überzeugt das Verfahren durch zahlreiche Vorteile. Verglichen mit anderen Materialien wie Kunststoff, Eisen oder Kupfer ist nichtrostender Stahl hygienisch unbedenklich und zudem sehr korrosionsbeständig. Die extrem belastbaren Verbindungen können schnell und problemlos verlegt werden, da Kleben, Schrauben und Schweißen entfallen. Höhere Materialkosten amortisieren sich schnell durch deutlich geringere Montagezeiten.

Im Keller gestartet

In einem Mailänder Keller beginnt die Erfolgsgeschichte der heutigen Eurotubi Europa s.r.l. Zwillinge der Familie Malgrati taten sich zusammen und eröffneten eine kleine Dreherei. Das stetige Wachstum des jungen Unternehmens erforderte mehrere Umzüge.

Luigi Malgrati, der heute 70-jährige Präsident des Unternehmens, trat mit 20 Jahren in das Familienunternehmen seines Vaters und seines Onkels ein. Pressfitting lernte er während seiner Asien- Reisen kennen. Da das Fitting nicht auf dem europäischen Markt zugelassen war, startete er mit der eigenen Produktion des Pressfittings und erlangte dafür die nötigen Zulassungen. Er beobachtete die Konkurrenz genau und war in der Lage dieses Produkt deutlich preisgünstiger anzubieten als der Wettbewerb.

Luigi Malgrati
„Unser hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis unterscheidet uns von der Konkurrenz.“ Luigi MalgratiPräsident

Neue Produkte

Aktuell wird der Katalog von Eurotubi Europa neugestaltet. Bislang enthielt er nur Pressfittings mit M-Profil und V-Profil aus den Werkstoffen C-Stahl, Edelstahl und Edelstahl für Gasleitungen. Nun soll der Katalog um eine zusätzliche Kategorie – Produkte wie Wasserhähne, Ventile und ähnliches für Hydraulikanlagen – erweitert werden.

„Damit wollen wir unsere Produktpalette diversifizieren“, erklärt Präsident Luigi Malgrati. „Somit finden unsere Kunden bei uns alles, was sie brauchen.“ Wir haben viele Roboterinseln in der Produktion“, betont Luigi Malgrati. „In unsere Automatisierung haben wir viel investiert, um gegenüber China wettbewerbsfähig zu sein. Interessanterweise haben wir auch einen großen chinesischen Kunden, der die Qualität ‘Made in Italy’ mit unseren zahlreichen internationalen Zulassungen schätzt.

Digitale Vorreiter

Heute beschäftigt Eurotubi Europe 200 Mitarbeiter. Hinzu kommen weitere 50 Beschäftigte in den beiden ebenfalls zur Firmengruppe gehörenden Unternehmen Vimoter und Madal, die auch am Standort Nova Milanese auf einem 24.000 m² großen Gelände angesiedelt sind.

85% der Fertigung werden außerhalb Italiens abgesetzt, wobei Deutschland der mit Abstand größte Exportmarkt ist. Angesprochen werden Kunden und Interessenten über die beiden Internetseiten www.eurotubieuropa.it und www.pressfitting.it. Beide Webseiten sind sowohl englisch wie auch deutschsprachig. Weitere Marketingmaßnahmen sind Präsenz in sozialen Netzwerken sowie Messeauftritte. Hier ist Eurotubi Europa vertreten auf der Frankfurter ISH und der Mailänder MCE.

Luigi Malgrati ist CEO und Vertriebsleiter. Sein Bruder Alfredo Malgrati ist Vorstand und CFO. Zum Managing Board gehören außerdem Gianfranco Malgrati als Quality Managers und Lorenzo Zandri in der Leitung der Produktionsplanung und -steuerung.

Hervorragende Qualität

„Unser hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis unterscheidet uns von der Konkurrenz“, ist sich Luigi Malgrati sicher. „Unsere Qualität muss hervorragend sein und sich mit der von den großen Playern messen lassen können.“ Trotz des hohen Konkurrenzdrucks legt die Firmenleitung großen Wert auf gute Beziehungen zu den Mitarbeitern.

„Wir müssen einerseits die Märkte äußerst hartnäckig beobachten, aber intern auch ein gutes Betriebsklima schaffen“, weiß der Präsident. „Deshalb geben wir unseren Mitarbeitern Benefits. Bei uns gab es noch nie einen Streik, denn wir haben ein gutes Verhältnis zu Betriebsräten und Gewerkschaften.“ Zum guten Betriebsklima gehört auch die strikte Einhaltung sämtlicher arbeitsschutzrechtlicher und gesundheitlicher Vorgaben.

Viel Platz

Als beste unternehmenspolitische Entscheidung bezeichnet Luigi Malgrati den Kauf des Firmengebäudes in Nova Milanese. „Es gehörte ursprünglich der Hoechst-Gruppe, die dort Kunstdünger herstellte“, erklärt der Präsident. „Aber das war mitten in der Stadt. Hoechst ist dann in ein Industriegebiet umgezogen und Eurotubi hat das Firmengelände mitsamt der Gebäude übernommen. Es war ein sehr großes Grundstück, aber sehr preisgünstig und deshalb haben wir viel Platz.“

Obwohl Pressfitting das Kerngeschäft von Eurotubi Europa ist, betreibt das Unternehmen bis heute auch Werkstätten. „Von der Firma Brembo haben wir den Bereich Bremsen für landwirtschaftliche und Erdbewegungsfahrzeuge übernommen und führen ihn unter dem Namen Vimoter weiter“, so der Präsident. „Zunächst war es nur der Vertrieb, später auch die Fertigung. Diese Systeme werden auch in Anlagen zur Winderzeugung verwendet, um die Rotoren zu bremsen.“ Mittlerweile ist die dritte Generation in der Ausbildung, so dass die Weichen für die Zukunft gestellt sind.

TOP