Die intelligente Verknüpfung Erneuerbarer Energien

Interview mit Niklas Hinz, Geschäftsführer und Gesellschafter der EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Hinz, Sie haben die EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH Anfang des Jahres zusammen mit Ihren Mitgründern ins Leben gerufen. Was war der ausschlaggebende Grund für diesen Schritt und wie kam es zur Gründung?

Niklas Hinz: Die Gründung der EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH war für uns ein logischer Schritt, nachdem wir alle bereits langjährige Erfahrung in der Branche der Erneuerbaren Energien gesammelt hatten. Insbesondere der Wunsch nach größerer Unabhängigkeit und die Möglichkeit, umfassendere und ganzheitlichere Ansätze zu verfolgen, waren treibende Kräfte. Meine Mitgründer Nigel Nyirenda, Roman Bredlow und ich haben in der Vergangenheit in verschiedenen Bereichen der Branche gearbeitet, von der technischen Umsetzung über die strategische Beratung bis hin zur Projektfinanzierung. Anfang 2024 haben wir dann gemeinsam entschieden, unsere Expertise zu bündeln und ein Unternehmen zu gründen, das nicht nur Projekte entwickelt, sondern auch langfristig betreibt und dabei innovative Technologien wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz nutzt. Der Markt bietet aktuell großartige Chancen, vor allem durch gesetzliche Vereinfachungen und die Ausweisung von Vorranggebieten, was es uns ermöglicht, mit einer starken Basis in diesen Markt einzutreten.

Wirtschaftsforum: Sie haben innovative Technologien angesprochen. Können Sie erläutern, wie diese in Ihren Projekten zum Einsatz kommen?

Niklas Hinz: Unsere Strategie basiert auf der intelligenten Verknüpfung von Windenergie, Photovoltaik und Speichertechnologien, unterstützt durch KI-Software. Diese Technologien ermöglichen es uns, das volle Potenzial der Erneuerbaren Energien auszuschöpfen. Konkret bedeutet das, dass wir die Energieerzeugung und -speicherung mithilfe von künstlicher Intelligenz optimieren können. Zum Beispiel können wir durch KI-basierte Analysen vorhersagen, wann es sinnvoll ist, Energie zu speichern oder ins Netz einzuspeisen und so die Effizienz unserer Projekte maximieren. Zudem passen wir unsere Lösungen an lokale Bedürfnisse an, indem wir regionale Energieanforderungen und Verbrauchsprofile berücksichtigen. So können wir maßgeschneiderte, zukunftsträchtige Energielösungen anbieten, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig sind.

Wirtschaftsforum: Sie legen großen Wert auf die Unternehmenskultur. Welche Werte prägen Ihr Unternehmen?

Niklas Hinz: Unsere Unternehmenskultur ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit und basiert auf vier Kernwerten: „Energie im Miteinander“, „Innovation durch Offenheit“, „Echtheit leben“ und „Kompetenz im Einsatz“. „Energie im Miteinander“ steht für ein starkes Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen. Wir fördern die enge Zusammenarbeit zwischen Teammitgliedern aus unterschiedlichen Fachbereichen, sodass wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen können. „Innovation durch Offenheit“ bedeutet, dass wir unsere Mitarbeiter ermutigen, offen für neue Technologien und Arbeitsweisen zu sein. Wir wollen, dass sie bestehende Prozesse kontinuierlich hinterfragen und verbessern.

„Echtheit leben“ steht für Authentizität und ein respektvolles Miteinander. Jeder soll sich im Unternehmen wohlfühlen und so geben können, wie er oder sie ist. Schließlich legen wir großen Wert auf „Kompetenz im Einsatz“, das heißt auf kontinuierliche Weiterbildung. Wir bieten Schulungen und Mentoring-Programme an, um unsere Mitarbeiter sowohl fachlich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Diese Werte schaffen eine Arbeitsumgebung, in der sich unsere Mitarbeiter entfalten und gleichzeitig ihren Beitrag zur Energiewende 2.0 leisten können.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre langfristigen Ziele für die EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH?

Niklas Hinz: In den nächsten drei bis fünf Jahren möchten wir die ersten Projekte in Betrieb nehmen und als Energieversorger tätig werden. Dabei planen wir, innovative Technologien wie die Kombination von Wind- und Solarenergie mit Speichern und Wasserstoff zu integrieren. Unser Ziel ist es, eine Vorreiterrolle im Bereich der Erneuerbaren Energien einzunehmen. Langfristig wollen wir über die Branche hinaus bekannt werden und eine große Akzeptanz für Erneuerbare Energien in der Bevölkerung schaffen. Wir glauben fest daran, dass die Energiewende 2.0 nur durch den Einsatz modernster Technologien und die Einbindung der Menschen vor Ort erfolgreich sein kann. Dabei wollen wir nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein, sondern auch einen echten Mehrwert für die Umwelt und kommende Generationen schaffen.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich an, sich so intensiv für Erneuerbare Energien einzusetzen?

Niklas Hinz: Die Geburt meiner Tochter hat meinen Antrieb, in dieser Branche tätig zu sein, noch weiter verstärkt. Es ist mir ein persönliches Anliegen, eine lebenswerte und CO2-arme Welt für zukünftige Generationen zu schaffen. Ich sehe es als meine Verantwortung, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass unsere Kinder in einer Welt aufwachsen, die nachhaltig und lebenswert ist. Dieser Gedanke treibt mich an, auch in schwierigen Zeiten weiterzumachen und unser Unternehmen voranzubringen. Die Möglichkeit, durch unsere Arbeit einen entscheidenden Beitrag für die Zukunft zu leisten, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

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