Im Tausendstel zu Hause
Interview mit Tobias Wild, Geschäftsführer der WILD & KÜPFER AG

Vor über 45 Jahren als Hersteller von Industrieartikeln gegründet, hat Wild & Küpfer vor rund 20 Jahren einen entscheidenden Entwicklungsschritt vollzogen: den Einstieg in die Medizinaltechnik. Seither produziert das Unternehmen in eigenen Reinräumen Komponenten für Medizin, Labor und Pharma. Heute beschäftigt die Firma rund 260 Mitarbeitende am Stammsitz in Schmerikon und expandiert: Ab März 2026 nimmt ein zweiter Produktionsstandort im nahegelegenen Bilten im Kanton Glarus den Betrieb auf. Kapazitätsengpässe durch eine starke Auftragslage machten diesen Schritt notwendig.
Vom Rohstoff bis zur Auslieferung
Wild & Küpfer bietet Kunden ein Leistungspaket von der Produktentwicklung über Werkzeugbau und Spritzguss bis zur Montage und Auslieferung mit eigenen Lkw. Die Spezialisierung auf hochkomplexe Präzisionsteile und ganze Baugruppen – teils mit Toleranzen im Tausendstel-Millimeter-Bereich – unterscheidet das Unternehmen von vielen Wettbewerbern. Dabei setzt Wild & Küpfer auch auf eine eigene Entwicklungsabteilung, die gemeinsam mit den Kunden Produkte so gestaltet, dass sie kostengünstig und automatisiert herstellbar sind. Starke Branchen sind derzeit die Gebäudetechnik, wo der globale Boom beim Bau von Rechenzentren für Nachfrageschübe sorgt, sowie der nach einem Corona-bedingten Hoch etwas ruhigere Medtech-Sektor. Rund 35 bis 40% des Umsatzes entfallen auf den Direktexport, wobei Deutschland, Österreich und die Schweiz die wichtigsten Absatzmärkte bilden. Für die Zukunft setzt das Unternehmen zudem auf Mikrofluidik und feinste Kunststoffstrukturen als neues Wachstumsfeld.
Stabilität als Strategie
Nach Jahren konsequenten Wachstums lautet die strategische Devise der nächsten Jahre bewusst anders. „Als strategische Ausrichtung für die nächsten drei Jahre haben wir eine Konsolidierungsphase definiert. Ziel ist es, die Organisation zu stabilisieren und zu festigen – stets unter der Prämisse, die Qualität und Dienstleistung für unsere Partner auf höchstem Niveau zu gewährleisten“, sagt Tobias Wild, Geschäftsführer in der 2. Generation. Parallel treibt Wild & Küpfer die Digitalisierung konsequent voran: KI-gestützte Kamerasysteme zur Fehlererkennung, automatisierte Bestellprozesse und selbstfahrende Transportfahrzeuge sind bereits im Einsatz oder in der Umsetzung.










