E-Commerce Unternehmen gründen: Wahl der passenden Verkaufsplattform

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Alleine in 2019 betrug der Umsatz im B2C Bereich laut Statista am deutschen Markt rund 59,2 Milliarden Euro. Laut einer Vorhersage des Statista Research Department geht man davon aus, dass es 68,2 Millionen aktive Online-Einkäufer in Deutschland gibt. Die Nachfrage ist also auf jeden Fall vorhanden. Diese Prognose ist dabei wohl kaum verwunderlich, so wachsen viele schon mit der Selbstverständlichkeit auf alles und jederzeit online einkaufen zu können.

Wer mit dem Gedanken spielt im E-Commerce ein Unternehmen zu gründen oder einen Einzelhandel zu digitalisieren, setzt absolut auf die richtige Entwicklung. Dabei hat man als Onlinehändler verschiedene Möglichkeiten, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen und seine Zielgruppe zu erreichen. Warum dabei ein eigener Onlineshop nicht immer die beste Wahl ist und welche Alternativen es gibt, wird in den kommenden Absätzen beleuchtet.

Tücken eines eigenen Onlineshops

Für die meisten ist ein eigener Onlineshop der erste Gedanke, wenn man ein Unternehmen im E-Commerce gründen möchte. Absolute Kontrolle über alle Abläufe, keine Konkurrenz auf der Webseite und der volle Fokus der Zielgruppe. Die Vorteile liegen auf der Hand, die Umsetzung ist dabei oft gar nicht so profitabel.

Egal ob man Produkte in Europa oder Asien produzieren lässt, an einer eigenen Warenhaltung oder einem Fulfillment-Service kommt man nicht herum. Die Logistik ist aber nicht nur ein aufwändiger Bestandteil des E-Commerce, sondern auch ein wichtiger Hebel für die Marge und Kundenzufriedenheit. Kümmert man sich selbst um Lagerhaltung, Versand und Retourenmanagement, bedarf es entsprechender Lager, geschultes Personal und optimierten Abläufen. Kunden sind es heutzutage gewohnt die Ware in 1-2 Tagen zu erhalten und angenehmen Rückgabebedingungen gewährt zu bekommen. Was positiv für den Kunden ist, stellt eine Herausforderung für viele Onlinehändler dar.

Steht jedoch erstmal die Infrastruktur des Versands und des Retourenmanagement, geht es an die eigentliche Kundengewinnung und den Verkauf. Über die Online Marketinginstrumente von Facebook oder Google lassen sich gezielt relevante Interessenten auf den eignen Shop leiten. Eine laufende Aufgabe ist zudem die Optimierung des Shops für bessere Conversions-Rates. Sowohl das Schalten entsprechender Werbeanzeigen, als auch die Conversionoptimierung sind Fachbereich für sich und bestenfalls Aufgabe geschulter Mitarbeiter.

Dem Verkauf über einen eigenen Shop gegenüber steht der Verkauf auf Marktplätzen wie ebay, Otto oder Amazon. Wobei zuletzt genannte Plattform besonderes Augenmerk geschenkt werden kann.

Auf Europas größtem Marktplatz verkaufen

Mit einem Markenwert in Höhe von 415 Mrd. USD ist das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen an die Spitze der weltweit wertvollsten Marken geklettert. Neben der Idee, einen Online-Shop für alles und jeden zu eröffnen, waren es aber vor allem die Grundsätze und Prinzipien des Gründers, die zu Amazons heutigem Erfolg geführt haben.

Mit seinem breiten Angebot, den idealen Lieferbedingungen und konkurrenzlosen Preisen zieht Amazon immer mehr Kunden an und übertrifft seine eigenen Rekorde von Jahr zu Jahr. Während der Corona-Krise konnte Amazon im dritten Quartal 2020 seinen neuen Rekordumsatz in Höhe von 96,1 Milliarden USD erreichen. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2020 betrug der gesamte in Deutschland durch Online-Handel generierte Umsatz rund 19 Mrd. Euro.

Dabei erwirtschaftet Amazon den Großteil der Umsätze nicht selbst, sondern bietet Dritthändlern einen Marktplatz, um eigene Produkte einer Millionenreichweite anzubieten. Mit dem FBA-Programm hat Amazon einen attraktiven Service für E-Commerce Unternehmer ins Leben gerufen, das den Einstieg in den Onlinehandel erleichtert.

Amazon übernimmt für FBA Händler die gesamte Logistik der Warenlagerung, des Versands und des Retourenmanagements. Gleichzeitig können die Händler ihre Waren mit Prime-Versand anbieten und so einen wichtigen Teil an den Marktplatz abgeben. Das lässt sich Amazon jedoch bezahlen und nimmt je nach Produktkategorie einen Anteil am Verkaufspreis in Form von Gebühren. Für den Versand sind ebenfalls Fixkosten je nach Art, Größe und Gewicht des Produktes zu berücksichtigen. In Summe geht ein erheblicher Teil der Marge an Amazon, meistens mehr als bei einer eigenen Lagerhaltung.

Weitere Vorteile der Plattform sind jedoch die Bekanntheit sowie das bestehende Kundenvertrauen. Mit den internen Marketingmöglichkeiten wird eine riesige Reichweite für die Händler zugänglich ohne groß Vertrauen aufbauen zu müssen, wie es etwa bei einem eigenen Onlineshop der Fall ist. Bewertungen, Erfahrungen mit der Zahlungsabwicklung und Vertrauen in die schnelle Prime-Lieferung bewegen viele Kunden dazu immer wieder zu Amazon zurückzukehren und Bestellungen nur noch über die Plattform abzuwickeln.

Eine Entscheidung der Ressourcen

Ob man nun also mit weniger Kapitaleinsatz und Aufwand auf Amazon verkauft oder ein geschultes Team für den Aufbau eines eigenen Onlineshops inklusiver internen Lagerhaltung aufstellen möchte, ist am Ende eine Frage der verfügbaren Ressourcen und Kompetenzen. Beide Wege sind möglich und werden oftmals parallel gefahren, wobei ein Marktplatz für den Einstieg wohl besser geeignet ist.

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