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Duzen oder Siezen: Wer darf das Du anbieten?

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Während sich im privaten Bereich das Du immer stärker durchsetzt und Sie wahrscheinlich schief angesehen werden, wenn Sie beim Sport Ihr Gegenüber nicht duzen oder eine Mutter beim Elternabend in der Schule mit Sie anreden, sieht es im Arbeitsalltag schon anders aus. Hier spielen nicht nur der althergebrachte Knigge, sondern auch Kultur und Zeitgeist eine große Rolle und entscheiden über Sie oder Du.

Duzen im Berufsleben

Generell lässt sich festhalten, dass laut Knigge immer der Höherrangige dem Untergebenen das Du anbietet. Das heißt, dass der Chef seinem Mitarbeiter das Du anbietet. Hierbei kommt es also auf die Hierarchie im Unternehmen und nicht auf das Geschlecht an.

Bei Mitarbeitern, die in gleicher Position arbeiten, bietet die ältere Frau dem jüngeren Mann das Du an, der ältere Mann dem jüngeren und unabhängig vom Alter immer die Frau dem Mann. Ein Kriterium kann außerdem die Betriebszugehörigkeit sein. Hier gilt: Der länger Beschäftigte darf seinem neuen Kollegen das Du anbieten.

Es zeugt von schlechten Manieren, wenn Sie als Untergebener oder als jüngerer oder neuer Mitarbeiter vorpreschen und das Du ins Gespräch bringen.

Außerdem: Der Kunde bietet dem Mitarbeiter des Unternehmens das Du an – unabhängig von Alter, Geschlecht und gesellschaftlichem Rang.

Bei Firmenfeiern auf Du und Du

In entspannter Runde, etwa auf einer Firmenfeier oder auf einem Betriebsausflug, ist man schnell beim Du. Der Chef duzt Sie und bietet auch Ihnen das Du an. Natürlich können Sie darauf eingehen, doch sollten Sie darauf achten, was am nächsten Tag passiert: Wechselt der Vorgesetzte wieder zum Sie, dann sollten Sie das Angebot vom Vortag stillschweigend unter den Tisch fallen lassen. Wenn der Chef beim Du bleibt, dann können auch Sie ihn duzen.

Vorteile und Nachteile des Duzens

Für viele schafft das Du am Arbeitsplatz eine Vertrauensbasis. Die Hierarchien schwinden und der Ton wird offener. Gerade in internationalen Unternehmen hat sich das Du inzwischen durchgesetzt. Das persönliche Du stärkt Gemeinschaftsgefühl und Teamgeist, was zu einer besseren Zusammenarbeit untereinander und zu einer höheren Produktivität führt.

Für viele steht das Du allerdings für zu viel Nähe und eine falsch verstandene Vertrautheit unter Kollegen. Auch wenn der Vorgesetzte geduzt wird, steht er im Unternehmen noch immer an der Spitze und hat weiterhin die Weisungskompetenz. Das kann zu einem Kulturproblem führen. Aber auch hier gilt: Es kommt immer darauf an, wie ein Unternehmen damit umgeht und wie authentisch das allseitige Du wirkt.

Das Du ablehnen?

Sie sind im ersten Moment überrumpelt, wenn Ihnen der Chef oder ein Kollege das Du anbietet, da Sie eine professionelle Distanz zu den Kollegen und Vorgesetzten pflegen möchten. Natürlich können Sie freundlich ablehnen und Ihren Standpunkt darlegen – aber denken Sie daran: So schnell wird man Ihnen das Du nicht mehr anbieten. Und möchten Sie die oder der Einzige sein, der von allen gesiezt wird, während sonst am Arbeitsplatz das einvernehmliche Du herrscht?

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