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Bin ich in der Mittagspause unfallversichert?

Bin ich in der Mittagspause unfallversichert?

Der Arbeitstag ist anstrengend und fühlt sich unendlich lang an? Ein Highlight ist jedoch in Sicht: die Mittagspause. Der eine nutzt sie für einen kleinen Snack aus der Brotdose, der nächste macht einen ausgiebigen Spaziergang und wieder andere besuchen ein Restaurant ihrer Wahl oder die firmeneigene Kantine. Was Sie auch bevorzugen – immer wichtig zu wissen ist: Sind Sie in der Mittagspause unfallversichert?

Unfallversichert? Der Weg in die Mittagspause

Ihnen geschieht ein Unfall auf der Arbeit, auf dem Hin- oder Nachhauseweg? Während Sie etwaige Verletzungen und Schäden erleiden, können Sie sich zumindest auf eines verlassen: den Rückhalt der gesetzlichen Krankenversicherung. Doch wie sieht es in der Mittagspause aus? Um diese kurze Zeit ideal zu nutzen, sind oftmals Wege zurückzulegen: Sei es der Gang zur Kantine oder aber zu Orten abseits des Betriebs, beispielsweise in eine Fremdkantine (auch wenn eine firmeneigene vorhanden ist), in eine Gaststätte oder nach Hause – die Wege sind grundsätzlich versichert. Wichtig zu wissen: Der Zeitaufwand und die Wegstrecke müssen dabei in einem angemessenen Verhältnis zur Pausendauer stehen. Zudem dürfen Sie von Ihrem Weg nicht abweichen. Nicht versichert sind Sie, wenn Sie beispielsweise einen Abstecher beim Kindergarten, bei der Reinigung oder an einem anderen Ort abseits des öffentlichen Straßenraums einlegen. Aus Versicherungssicht besteht somit kein Grund, sein mitgebrachtes Brötchen auf dem Bürostuhl am Arbeitsplatz zu verspeisen – Sie können sich auf den Weg machen.

Mittagspause außer Haus: unfallversichert?

Der Weg zur Nahrung und damit zum Glück ist somit versichert. Doch wie sieht die Zeit aus, die Sie bestenfalls mit dem Essen der Nahrungsmittel Ihrer Wahl verbringen? Das Bundesverfassungsgericht vertritt die Auffassung, dass das Essen nicht zur versicherten Tätigkeit gehört. Stattdessen ist es eine Privatangelegenheit. Sie verlieren die Unfallversicherung an der Tür der Kantine, Gaststätte oder ähnlichem Gebäude, in dem Sie Ihre Nahrung zu sich nehmen werden. Der Aufenthalt ist unversichert. Dies gilt auch, wenn Sie Ihre Mittagspause in der firmeneigenen Kantine verbringen. Falls Sie sich daher überlegen, diese lieber ausfallen zu lassen, verraten wir Ihnen in unserem Tipp, ob Sie dazu verpflichtet sind, Ihre Mittagspause wahrzunehmen.

Mittagspause anders genutzt

Während die meisten Menschen die Mittagspause verwenden, um etwas zu essen, nutzen andere sie, um private Besorgungen zu erledigen. In dieser Zeit besteht kein Versicherungsschutz. Anders sieht es aus, wenn Sie die Zeit nutzen, um Besorgungen von Nahrungsmitteln zu erledigen, die Sie benötigen, um Ihre Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten und die Sie in Kürze am Arbeitsplatz verzehren möchten. Auch hier sind Sie jedoch nur während Ihres Weges unfallversichert, nicht während des Einkaufs selbst. Es gilt also: Brötchen und Apfel für den Nachmittag zu kaufen, ist versichert, nicht so der Großeinkauf für die ganze Familie. Steht Ihnen der Sinn nach Spaziergängen während der Mittagspause, sollten Sie berücksichtigen, dass sie auch währenddessen nicht unfallversichert sind. Kein Schutz besteht ebenso bei anderen Tätigkeiten wie Rauchen, Spielen oder Sport.

Besonderheit: Mittagspause im Homeoffice

Das Homeoffice stellt einen Spezialfall dar, in dem bisherige Entscheidungen des Bundessozialgerichts einen Versicherungsschutz meist ablehnen. Der Weg zur Nahrung muss eine relevante Handlung zur Erhaltung und Fortsetzung der Arbeitskraft darstellen. Zudem ist dieser Weg in der Mittagspause nur versichert, wenn er zeitlich und örtlich in eine objektiv bestehende betriebliche Ablauforganisation eingebunden ist. Dies sei allerdings beim Homeoffice nicht der Fall, da die Betroffenen dort keinen betrieblichen Vorgaben oder Zwängen unterliegen.

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