Der ideale Handschuh: entwickeln statt nur verkaufen

Interview mit Wilhelm Fitzner, Geschäftsführer der W.Fitzner Arbeitsschutz e.K.

Waren die Handschuhe früher zumeist aus Leder, so hat die W. Fitzner Arbeitsschutz e.K. heute Handschuhe aus modernsten Materialien im Sortiment. „Heute sind sehr feinfühlige Handschuhe gefragt“, erklärt Geschäftsführer Wilhelm Fitzner. „Sie müssen außerdem zweckmäßig sein. Die meisten Verletzungen in der Industrie passieren an der Hand und es gibt sehr viele Schnittwunden. Deshalb ist die Schnittfestigkeit der Handschuhe natürlich ein großes Thema.“

Zum Teil verkauft W. Fitzner Arbeitshandschuhe, die wegen der starken Beanspruchung gerade mal eine Woche halten, denn sie sind ganz anderen Belastungen ausgesetzt als im häuslichen Umfeld oder bei Hobbys. „Die meisten Handschuhe werden heute wegen der Verschmutzung weggeworfen, nicht wegen ihrer Abnutzung“, weiß der Experte.

Vielseitige Handschuhe

Die Anwendungsgebiete für die Handschuhe sind vielseitig. „‘Wozu brauche ich die Handschuhe?’, das ist die Frage, die wir uns heute stellen“, verdeutlicht Wilhelm Fitzner. „Wir wollen Handschuhe nicht nur verkaufen, sondern wir wollen sie auch entwickeln. Wir überlegen uns genau, was mit den Handschuhen gemacht werden und was geschützt werden soll.“

W. Fitzner vertreibt heute Handschuhe gegen elektrostatische Entladung sowie Schnittschutz-, Hitzeschutz- und Chemikalienschutz-Handschuhe und solche für Schweißer, Mechaniker und Montagearbeiter. Abgerundet wird das Sortiment durch Einweg-Handschuhe und Handschuhe für den Winter.

Eigenmarke PRO FIT® 

Etwa 20% des Sortiments machen Kopf- und Fußschutz sowie Bekleidung aus. Auch hier hält W. Fitzner ein sehr umfassendes Angebot bereit.
Die Bereiche Kopf- und Fußschutz beinhalten die verschiedensten Produkte wie Gehörschutz und Sicherheitsschuhe. Unter die Rubrik ‘Bekleidung’ fallen sämtliche Stücke, die die unterschiedlichsten notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Hinzu kommen diverse Einwegartikel sowie weitere Produkte wie Verbrauchsartikel.

Gerade aufgebaut wird die Eigenmarke PRO FIT®, die besonders hohen Anforderungen gerecht wird. Aktuell werden unter der Marke vom Handschuh über Atemschutzmasken und Schutzhelmen bis zu den Schuhen alle Produkte vermarktet. 

Dritte Generation 

Gegründet wurde das Unternehmen 1984 vom Vater des heutigen Geschäftsführers, der zunächst Handschuhe produzierte und später die Fertigung ins Ausland verlegte. Heute firmiert die W. Fitzner Arbeitsschutz e.K. mit der nwTec Arbeitsschutz und Freizeitartikel Gmbh unter einem Dach am Standort Preußisch-Oldendorf.

Insgesamt 26 Mitarbeiter beschäftigen die beiden Unternehmen. Der Umsatz liegt bei 26 Millionen EUR. Jährlich werden rund 450 Container mit Ware aus China, Malaysia und anderen Ländern des Fernen Ostens eingeführt. Die Kinder des jetzigen Geschäftsführers – also die dritte Generation – wollen das Unternehmen weiter voranbringen und streben auf Dauer einen Umsatz von 50 bis 60 Millionen EUR an.

Zu den Kunden gehören große Industrieunternehmen wie Würth und thyssenkrupp ebenso wie Baumarktketten. Der größte Teil des Umsatzes – rund 75 bis 80% – wird jedoch über den technischen Handel erzielt.

Während die Kunden früher überwiegend mittels Prospekten angesprochen wurden, steht heute der Onlineshop, der stetig ausgebaut wird, im Mittelpunkt der Aktivitäten. Außerdem präsentiert sich W. Fitzner regelmäßig auf der ‘Arbeitsschutz Aktuell’, der weltweit bedeutendsten Fachmesse der Branche. In den wichtigsten Fachzeitschriften wird zudem die Eigenmarke PRO FIT® beworben. „Unsere Außendienstmitarbeiter erklären die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten“, beschreibt Geschäftsführer Wilhelm Fitzner eine der Stärken des Unternehmens. 

Früher war er näher an den Kunden, aber diese Aufgabe haben mittlerweile seine Kinder übernommen. Heute ist der Geschäftsführer hauptsächlich für das operative Geschäft verantwortlich. Sein besonderes Steckenpferd ist dabei die Automatisierung. So war W. Fitzner weltweit eines der ersten Unternehmen, das Maschinen zum Ausladen von Containern und zum Befüllen von Hochregallagern eingesetzt hat. 

Ein weiteres Anliegen ist Wilhelm Fitzner die Einführung von Produkten des Arbeitsschutzes für Privatanwender. Diese sind nach seiner Auffassung jedoch noch viel zu teuer. „Wir leben in einem Industrieland und sollten beim Arbeitsschutz weltweit führend sein“, beklagt der Geschäftsführer. „Die Skandinavier sind deutlich besser ausgestattet und aufgeklärt. Noch vor zehn Jahren wurde in Deutschland vielfach ohne Helm und Gehörschutz gearbeitet. Heute ist beides auch hier Standard. „Vieles hat sich in den Betrieben bereits verbessert“, weiß er. „Trotzdem müssen wir auf vielen Gebieten weiter aufklären.“
 

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