Von der Rennstrecke bis zum serienreifen alternativen Antrieb

Interview mit Lars Jäger, Vertriebs- und Marketingleiter der Suter Industries AG

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Firmengründer Eskil Suter war in den 1990er-Jahren erfolgreicher Grand Prix-Rennfahrer in der 250 cm³- und 500 cm³-Klasse, bevor er 1996 mit der Gründung der Suter Racing den Schritt hinter die Kulissen wagte.

Erfolg auf der Rennstrecke

Eskil Suter war nicht nur Fahrer, sondern ist auch Tüftler mit einer beinahe unbegrenzten Begeisterung für Technik. Seine erste Innovation war die SuterClutch – eine völlig neuartige Kupplung, die den innovativen Anspruch des Unternehmens verdeutlichte.

„Diese technologischen Verbesserungen wurden mit bedeutenden Erfolgen auf der Rennstrecke belohnt“, sagt Vertriebs- und Marketingleiter Lars Jäger. „2010 gewann Suter Racing die Moto2- Konstrukteursweltmeisterschaft und konnte den Titel 2011 und 2012 erfolgreich verteidigen.“

Einer der Höhepunkte der Unternehmensentwicklung in dieser Phase war die Lancierung des Rennmotorrads Suter 500 im Jahr 2016. Als komplett inhouse entwickelte Vierzylinder-Zweitakt-Rennmaschine zeugte diese Entwicklung von der herausragenden technischen Kompetenz und Fertigungstiefe des Unternehmens.Gleichzeitig firmierte das Unternehmen in Suter Industries um, um die bereits im Jahr 2002 begonnene Diversifizierung der Aktivitäten besser widerzuspiegeln.

Ingenieurskunst vom Feinsten

Als Ideenschmiede und verlängerte Werkbank bietet Suter Industries seinen Kunden Ingenieurskunst vom Feinsten an. „Wir sehen uns als ausgelagerter Entwicklungsarm für unsere Kunden“, so Lars Jäger, der im Juli 2021 zu Suter wechselte. „Selbst namhafte Firmen wie BMW Motorrad kommen zu uns.“

Heute beschäftigt sich das Unternehmen zunehmend mit hocheffizienten Antrieben und alternativen Energieträgern. „Unter dem Motto ‘Passion for Power Density’ entwickeln wir effiziente Verbrennungsmotoren, hochmoderne hybride und elektrische Antriebssysteme und leistungsstarke Aggregate“, erklärt Lars Jäger. „So haben wir beispielsweise einen ultrakleinen Flugmotor entwickelt, der absolute Maßstäbe hinsichtlich seiner Größe und Leistung setzt.“

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft

Obwohl der Schwerpunkt derzeit auf Lösungen für die Elektromobilität liegt, ist Lars Jäger der Ansicht, dass die wirkliche Lösung der aktuellen Energieprobleme in der Wasserstofftechnologie liegt. „Wir haben ein großes Know-how in der Wasserstofftechnologie aufgebaut, das bereits in konkreten Projekten umgesetzt wird“, beschreibt der Vertriebsleiter. „Von unserem Kunden, aus der Schweiz welcher im Wasserstoff-Segment tätig ist, haben wir den Auftrag erhalten, ein revolutionäres Gerät zu konzipieren und zu bauen, welches nachhaltig den elektrischen Verbrauch reduzieren kann. Wir sind im Gespräch mit diversen Partner, welche im Wasserstoff tätig sind und große Produktionsanlagen bauen.“

Derzeit werden weltweit die ersten Energiespeicher auf Wasserstoffbasis integriert. „Wasserstoff eignet sich, im Gegensatz zu Strom, gut zur Speicherung von Energie und kann entweder in mobilen Speichern oder, ähnlich wie Erdgas, über Pipelines transportiert werden“, erklärt Lars Jäger.

Wasserstoffmobilität: eine saubere Lösung

Wasserstoff wird als vielversprechender und nachhaltiger Energieträger der Zukunft betrachtet. Die nötigen Infrastrukturprojekte für die Wasserstoffmobilität werden jedoch schon heute von visionären Unternehmen realisiert. So verfügt H2 Energy bereits über drei Wasserstoffanlagen in der Schweiz. Suter Industries will bei dieser Technologie ganz vorne dabei sein.

„Wir sind beispielsweise heute schon in der Lage, neue Züge mit Wasserstoff-Powerpacks zu bauen“, bestätigt Lars Jäger. „Dies würde es uns ermöglichen, einen großen Schritt weg von fossilen Brennstoffen zu machen.“ Die Wasserstoffmobilität bietet mehrere entscheidende Vorteile, nicht zuletzt die wesentlich größere Reichweite und die schnellere Betankung im Vergleich zu E-Mobilitätslösungen. Leider sei der politische Wille, solche Initiativen zu unterstützen, noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden, bedauert der Vertriebsleiter: „Es braucht Mut, etwas zu ändern. Wir wollen zeigen, was möglich ist und andere Leute für diese Technologie begeistern.“

Klein, aber dafür agil

Lars Jäger ist froh, in einem so innovativen Unternehmen in einer so zukunftsorientierten Branche zu arbeiten: „Ähnlich wie unsere Motorräder sind wir klein aber dafür schnell und wendig. Passion für Leistungsdichte ist unsere DNA. Hier ist es möglich, etwas zu bewegen. Wir sind ein klassisches KMU mit ‘nur’ 40 Mitarbeitern. Dafür sind wir unglaublich leistungsfähig und innovativ. Dies ist auf unseren Hintergrund im professionellen Motorsport zurückzuführen: Wenn man gewinnen will, muss man der Beste sein. Wir sehen die Herausforderungen und finden dafür die passenden Lösungen. Das macht die Arbeit so spannend.“

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