incampus Ingolstadt: Neue Heimat für Technologien der Zukunft

Interview mit Dr.-Ing. Christof Messner, Geschäftsführer und Norbert Forster, Geschäftsführer der IN-Campus GmbH

Die IN-Campus GmbH ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Private Public Partnership, also das Joint Venture eines privaten Unternehmens mit einer öffentlichen Institution. Der Autohersteller Audi und die Stadt Ingolstadt haben sich zusammengetan, um gemeinsam einen Ort zu schaffen, der Kreativität ermöglicht und Raum für innovative Ideen bietet. „Hier haben wir zunächst einmal verschiedene Immobilienprojekte umgesetzt“, erläutert Dr.-Ing. Christof Messner, gemeinsam mit Norbert Forster Geschäftsführer der IN-Campus GmbH. „Eines davon ist ein großes Fahrzeugsicherheitszentrum der AUDI AG. Hier führt Audi klassische Crash-Tests durch. Das ist eine hochmoderne Anlage, wo nicht nur die aktuell gesetzlich vorgeschriebenen Tests durchgeführt, sondern auch zukünftige Entwicklungschancen und Potenziale berücksichtigt werden können.“ Weitere Immobilien auf dem Gelände des incampus sind die sogenannten Projekthäuser.

In deren Erdgeschoss wird in Werkstätten direkt an der Entwicklung neuer Fahrzeuge gearbeitet. Im ersten Stockwerk befinden sich Laborräume, in denen Hard- und Software geprüft wird, darüber klassische Büroräume. Der dritte Gebäudekomplex beinhaltet ein Rechenzentrum von Audi. In diesem Immobilienkomplex nutzt Audi einen Teil der Gebäude selbst, andere stehen Entwicklungspartnern zur Verfügung.

Neue Firmen ansiedeln

Anfang 2025 wurde mit der internationalen Vermarktung weiterer Flächen begonnen. „Hier möchten wir weitere namhafte Technologiefirmen ansiedeln“, verdeutlicht Dr.-Ing. Christof Messner. „Dabei erweitern wir unser Spektrum über die Automobilindustrie hinaus auf weitere Zukunftstechnologien wie Automatisierung, Produktionstechnik und Robotik. Wir haben auch Firmen aus den Bereichen KI und Softwareentwicklung angesprochen, ebenso wie Defense, Security und Energy.

Auf unserem Campus sollen zukunftsgerichtete Technologiefirmen eine Heimat finden, um ihre Entwicklung und Produktion voranzutreiben. Interessant finden wir auch Branchen, deren Neuentwicklungen der Automobilbranche wiederum neue Impulse geben.“

Viele Möglichkeiten

Neben der Möglichkeit zukunftsorientierte Unternehmen auf einer 40 ha großen Fläche anzusiedeln, bietet der incampus viele weitere Vorteile. So lassen sich zum Beispiel Gebäude als Eventlocation nutzen, es gibt Kooperationen mit Partnern, zum Beispiel mit der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und dem Innovationsprojekt 5Going für Ingolstadt. „Mit der Autobahn A9 und der Anbindung an den ICE sind wir gut zu erreichen“, sagt Dr.-Ing. Christof Messner. „Mit der Achse Ingolstadt–Nürnberg–Augsburg haben wir auch eine sehr gute Industrieinfrastruktur mit vielen spannenden Technologiefirmen und qualifizierten Arbeitskräften. Hinzu kommen die Technische Hochschule Ingolstadt und die KU Eichstätt-Ingolstadt.“

Maximal energieeffizient

So zukunftsorientiert wie die Möglichkeiten zur Ansiedlung neuer Firmen und Forschungseinrichtungen ist auch die Infrastruktur des incampus. Großer Wert wurde dabei auf modernste Technologien gelegt, die den höchsten Nachhaltigkeitsstandards entsprechen und ein Optimum an Energieeffizienz ermöglichen. So erlaubt das auf dem auf dem Gelände verlegte LowEx-Netz innovatives Heizen und Kühlen, ein smartes Cross Energy Concept (CEC) steuert das gesamte Energiemanagement höchst intelligent und schont Ressourcen. Die Nutzung von Grundwasser, thermoaktive Bauteile und thermische Speicher sowie Photovoltaik, Energiespeicher, intelligente Straßenbeleuchtung und Smart Charging von Elektrofahrzeugen sind nur einige Komponenten der State-of-the-Art-Lösungen.

Gelungene Kooperation

Gegründet wurde die IN-Campus GmbH 2010. Seinerzeit suchte Audi nach Kapazitäten für den Bau eines Entwicklungszen­trums. Mit der Brachfläche einer früheren Ölraffinerie war ein solches Grundstück verfügbar. „Der große Vorteil war, dass wir die kontaminierte ehemalige Industriefläche nur zu reinigen brauchten“, verdeutlicht Norbert Forster. „Sie war bereits vorhanden und wir mussten für das Projekt keine neuen Flächen versiegeln.“

So erfolgte die Gründung der IN-Campus GmbH als Joint Venture der AUDI AG und der IFG Ingolstadt AöR als 100%iger Tochtergesellschaft der Stadt Ingolstadt. Von 2016 bis 2018 wurde das Gelände saniert, 2018 starteten Erd- und Rohrleitungsbau, 2021 konnte die Energiezentrale in Betrieb genommen werden, 2022 das Rechenzentrum und 2023 das Fahrzeugsicherheitszentrum. Neben der funktionalen Gestaltung der Gebäude und des Geländes wurden auch viele Sport- und Freizeitangebote geschaffen. Plätze für Volleyball, Basketball, Boule und Calisthenics sind ebenso vorhanden wie Beachclub, Grillplatz und Spielgeräte. Ein Restaurant und eine Kaffeebar runden das Angebot ab.

Aufbruchstimmung

In nur wenigen Jahren hat sich der incampus zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. „Im Gegensatz zu manch anderem Projekt haben hier von Anfang an alle Beteiligten an einem Strang gezogen. Politisch und wirtschaftlich wurden alle Akteure mitgenommen“, unterstreicht Norbert Forster. Vor diesem Hintergrund sehen die Verantwortlichen die Zukunft des incampus sehr positiv. „Unsere Vision ist klar“, sagt Dr.-Ing. Christof Messner. „Wir wollen einen spannenden Technologiecampus mit guten Arbeitsbedingungen schaffen. Mit der Vermarktung streben wir den nächsten großen Schwung an Projekten an. Es herrscht Aufbruchstimmung.“

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