Die Früchte Sardiniens im Glas

Interview mit Elio Carta, Geschäftsführer und Inhaber der Silvio Carta s.r.l.

Wenn ein Kind eine Leidenschaft für Wein entwickelt, ist das normalerweise nicht im Sinne der Eltern. Bei Elio Carta, Geschäftsführer und Inhaber der Silvio Carta s.r.l., war das anders. „Ich bin mehr oder weniger in der Firma geboren“, erzählt er.

Schon sein Großvater hatte begonnen, im kleinen Stil mit einem Vernaccia-Wein aus dem Tal von Tirso zu handeln und lagerte ein paar Fässer im Keller. Dessen Sohn Silvio, Elios Vater, gründete 1952 die Firma und stellte Vernaccia selbst her. „Bis 1981 haben wir 3,5 Millionen l verkauft“, berichtet Elio Carta, der nach einer Ausbildung zum Önologen 1972 ins Unternehmen des Vaters einstieg. In seiner Hand liegen unter anderem die Produktion und die Kreation der Produkte. Zu ihnen zählen neben vier Weinsorten auch Myrte-, Zitronen- und Lakritz-Liköre, Wermut, Grappa und Gin.

Für sie hält das Land die besten Zutaten bereit. 8,5 ha Grund stehen Silvio Carta zum Anbau zur Verfügung. „Auf einer Fläche von 1,5 ha stehen unsere Zitronenbäume, die Lakritze wächst gleich um die Ecke. Es ist schön zu wissen, dass man direkt nebenan die Zutaten für die eigenen Produkte pflücken kann“, findet Elio Carta.

Das Beste ist das Ziel

Innovationen waren immer ein wichtiger Bestandteil der Firma. An neuen Produkten wird jahrelang geforscht. „Bei dem weißen Wermut hat es zehn Jahre gedauert. Man braucht Zeit und darf es nicht eilig haben“, so der Geschäftsführer.

Elio Carta
„Es ist schön zu wissen, dass man direkt nebenan die Zutaten für die eigenen Produkte pflücken kann.“ Elio CartaGeschäftsführer und Inhaber

Geduld ist für ihn der größte Erfolgsfaktor. Zudem habe seine Familie nie auf die Kosten geschaut: „Für einen Liter Alkohol verwenden wir 1.200 Beeren. Normalerweise nimmt man höchstens 400. Aber wir wollen das Beste.“

Die 20 Mitarbeiter stehen zusammen wie eine große Familie, betont er. Und der Markt sei gut: „Man trinkt weniger, achtet aber mehr auf Qualität.“ 6,7 Millionen EUR beträgt der Jahresumsatz der Firma. Inzwischen hat Silvio Carta begonnen, auch ins Ausland, nach Deutschland, Dänemark und in die Schweiz, zu verkaufen. Elio Carta ist überzeugt: „Ich glaube, dass man etwas tut, weil man es fühlt. Geduld und Liebe führen zu den besten Ergebnissen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Wo jeder Tropfen zählt

Interview mit Dipl.-Ing. Mirko Ebeling, Geschäftsführer und Gründer der Ebetech GmbH

Wo jeder Tropfen zählt

Die globale Pharmaindustrie wächst rasant: Neue Therapieformen, eine alternde Weltbevölkerung und der verbesserte Zugang zu Medikamenten in Schwellenländern sorgen für anhaltend hohe Nachfrage. Wer in diesem anspruchsvollen Umfeld liefern will,…

Mehr als das perfekte Schnitzel

Interview mit Peter Schulze, CEO der Gierlinger Holding GmbH

Mehr als das perfekte Schnitzel

Ob knusprig goldbraun aus der Pfanne oder klassisch mit einer Zitronenscheibe serviert: Das Schnitzel gehört seit Generationen zu den beliebtesten Gerichten der Gastronomie. Kaum eine Speisekarte kommt ohne diesen zeitlosen…

Der Gipfel ist erst der Anfang

Interview mit Sebastian Schaller, General Manager Germany der Oberalp Deutschland GmbH

Der Gipfel ist erst der Anfang

Wer über Bergsport spricht, kommt an der Oberalp Gruppe kaum vorbei. Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Bozen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem internationalen „House of Mountain…

Spannendes aus der Region Zeddiani (OR)

Ein rotes Wunder erleben

Interview mit Andrea Piga, Export Manager der Casar SRL

Ein rotes Wunder erleben

Sie ist gesund und lecker und aus unserem Speiseplan nicht wegzudenken – die Tomate. Was ihre Qualität angeht, gilt die sehr einfache Regel ‘Je reifer, desto besser’. Kein Wunder, dass…

Vom Schrott bis zum fertigen Stahlprodukt

Interview mit Clara Stabiumi, Mitglied des Verwaltungsrats der Alfa Acciai S.p.A.

Vom Schrott bis zum fertigen Stahlprodukt

Die europäische Stahlindustrie agiert heute in einem besonders anspruchsvollen Umfeld, das von hohen Energiekosten, internationalem Wettbewerb, immer strengeren regulatorischen Vorgaben sowie der Notwendigkeit geprägt ist, nachhaltigere Produktionsprozesse einzuführen. Die Alfa…

„Wir wollen bei der Energiewende eine aktive Rolle spielen“

Interview mit Alessio Perrucci, Geschäftsführer von Klimavorteil.de

„Wir wollen bei der Energiewende eine aktive Rolle spielen“

Steigende Temperaturen, hohe Energiekosten und der Wunsch nach effizienten Lösungen für das eigene Zuhause verändern den Markt für Klima- und Heiztechnik spürbar. Was früher oft über den lokalen Fachhandel lief,…

Das könnte Sie auch interessieren

Geschmack trifft Emotion

Interview mit Lukas M. Walchhofer, geschäftsführender Gesellschafter von STAY SPICED !

Geschmack trifft Emotion

Was macht aus einem Gewürz ein Lifestyle-Produkt? Die SPICEWORLD GmbH vereint in ihrer Marke STAY SPICED ! hochwertige Rohstoffe, nachhaltige Produktion und eine emotionale Markenwelt. So entwickelte sich das Unternehmen…

„Unser Wissen kann man nicht aus Büchern lernen!“

Interview mit Julian Tröger, Geschäftsführer der Collectors Wine World GmbH

„Unser Wissen kann man nicht aus Büchern lernen!“

Als schlagkräftiges Distributionsunternehmen für Fine Wine hat sich die Collectors Wine World bei erlesenen Direkt- und Retailkunden einen Namen gemacht. Um sein Profil im Markt weiter zu schärfen, will Geschäftsführer…

Spirituosen im Wandel

Interview mit Carola Scivetti, Trade Marketing Manager der Fratelli Francoli S.p.A.

Spirituosen im Wandel

Traditionelle Brennkunst, internationale Märkte und ein wachsender Fokus auf Nachhaltigkeit: Die italienische Destillerie Fratelli Francoli gehört zu den etablierten Familienunternehmen der Branche. Seit über einem Jahrhundert prägt sie die Produktion…

TOP