Alles für die Außenhülle

Interview mit Marc Pröchel, Geschäftsführer der Pröchel GmbH

Pröchel ist der führende Anbieter von Fenster- und Fassadenkonstruktionen im Umkreis von 100 km um die Metropolregion Nürnberg. „Wir gehören zu den Top 5-Kunden von Schüco in Bayern, einem der größten Hersteller von Fenster-, Tür- und Fassadensystemen“, sagt Geschäftsführer Marc Pröchel. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Schwanstetten weniger Kilometer südlich von Nürnberg deckt das komplette Leistungsspektrum ab, von der Entwicklung über den Vertrieb, die Projektierung und die Herstellung bis zur Montage.

Zu den Kunden gehören gewerbliche und öffentliche Auftraggeber, insbesondere im Bereich Bürogebäude. Hervorgegangen ist die Pröchel GmbH aus dem Zusammenschluss zweier Branchenführer im Jahr 2021: der Herzog Metallbau GmbH und der Oberland Fassadensysteme GmbH. „Wir haben zwei starke Marken zusammengeführt“, erläutert Marc Pröchel, der zuvor Geschäftsführer der Oberland Fassadensysteme GmbH war. „Damit befinden sich jetzt Metallbau und Fassadenkonstruktion unter einem Dach.“

Baubranche boomt

Die im vergangenen Jahr entstandene Pröchel GmbH baut auf der langjährigen Kompetenz der Firma Herzog auf, die 1945 in Nürnberg gegründet wurde. Im Laufe der Zeit hat sich das Unternehmen zu einem der führenden Metallbaubetriebe im Großraum Nürnberg entwickelt. Die Firma Oberland wurde 1995 gegründet, ebenfalls in der fränkischen Großstadt. 2004 wurde der Sitz nach Schwanstetten verlegt.

Heute, ein Jahr nach dem Zusammenschluss von Herzog und Oberland, präsentiert sich Pröchel als modernes Fertigungsunternehmen mit 100 Mitarbeitern an zwei Standorten – Schwanstetten und Nürnberg – und einem Umsatz von 14 Millionen EUR. Trotz der Pandemie habe die Baubranche weiter geboomt, so Marc Pröchel: „Die ersten eineinhalb Jahre gab es kaum Einschränkungen auf dem Bau. Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum, obwohl uns inzwischen Lieferketten-Probleme und Preissteigerungen zu schaffen machen.“

Um auf die gestiegenen Anforderungen zu reagieren, treibt Pröchel den Ausbau der Fertigung weiter voran. „Den reinen Handwerksbetrieb wird es in Zukunft nicht mehr geben“, ist Marc Pröchel überzeugt. In diesem Jahr wird die Blech- und Stahlabteilung in Schwanstetten erweitert, um noch mehr Eigenleistung zu erbringen. Zugleich wird die Digitalisierung der Fertigung immer weiter ausgebaut. „Wir sind hier schon sehr weit und vorne mit dabei“, erklärt Marc Pröchel. Beim Ausbau der Fertigung legt Pröchel großen Wert auf Nachhaltigkeit. So betreibe man Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung und entwickle Nachhaltigkeitskonzepte für die Baustellen. „Das geht Richtung Kreislaufwirtschaft und zielt darauf ab, Abfälle zu vermeiden oder ressourcenschonend zu recyceln“, so Marc Pröchel.

Anspruchsvolle Projekte

Pröchel hat schon viele herausragende Projekte realisiert. Dazu gehören der Bürokomplex Campus Marienberg im Nürnberger Norden für die Tucher-Stiftung, das Tafelhof-Palais am neuen Bahnhofsviertel in Nürnberg, zahlreiche Autohäuser oder die Gebäude der Feser-Graf-Gruppe, eine der größten Autohandelsketten in Deutschland.

Zu den jüngsten anspruchsvollen Architekturprojekten zählen der Neubau einer Backakademie und eines Technikums der IREKS-Gruppe in Kulmbach, einem weltweit tätigen Anbieter von hochwertigen Backzutaten, und die Fassadenkonstruktion für das neue Bürogebäude der SCANLAB AG in Puchheim, dem weltweit führenden Anbieter von Scan-Lösungen, bei der Glas, Blech und Naturstein kombiniert wurden. Zu vielen Kunden unterhält Pröchel langjährige Beziehungen.

„Wir leben von Stammkunden und sind auch unter schwierigen Bedingungen ein verlässlicher, treuer Partner“, sagt Marc Pröchel. Um dem wachsenden Fachkräftemangel in der Baubranche entgegenzuwirken, hat Pröchel gemeinsam mit Schüco ein Programm für Neu- und Quereinsteiger ins Leben gerufen. Auch in der Fertigung werde es immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden, so Marc Pröchel.

Komplette Außenhüllen

In den letzten Jahren ist Pröchel stark gewachsen, aber Wachstum um jeden Preis sei nicht das Ziel des Fassadenspezialisten. „Wir erweitern derzeit den Service- und Wartungsbereich sowie unser Angebot an Automatiktüren“, erklärt Marc Pröchel. „Wir wollen unseren Anteil an der Wertschöpfungskette ausbauen. In Zukunft wird auch die Instandhaltung älterer Gebäude ein Thema.“

Parallel werden die Digitalisierung der Fertigung und die Prozessoptimierung weiter vorangetrieben, um die Effizienz der Produktion zu steigern und die Folgen des Fachkräftemangels abzumildern. „Wir sind in der Region gut etabliert und wollen uns konstant weiterentwickeln“, beschreibt Marc Pröchel die auf Nachhaltigkeit ausgelegte Wachstumsphilosophie des Unternehmens. „Die Projekte werden größer, wir müssen weiter in Industrialisierung investieren und wachsen. Immer mehr Bauherren wollen nur noch einen einzelnen Partner für die gesamte Außenhülle haben, inklusive Dach. Dementsprechend müssen wir unser Portfolio erweitern und uns noch mehr in Richtung Generalunternehmer für die gesamte Außenhülle entwickeln.“

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