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„Beim Brennen bin ich am liebsten allein!“

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Seine Leidenschaft für edle Obstbrände entdeckte der Geschäftsführer der Edelbrandmanufaktur Wilhelm Marx über seine Liebe zum Wein: „Wein ist eigentlich meine Leidenschaft, aber die Trauben wachsen im Bayerischen Wald nicht, wo wir 2004 unser Anwesen erworben haben.“ So machte der findige und detailverliebte Unternehmer aus der Not eine Tugend. Er erwarb das erforderliche Brennrecht und absolvierte an der Universität Hohenheim eine Ausbildung zum Brenner und in Weihenstephan eine weitere zum Edelbrandsommelier.

Hoher Aufwand

„Damit war ich gut gerüstet“, beschreibt Wilhelm Marx seine Vorbereitungszeit. „Ich möchte mit viel Akribie etwas Gutes produzieren, das zudem schmackhaft ist. Ein gutes Produkt mit Dichte, Harmonie und Länge ist mir wichtig. Unser Aufwand ist exorbitant, deshalb sind wir eine Manufaktur im wahrsten Sinne des Wortes.“

Wie hoch der Aufwand ist, zeigt sich zum Beispiel daran, dass aus 1,2 t Vogelbeeren gerade einmal 9 l Alkohol destilliert werden. Für 11 l Quittenbrand sind 780 kg Früchte erforderlich.

Frische Rohstoffe

„Je höher die Beschaffenheit und die Qualität der Rohware ist und je sauberer wir arbeiten, desto besser wird die Qualität“, sagt der Firmengründer. „Bei uns gibt es keine Aromen und keine Zusatzstoffe, sondern nur Frucht pur. Bei den Likören arbeiten wir mit dem Minimum an Zucker, das notwendig ist, also zwischen 10 und 12%. Das Obst ist immer frisch und unser Ingwer wird aus Thailand eingeflogen – samstags wird er geerntet und dienstags ist er bei uns. Seit zwei Jahren sind wir biozertifiziert. Auch wenn bei uns nicht ‘Bio’ draufsteht, ist bei uns Bio drin. Nur der tote Fisch schwimmt mit dem Strom, ich nicht.“

Das Portfolio von Wilhelm Marx umfasst neben Edelbränden und Edelgeisten auch Edelliköre, Gin & Tonic sowie Gläser & Zubehör, Schokolade & Pralinés.

Bei null begonnen

„Unsere Zielgruppen sind der gehobene Feinkosthandel, die gehobene Gastronomie und die gut sortierte Hausbar“, erläutert Wilhelm Marx. „In der Schweiz sind wir – wie in Deutschland – mit einem sehr guten Handelshaus unterwegs. Präsent sind wir auch in Island, Hongkong, Österreich und Südtirol. Eine gewisse Breite an Märkten bringt auch eine gewisse Stabilität. Wir haben bei null begonnen, es gab keine Kontakte. Irgendwann ist das Haus Dallmayr aus München auf uns zugekommen. Man findet uns aber auch in gut sortierten Filialen von Kaufhof und in unserem eigenen Onlineshop.“

Ingwer als Einstieg

Ein Jahr nach dem Start des Unternehmens 2012 war die Edelbrandmanufaktur Wilhelm Marx auf der Fachmesse ‘Wine and Spirits’ in Hongkong mit einem 12 m² großen Stand vertreten. „Ab mittags standen dort 200 Menschen, wir wurden regelrecht überrollt“, erinnert sich der Firmengründer. „Mit unseren beiden Ingwerprodukten haben wir die Asiaten direkt ins Herz getroffen und in Hongkong wurde sogar in der Tageszeitung über uns berichtet. Unser GINGERLIQ hat den ersten Platz unter 2.000 Produkten belegt. Dabei habe ich auch unseren ersten Distributeur in Asien kennengelernt. Mit unseren beiden Ingwerprodukten haben wir den Eintritt in die Märkte geschafft. Sie zeigen den Ingwer in seiner schönsten Form. Unser erfolgreichstes Produkt ist der Gin – mit Wacholderbeeren, Zitronengras und anderen Komponenten. Mittlerweile haben wir verschiedene Sorten und auch ein eigenes Tonic.“

Sehr oft ausgezeichnet

Bei internationalen Wettbewerben belegt Wilhelm Marx immer wieder erste Plätze. So errang GINGER No. 1 Gold bei der europäischen ‘Destillata’ und beim ‘The Global Spirits Master Award’. Auch beim ‘World Spirits Award 2016’ erhielten die Ingwerprodukte GINGERLIQ und GINGER No. 1 wieder Goldmedaillen.

Bei der ‘Destillata 2016’ heimsten das Bärwurz-Elixier und der Waldhimbeerbrand jeweils Goldmedaillen ein. Weitere Auszeichnungen im folgenden Jahr errangen Waldhimbeerbrand, Blutwurz und Enzian sowie Sizilianische Bio-Zitrone und Bio-Orange.

„Das freut mich natürlich“, verrät Wilhelm Marx. „Mittlerweile werden wir intern empfohlen, das ist die beste Werbung.“ Er ergänzt: „Beim Brennen bin ich am liebsten allein.“ Ansonsten geht ihm die Familie in der Brennerei zur Hand, ein Mitarbeiter kümmert sich um Lager, Logistik und Finishing. „Wir verzeichnen eine sehr gute Entwicklung“, freut sich der Geschäftsführer. „Den Vertrieb mache ich selbst über unseren Onlineshop, den Feinkosthandel und die gehobene Gastronomie. Das bringt uns wiederum Nachfrage vom Endverbraucher.“

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