Lebensretter mit Nobelpreishistorie

Interview mit Dr. Lutz Bonacker, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH

Der Nobelpreis für Medizin bestätigte das, wovon heute die ganze Welt profitiert: Emil von Behring, der 1904 die Behringwerke gründete, hatte Forschungsgeschichte geschrieben und diese in das erste Unternehmen weltweit einfließen lassen, das Proteine aus Blutplasma nutzbar macht. Ursprünglich für Diphterie und Tetanus gedacht, legte Emil von Behring mit seiner Serumtherapie die Grundlage für die heutige, moderne Immunologie.

Moderne Immunologie 

Dr. Lutz Bonacker, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH, weiß, welches Erbe sein Unternehmen mit dem Namen Emil von Behring mitbringt: „Die DNS von Emil von Behring, seine Pionierarbeit, heilende Bestandteile vom Blut zur Behandlung von Krankheiten einzusetzen, die verpflichtet natürlich und zwar im allerbesten Sinne! Es macht mir unheimlich Spaß für ein Unternehmen zu arbeiten, mit dem man – im Sinne der Patienten – so viel erreichen kann. Unser zentrales Versprechen an unsere Patienten, täglich für die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu arbeiten, sagt hier alles.“

Dr. Lutz Bonacker ist seit über zwölf Jahren beim Unternehmen, dessen Entwicklung er als ausgesprochen spannend bechreibt. „Unseren ‘Patientenfokus’ sehen wir mittlerweile aus einer globalen Perspektive. Denn wir sind ein internationales Großunternehmen geworden, das der medizinischen Community weltweit seinen Fortschritt zur Verfügung stellt.“

Das internationale Biotech-Unternehmen CSL hat seit 1916 seinen Sitz in Melbourne, Australien. CSL, die Commonwealth Serum Laboratories, sind heute die Muttergesellschaft von CSL Behring. „Es war klar, dass der Name Behring auch bei einer neuen Firmenstruktur relevant bleibt“, erklärt Lutz Bonacker. „Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Muttergesellschaft auf über 100 Jahre Medizingeschichte zurückblicken kann und führender Hersteller lebensrettender Biotherapeutika war und ist. Die Namen CSL und Behring haben so auf internationaler Ebene eine sehr positive Reputation.“

Dieser Reputation folgend, widmen sich heute 20.000 Mitarbeiter in über 30 Ländern dem Gebiet der Biotherapeutika. Bemerkenswerte 1.400 Teammitglieder bringen die Forschung im Unternehmen voran. Die CSL Behring GmbH in der traditionsreichen Universitätsstadt Marburg ist die größte von weltweit acht Produktionsstätten.

„Wir sind in Marburg, wo Emil von Behring gelehrt hat und haben so Zugriff auf den Nachwuchs. Der ist immens wichtig für ein forschungsbasiertes Unternehmen wie das unsrige. Wir wollen fortlaufend Qualität liefern. Das ist nicht Ziel, sondern Grundbedingung dafür, sichere und wirksame Medikamente für die Patienten zu liefern.“

Die CSL Behring hat ihr Portfolio somit weiter differenziert und ist heute in fünf Bereichen der Protein-Chemie aufgestellt, die von der Immunglobulin- beziehungsweise Antikörpergewinnung über Plasmaprodukte für unterschiedliche Gerinnungsstörungen bis zur Erforschung von künftigen, bahnbrechenden Therapeutika zur Verhinderung von Schlag- und Herzanfällen reichen.

CSL Behring Dr. Lutz Bonacker
„Die DNS von Emil von Behring wird heute noch im Unternehmen gelebt. Dank seiner Pionierarbeit können wir im Sinne der Patienten viel erreichen und unser Versprechen erfüllen.“ Dr. Lutz BonackerGeschäftsführer

„Sie sehen hier natürlich, dass wir uns auch in der Forschung stets weiterentwickeln“, erläutert der Geschäftsführer. „Wir schauen uns genau an, welche Bedürfnisse bei den Patienten primär existieren. Nur wenn man auf dieser Basis Produkte entwickelt, kann man langfristig erfolgreich sein.“

Für einige sehr seltene Krankheiten entwickelt die CSL Behring heute bereits Spezialprodukte und nimmt sich nicht zuletzt auch der Organtransplantation an. Die Inhouse-Expertise kann hier bestens für ein späteres Überleben der Organe nutzbar gemacht werden.

Forschung im Bereich der Biotherapeutika bleibt aber komplex. „Unser Know-how ist schon sehr gut. Dennoch kann eine Produktentwicklung bis zu zehn Jahre dauern, was normal ist. Wir wollen mit dem Produkt schließlich für unsere Patienten den Unterschied ausmachen – auf höchstem Niveau.“

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