MedTech mit Verantwortung – Lösungen, die verbinden

Interview mit Laura Garcia Baglietto, Executive Vice President Medical Devices & Environment International der GBA Group und Dr. Timo Lebold, Geschäftsführer der GBA MDS GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Garcia Baglietto, die GBA Group ist stark gewachsen – was steht hinter dieser Dynamik?

Laura Garcia Baglietto: Wir verstehen uns als Life Sciences-Dienstleister mit einer klaren Mission: Wir wollen ein echter Partner für unsere Kunden sein, indem wir mit unserer Expertise im Bereich Laboranalytik, Beratung und Entwicklung dazu beitragen, sichere und wirksame Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Das ist kein Selbstzweck – wir leisten damit einen direkten Beitrag zur Patientensicherheit, zur Versorgungssicherheit und letztlich zur Lebensqualität. Die GBA ist seit 1989 stetig gewachsen – mittlerweile sind wir in 13 Ländern mit rund 4.000 Mitarbeitern aktiv. Wachstum allein ist jedoch nicht das Ziel: Entscheidend ist, dass wir mit diesem Wachstum Wirkung entfalten.

Wirtschaftsforum: Wie zeigt sich diese Wirkung konkret, beispielsweise bei MDS?

Dr. Timo Lebold: Die GBA Medical Device Services in Gilching ist ein gutes Beispiel. Seit der Integration vor zwei Jahren haben wir hier tiefgreifende Modernisierungen vorgenommen. Wir haben den Standort neu aufgebaut, die Laborfläche vervierfacht und stark in Digitalisierung, Automatisierung und Fachkräfte investiert. Das alles im laufenden Betrieb, was man durchaus als Operation am offenen Herzen bezeichnen kann. Ziel war, schnell und zuverlässig auf die steigende Nachfrage im Bereich Medizintechnik reagieren zu können – mit effizienten Abläufen, kurzen Durchlaufzeiten und einer hohen Analysequalität.

Wirtschaftsforum: Frau Garcia Baglietto, wie binden Sie als Führungskraft diese Dynamik in die gesamte Unternehmensstrategie ein?

Laura Garcia Baglietto: Für mich ist entscheidend, dass wir die Stärken unserer dezentralen Struktur nutzen. Die GBA ist eine Gruppe aus sehr unterschiedlichen, oft unternehmerisch geprägten Einheiten. Wir homogenisieren nicht, sondern fördern Synergien, wo sie sinnvoll sind. Dabei ist unsere Aufgabe, Integration strategisch zu denken: Wir verbinden Know-how, schaffen Räume für Entwicklung und pflegen den Unternehmergeist innerhalb der Gruppe. Unser Ansatz ist nicht nur operativ getrieben, sondern auch kulturell: Wir respektieren das, was unsere Partnerunternehmen erfolgreich gemacht hat – und bauen darauf auf. So bleiben wir anpassungsfähig, resilient und nah an den Bedürfnissen unserer Kunden.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden?

Laura Garcia Baglietto: Unsere Kunden profitieren von einem starken Netzwerk, das alle Phasen im Lebenszyklus eines Medizinprodukts begleiten kann: von der Entwicklung über die Testung bis zur Marktüberwachung. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen sind wir oft ein entscheidender Partner, um regulatorische Hürden zu überwinden und ein Produkt überhaupt marktfähig zu machen. Das kann bedeuten, dass wir beim Aufbau eines Zulassungsdossiers helfen oder spezifische Teststrategien entwickeln – immer mit dem Ziel, sichere, nachhaltige Produkte zu ermöglichen. Und das oft im Hintergrund. Wir sind nicht laut, aber wir sind entscheidend.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen von Sinnstiftung – wo genau liegt für Sie persönlich der Sinn Ihrer Arbeit?

Dr. Timo Lebold: Ich empfinde es als Privileg, in einem Bereich zu arbeiten, an dem Qualität messbar über Patientensicherheit entscheidet. Wenn wir unsere Arbeit gut machen, sind Produkte nicht nur schneller am Markt, sondern auch sicherer und zuverlässiger. Das ist Dienstleistung aus Überzeugung. Wenn ich eines Tages selbst ein Medizinprodukt brauche, dann will ich, dass es von einem verlässlichen Partner geprüft wurde – so wie wir das für unsere Kunden tun.

Laura Garcia Baglietto: Das sehe ich genauso. Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren in der Laborindustrie tätig, und was mich immer wieder antreibt, ist dieser stille, aber wirksame Beitrag: Wir ermöglichen Innovation, sichern Qualität, stützen Vertrauen. Ich glaube, dass wir eine gesellschaftliche Verantwortung haben, gerade im Life Sciences-Sektor. 

Wirtschaftsforum: Wie wollen Sie sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Dr. Timo Lebold: Wir haben jetzt die strukturelle Basis geschaffen, um langfristig leistungsfähig zu bleiben. Unser Ziel ist nicht ein kurzfristiger Effekt, sondern nachhaltiger Kundennutzen. So werden wir unsere Agilität und Effizienz bewahren, unser Portfolio strategisch weiterentwickeln und dabei unsere Werte nicht aus den Augen verlieren. Der wirtschaftliche Erfolg ist Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck.

Laura Garcia Baglietto: Wir wollen als Dienstleister nicht nur reagieren, sondern die Entwicklung aktiv mitgestalten. In einem dynamischen Umfeld wie der Medizintechnik ist das essenziell. Wenn wir das mit Leidenschaft, Exzellenz und Weitsicht tun, dann prägen wir nicht nur Märkte, wir schaffen echten Mehrwert für Gesundheit und Gesellschaft.

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