Vertrauen als Basis für Erfolg

Interview mit Martina Ahrens, Geschäftsführerin und Gründerin der akut…Medizinische Personallogistik GmbH

„Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf die Arbeitnehmerüberlassung“, so Geschäftsführerin Martina Ahrens.

„In den Köpfen vieler Menschen sind die Personaldienstleister nach wie vor schwarze Schafe. Mein Ex-Mann, mit dem ich das Unternehmen gegründet habe, und ich mussten hier selbst leidvolle Erfahrungen machen. Deshalb haben wir bei der Gründung von akut im Jahr 2006 entschieden: Wir zeigen, dass es auch anders geht.

Ganz wichtig ist, dass bei uns die Personalentscheider immer aus der Branche kommen. Es reden also Fachleute mit Fachleuten, die über langjährige Erfahrung verfügen.

Darüber hinaus sind wir durch die Konzentration auf den Gesundheits- und Pflegemarkt echte Experten auf unserem Gebiet und können spezielle Anforderungen erfüllen. Vor allem aber sind wir mit Freude bei unserer Arbeit und glauben an das, was wir tun. Sowohl aufseiten unserer Mitarbeiter als auch unserer Kunden hat sich so im Laufe der Zeit echtes Vertrauen entwickelt.“

Bundesweites Netzwerk

Die Strategie von akut zahlt sich aus. Mit 1.750 Mitarbeitern, über 30 Standorten bundesweit, drei Gesellschaften und den drei Qualitätsmarken AkutDoc, all.medi und Care by Call ist akut einer der führenden Anbieter in dem Bereich. Dabei deckt akut neben den Kernbereichen Medizin und Pflege auch angrenzende Berufsgruppen ab, wie Hauswirtschaft, Küche, Reinigung oder Sterilisation.

„Im Grunde vermitteln wir alle Profile, die in Krankenhäusern oder in Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden können“, so Martina Ahrens. „Unser Kernbereich ist die Arbeitnehmerüberlassung, aber wir übernehmen darüber hinaus die Personalvermittlung, zum Beispiel, wenn langjährige Mitarbeiter den Wohnort wechseln.“

Auf der Seite der Arbeitgeber bedient akut Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Kindertagesstätten, Behinderteneinrichtungen und Seniorenheime.

Auf der Arbeitnehmerseite vermitteln die Gesundheitsexperten Gesundheits- und Krankenpfleger, OP-Fachkräfte, Fachpersonal für den Bereich der Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpfleger, Heilpädagogen, Köche und Ärzte aller Fachrichtungen.

„Bei uns sprechen Fachleute mit Fachleuten – auf Augenhöhe.“ Martina AhrensGeschäftsführerin und Gründerin

„Es wird zunehmend schwerer, Fachkräfte zu gewinnen“, beschreibt die Geschäftsführerin die aktuelle Situation. „Das Gesundheitswesen ist generell kein attraktives Berufsfeld. Die Rahmenbedingungen und die soziale Anerkennung sind nicht gut. Viele junge Leute überbrücken im Gesundheitsbereich die Zeit bis zum Studium, aber Krankenschwester oder Krankenpfleger möchte niemand werden. Wir haben es hier mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun. Wertschätzung, Rahmenbedingungen und Vergütung der Berufe müssen sich in Zukunft verbessern.“

Über die persönliche Personalvermittlung hinaus bietet akut ein Online-Portal an, auf dem Personalbedarfe eingestellt und Kunden mit Dienstleistern verbunden werden. „Natürlich erleichtert die Digitalisierung Arbeitsprozesse, aber die persönliche Ebene darf auf keinen Fall fehlen“, so Martina Ahrens.

Gesetzliche Auflagen

Die Zeichen bei akut stehen auf Wachstum. „Wir möchten solide, gesund und sicher wachsen“, so die Geschäftsführerin. „Dabei hängen wir von den gesetzlichen Vorgaben ab. Die AÜG-Reform vom April hat uns sehr eingeschränkt und Hürden geschaffen. Seitdem sind erhebliche administrative Tätigkeiten notwendig.

Es ist sehr schwierig geworden, in Notfällen zu agieren, wenn zum Beispiel eine Nachtwache ausfällt. Wir können niemanden mehr ad hoc schicken, weil immer erst ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag unterschrieben werden muss. Wir verstehen uns als eine Art ‘Feuerwehr’, um unsere Kunden bei ihrem Versorgungsauftrag zu unterstützen.“

In diesem Jahr plant akut die Eröffnung von zwei weiteren Standorten, um die Nähe zu den Kunden weiter zu verstärken. „Ich würde mich freuen, wenn Arbeitgeber und Personaldienstleister in Zukunft vertrauensvoller zusammenarbeiten könnten, wenn Pauschalschelte und politische Hemmnisse abgebaut werden“, so Martina Ahrens.

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