Die Datenversteher

Interview mit Stefan Gilmozzi, CEO der pmOne AG

Wirtschaftsforum: Herr Gilmozzi, seit Mai dieses Jahres sind Sie CEO der pmOne AG. Was hat Sie am Unternehmen gereizt, gerade in diesen unruhigen Zeiten?

Stefan Gilmozzi: Bei pmOne geht es seit jeher um Daten, genauer gesagt die Veredelung von Daten. Daten sind in diesen Tagen extrem wertvoll, um die vielfältigen Chancen der Digitalisierung effizient zu nutzen; sie werden zu Informationen, die wiederum zu weitreichenden Entscheidungen führen und neue Dimensionen eröffnen. Davon profitieren Unternehmensbereiche wie Finanzen, Marketing und Sales, Produktion, Beschaffung und IT. Angesichts der aktuellen Lage sehe ich meine Aufgabe darin, das Unternehmen sicher durch unruhige Gewässer zu navigieren. Eine Stütze sind dabei unsere soliden Investoren. Wir erfahren hier ein großes Commitment und Verständnis. Das gibt uns das notwendige Vertrauen, einen Sturm zu durchsegeln und an Fahrt zu gewinnen, um unsere Position als einer der führenden Anbieter für Data- und AI-Lösungen zu festigen.

Wirtschaftsforum: Was genau heißt ‘Veredelung von Daten’? Und was sind vor diesem Hintergrund entscheidende Eckpfeiler des Portfolios?

Stefan Gilmozzi: Vorrangiges Ziel ist, Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen und Mehrwerte aus ihren Daten zu generieren. Ähnlich wie beim Öl sind in der praktischen Umsetzung nicht aufbereitete Rohdaten wenig wert. Erst Veredelungsprozesse wie die Strukturierung, das Zusammenführen oder Anreichern von Daten verbessert deren Qualität und macht sie zu echten ‘Cash Cows’. Mit einem ganzheitlichen Leistungsportfolio holen wir den Kunden individuell da ab, wo er im Digitalisierungsprozess steht. Unser Know-how zu den Themen Data Management, Data Visualization, Data Science und Corporate Performance Management sowie zu komplexen Machine Learning-Verfahren oder Recommender-Systemen ist genau die Expertise, mit der wir digitale Daten in konkrete Mehrwerte wie schnellere Unternehmensprozesse oder reduzierte Unternehmenskosten umwandeln.

Wirtschaftsforum: Kooperationen spielen für pmOne eine große Rolle. Inwieweit haben diese die Entwicklung beeinflusst?

Stefan Gilmozzi: Sehr, wir haben seit Beginn eine enge Kooperation mit Microsoft; Microsoft-Lösungen standen immer im Fokus. Daneben hat uns die Partnerschaft mit dem Softwareanbieter Tagetik, einem Experten für Corporate Performance Management Software, geprägt. Wir konnten so wichtige Kunden aus unterschiedlichsten Branchen gewinnen – vom Mittelständler bis zum DAX-Unternehmen.

Wirtschaftsforum: pmOne wurde 2007 gegründet und ist heute mit rund 170 Mitarbeitern und einem Umsatz von 22 Millionen EUR ein gefragter Partner renommierter Unternehmen verschiedenster Bereiche. Was schätzen Kunden aus Ihrer Sicht neben der fachlichen Kompetenz besonders an einer Zusammenarbeit?

Stefan Gilmozzi: Dank unserer Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewährleisten wir unseren Kunden eine enge räumliche Zusammenarbeit. So erkennen wir beispielsweise auch schnell, wenn die offiziellen Anforderungen mal von den tatsächlichen Bedürfnissen abweichen und können entsprechend agieren. Und: Je nach Bedarf erhalten unsere Kunden ihre Digitalisierung aus einer Hand. Von der Strategie bis zur Umsetzung individueller IT-Architekturen mit Cloud-Integration und Data Science-Verfahren sowie Trainings bis hin zu Betrieb und Wartung. Hier bekommen Kunden nicht nur die richtigen Technologien, sondern vor allem die richtigen Mitarbeiter.

Wirtschaftsforum: Was sind für Sie die ‘richtigen’ Mitarbeiter?

Stefan Gilmozzi: Die richtigen Mitarbeiter sind die, die kompetent, vor allem aber auch mit großer Leidenschaft bei der Arbeit sind und sich mit ihr identifizieren. Die Mitarbeiter sind der wichtigste Baustein der pmOne – auch deshalb wollen wir ein attraktiver Arbeitgeber sein. Und zwar langfristig. Die Kollegen sollen sich bei uns wohlfühlen und es soll Spaß machen, bei pmOne zu arbeiten.

Wirtschaftsforum: Gibt es konkrete Zukunftspläne?

Stefan Gilmozzi: Wir werden unser Angebot in Zukunft etwas streamlinen und prägnanter zum Ausdruck bringen; an den Kernthemen wird sich jedoch nichts ändern. Kunden mit maßgeschneiderten Lösungen fit für die Digitalisierung und damit erfolgreicher zu machen – das wird weiterhin unsere größte Aufgabe und wichtiges Ziel sein.

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