Weiterentwicklung und Fortschritt anstatt Resignation und Stillstand

Mittelstands-Experte Matthias Aumann, CEO der Mission Mittelstand GmbH, stand diesbezüglich Rede und Antwort!

Der deutsche Mittelstand befindet sich derzeit durch politische und wirtschaftliche Verwerfungen in einer angespannten Lage. Wie wirkt sich die aktuelle Situation konkret auf die betroffenen Unternehmen aus?

Viele Unternehmen leiden unter den aktuellen Krisen hinsichtlich ausbleibender Aufträge, höherer Betriebskosten und geringerem finanziellen Spielraum für wichtige Investitionen. Dadurch entsteht oftmals ein selbstgeschaffener Teufelskreis aus der Senkung der Kosten und damit einhergehenden sinkenden Umsätzen. Oftmals wird an der falschen Stelle gespart, was eine mangelnde Sichtbarkeit am Markt sowie ausbleibende Neukunden mit sich zieht.

Darüber hinaus belasten unvorhersehbare Herausforderungen wie Lieferengpässe den Unternehmenserfolg. Hier fehlt es den Unternehmen meist an langfristiger Planung, zudem ist man oft zu stark von äußeren Einflüssen abhängig. Daraus resultiert häufig eine negative Grundstimmung, geprägt von Angst, Zweifel und Hilflosigkeit. Anstatt von proaktiven Lösungsorientierungen und dem Mut zur Eigeninitiative entstehen dann Schuldzuweisungen.

Welche Rolle spielt die steigende Inflation als Kriegstreiber für deutsche KMUs und welche Reaktion darauf wäre aus Unternehmersicht angemessen?

Die hohe Inflationsrate belastet zunächst den Geldbeutel potenzieller Kunden, was zu ausbleibenden Neukunden- sowie Bestandskundenaufträgen und dadurch finanziellen Belastungen führt. Eine gesunde Reaktion auf diese Herausforderungen ist ein effektives und funktionierendes Marketing. Denn nur die Sichtbarkeit im Markt generiert neue Kontakte zu Kunden und neue Aufträge. Mittels einer präzisen Zielgruppenansprache, auf Grundlage einer genau definierten Strategie, und dem schrittweisen Aufbau der Markenpräsenz auf relevanten Plattformen und verschiedenen Social-Media-Kanälen legt man den Grundstein für ein erfolgreiches Marketing.

Aber nicht nur die Sichtbarkeit im Markt ist entscheidend. Neue Aufträge bedeuten auch mehr Aufwand in der Auftragsabwicklung oder der Verwaltung. Aus diesem Grund darf ein strategisch durchdachtes Marketing nicht der einzige unternehmerische Ansatz in Krisenzeiten bleiben. Hinzu kommt ein gut strukturierter Sales- und Vertriebsprozess, innovative Recruiting-Maßnahmen für den Aufbau des perfekten Teams sowie funktionierende Systeme und Prozesse in Sachen Digitalisierung oder Automatisierung einzubetten. Erfolgsentscheidend ist eine eindeutige Positionierung innerhalb der Branche in Kombination mit einer vorausschauenden Planung bezüglich Pricing, Finanzen und Liquidität.

Welchen Trend erwarten Sie für den deutschen Mittelstand mit Blick auf mögliche Insolvenzwellen und wie können sich Unternehmen möglichst gut davor schützen?

Viele Unternehmen fürchten sich vor einer drohenden Insolvenz durch zunehmende Belastungen in Krisenzeiten. Diejenigen von ihnen, die in Resignation verharren und sich nicht aktiv wehren, werden am Markt nicht überleben. Das klingt zwar hart, ist aber die Realität.

Doch jedes Unternehmen und jeder Unternehmer hat es selbst in der Hand, das eigene Unternehmen jederzeit zum Erfolg zu führen. Genauer gesagt geht es hier um Weiterentwicklung und Fortschritt anstatt Resignation und Stillstand. Deshalb arbeiten wir mit unseren Partnerbetrieben an drei wesentlichen Kernthemen mit konkreten und praktisch realisierbaren Lösungsansätzen, mit denen sie ihr Unternehmen krisensicher und zukunftsorientiert zum nachhaltigen Erfolg führen.

Deutsche Unternehmen sind oftmals davon betroffen, dass die Digitalisierung hinterherhinkt. Wie schätzen Sie die Lage ein und konnte man im europäischen Vergleich seit Beginn der Pandemie den Rückstand verringern?

Die Digitalisierung war und ist eine große Herausforderung für den deutschen Mittelstand. Nach sehr zähen und langwierigen Phasen nimmt sie hierzulande Fahrt auf. Das bedeutet für Unternehmer, gerade jetzt die gebotenen Chancen zu nutzen und den Wandel nicht zu verschlafen. Denn die eigentlichen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand liegen heutzutage bei den Unternehmen selbst.

Vielen Unternehmern fehlt das entsprechende Know-how für die Erarbeitung und Implementierung digitaler Betriebsabläufe, sodass sie das enorme Potenzial der Digitalisierung nicht ausschöpfen können. Das geht zulasten der Geschwindigkeit im Unternehmen und der Effizienz interner sowie externer Betriebsabläufe. Wer der Digitalisierung den Rücken kehrt, überlässt die großen Chancen, die aus ihr hervorgehen, allein der Konkurrenz.

Welchen Tipp möchten Sie mittelständischen Unternehmen für die kommenden Jahre mit auf den Weg geben?

Kurz gesagt: Mit dem richtigen Partner an der Seite ist alles möglich. Deshalb ist es unser oberstes Ziel, sie mit ihren großen Herausforderungen und Sorgen nicht allein zu lassen. Wir haben es uns zur Pflicht gemacht, unser Wissen und unsere Erfahrung aus der Praxis an interessierte Mittelständler weiterzugeben. Unsere Pflicht ist es, Geschäftsführer, Selbstständige und Inhaber zu echten Unternehmern zu entwickeln und ihr Unternehmen mit maßgeschneiderten Lösungen Schritt für Schritt zum Erfolg zu führen.

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