Positive Fernseherlebnisse mit Mehrwertangeboten

Interview mit Till Faber, Leitung Kommunikation der ANIXE HD TELEVISION GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Faber, der deutsche TV-Markt wird von starken Anbietern dominiert. Wo sehen Sie ANIXE hier am Markt?

Till Faber: Wir sind ein Sender der dritten Generation und agieren ganz klar in einer Nische am Markt. Wir bieten ein Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie, mit dem man entspannen kann. Unser Programm hat ein ruhiges Umfeld, ist eine Mischung aus Information und Unterhaltung. Es geht nicht um Krieg oder Politik, sondern um Dokumentationen rund um die Themen Beruf, Reisen, Kulinarik, Geschichte und Technik. Unsere Programmstruktur bildet dabei einen Wechsel aus unserem eigenen Programm und verkaufter Sendezeit, also Teleshopping, ab.

Wirtschaftsforum: Was sind aktuell Ihre wichtigsten Sender?

Till Faber: Wir bieten zwei frei empfangbare Fernsehsender. ANIXE HD Serie ist ein HD TV-Sender mit einem Unterhaltungsprogramm, wie oben beschrieben, einige Krimis und Serien vervollständigen das Programm. ANIXE+ ist ebenfalls ein frei empfangbarer HD-Sender mit einer großen Programmvielfalt. Es gibt Krimis, Serien, Dokumentationen und auch eine große Auswahl an christlichen Sendungen. Darüber haben wir noch unsere Streaming-Plattform ANIXA, die für Konsumenten mit einem Smart TV zugänglich ist. Hier werden Kinofilme, Serienhighlights und Filmklassiker auf Abruf angeboten. Mit ANIXE HD richten wir uns an die sogenannten Best Ager, also Leute ab einem Alter von 40 Jahren. Mit ANIXE+ und ANIXA sprechen wir auch jüngere Leute ab 20 Jahren an.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist das HbbTV für die Zukunft von ANIXE?

Till Faber: Die Entwicklung unseres HbbTV wird für uns ein Fokusthema für die nächste Zeit. Hier geht es um die Verbindung von Internet und TV und damit um völlig neue Chancen in der Werbevermarktung, ohne an AGF-Zahlen gebunden zu sein. Wir haben hier die Möglichkeit, völlig neue Potenziale aufzurufen, zum Beispiel bei Pre-Rolls oder Display-Ads. Jede Auslieferung wird gezählt, man braucht kein AGF-Panel und keine Quote. Gerade das Feld der personalisierten Werbung ist sehr spannend. Auch das Zusammenspiel von Mediathek und linearem Programm bietet über ein deutliches Mehrangebot vielversprechende Chancen für die Zukunft.

Wirtschaftsforum: Welche Projekte und Themen haben Sie für dieses und das kommende Jahr auf Ihrer Agenda?

Till Faber: Aktuell schließen wir die Verträge für das nächste Jahr ab. Das ist für die Sender am wichtigsten. Bald beginnt die Haupt-Fernsehzeit des Jahres. Entsprechend kaufen wir jetzt auch noch kurzfristig Programm ein. Unser Schwerpunkt ist allerdings der Ausbau unseres Portfolios für Drittsender, also Sender, die wir in HbbTV betreuen, zum Beispiel bei der Zuschaueranalyse. Wir liefern aber auch technische Unterstützung bei der Vermarktung, als technischer Dienstleister. Dies wird in nächster Zeit eines unserer wichtigen Themen sein.

Wirtschaftsforum: Wem gehört ANIXE?

Till Faber: Wir sind ein inhabergeführtes Familienunternehmen und gehören der Familie Lapidakis. Emmanouil Lapidakis ist unser Geschäftsführer und Inhaber. Er kommt aus der Internet-Welt und ist immer auf der Suche nach Innovationen, hier im Broadcasting-Bereich.

Wirtschaftsforum: Seit wann gibt es ANIXE und wie hat sich das Unternehmen bis heute entwickelt?

Till Faber: ANIXE HD war 2006 der erste HD Sender, den man in Deutschland frei empfangen konnte. HD war damals eine echte Innovation, es gab noch nicht viele HD-Fernsehgeräte. Als Programm hat man sich auf die Ausstrahlung alter Filme und Serien konzentriert. ANIXE hat Filmrollen digitalisiert und durfte dafür die Inhalte ausstrahlen. Auf Gegengeschäftsbasis waren wir viele Jahre ohne Werbung, privat über Eigenkapital finanziert. Seit 2013 verkaufen wir Programmstrecken, also Sendezeiten und sind damit nicht in der klassischen Werbevermarktung angesiedelt. Dies haben wir eine Weile versucht, aber der Markteintritt ist extrem schwierig aufgrund der starken Marktpräsenz der beiden führenden Sendergruppen. 2019 kam dann ANIXE+ hinzu.

Wirtschaftsforum: Wo möchten Sie ANIXE langfristig am Markt sehen? Gibt es eine Vision für das Unternehmen?

Till Faber: Der deutsche TV-Markt ist sehr restriktiv. Es gibt, wie gesagt, zwei große Sendergruppen, die den Markt dominieren und eigene Dienstleister haben. Sie werden sich nicht einen externen Dienstleister hinzunehmen. Wir konzentrieren uns deshalb auf uns und auf lokale und regionale Sender. Gerade die kleineren und regional ausgerichteten Sender suchen und kämpfen darum, weiterhin ein bezahlbares lokales Programm zu machen. Hier möchten wir ihnen die Möglichkeit bieten, auch für ein überschaubares Budget eine Dienstleistung zu erhalten, ohne eine Volllizenz bei der AGF kaufen zu müssen. Damit sind die kleineren Sender weiterhin in der Lage, ihre Zuschauer abzubilden.

ANIXE HD TELEVISION GmbH & Co. KG
Theatinerstraße 11
80333 München
Deutschland
+49 1805 409910
+49 621 49091110
tvinfo(at)anixehd.tv
www.anixehd.tv

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