Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Digitalisierung in der Weiterbildung: Trend oder Zukunftsvision?

Digitale Medien

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Die neuen Technologien, welche durch die Digitalisierung entstehen, machen auch vor der Bildung keinen Halt, obwohl sie sich in diesem Bereich vergleichsweise langsam durchsetzen. Bereits jetzt spielen diese aber eine zunehmend wichtige Rolle in Schulen, Universitäten sowie Weiterbildungsinstituten – Tendenz steigend. Denn neue Technologien sorgen für neue Ansprüche der Menschen, zeigt die Erfahrung. Auf die Weiterbildung übertragen, bedeutet das, dass immer mehr Teilnehmer die Einbindung digitaler Technologien voraussetzen. Das bedingt eine Transformation der klassischen Weiterbildung, die bislang vor allem als Präsenzunterricht oder -seminar gestaltet wurde. Ein Zusammenkommen verschiedener Personen eben, die dasselbe Lernziel verfolgen und sich dieses gemeinsam erarbeiten. Doch wie könnte die Weiterbildung aussehen, wenn eben dieses Zusammenkommen ausfällt?

Digitale Alternativen zur klassischen Weiterbildung

Die eine oder andere Antwort auf diese Frage gibt es bereits. Schon jetzt existieren zahlreiche Weiterbildungskonzepte fernab der klassischen Präsenzveranstaltung. Dabei werden die digitalen Technologien entweder ergänzend zur persönlichen Anwesenheit der Teilnehmer oder als Ersatz verwendet. Das findet beispielsweise in Form von E-Learning oder einer spielerisch gestalteten Gamification statt. Aber auch das Webinar als Online-Weiterbildung erfreut sich steigender Beliebtheit. An Ideen, um digitale Technologien in die Weiterbildung einzubinden, mangelt es jedenfalls nicht. So gibt es mittlerweile zum Beispiel digitale Programme, bei denen die Lernenden während der Weiterbildung über ein digitales Endgerät mit dem Lehrenden kommunizieren können oder ganze Abschlussprüfungen finden rein online statt. E-Learning hat heutzutage also viele Gesichter, doch nicht alle Variationen werden sich dauerhaft durchsetzen.

Wer sind die „Verlierer“ – und wer die „Gewinner“?

Dass einige digitale Trends eher ein Strohfeuer als eine dauerhafte Zukunftsvision sind, haben die vergangenen Jahre bereits gezeigt. Ein Beispiel hierfür sind die Web Based Training, in denen lange Zeit die Zukunft der digitalen Weiterbildung gesehen wurde. Mittlerweile werden diese jedoch vermehrt von anderen, neueren Technologien abgelöst und befinden sich in den neuesten Erhebungen bereits wieder auf dem absteigenden Ast. Zu den „Verlierern“ dieser rasanten Entwicklung gehören außerdem die Wikis. Abgelöst werden diese Trends von den „Gewinnern“ Virtual Reality sowie Augmented Reality. Weiterhin setzen sich soziale Lernformen zunehmend durch. Die Videoplattform YouTube mausert sich in diesem Zuge zu einem wichtigen Lernmedium in der Industrie 4.0. Laut mmb-Trendmonitor 2018/2019 sehen 55 Prozent der Experten aber vor allem in den intelligenten Lernassistenten die Zukunft – ein Wert, der erneut deutlich macht, wie weit die Meinungen und Erwartungen beim Thema auseinandergehen. Einig sind sich hingegen die Experten, wenn es um die Frage geht, ob digitales Lernen in Zukunft überhaupt eine Rolle spielen wird. Die eindeutige Antwort lautet: ja.

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger

Dass diese Antwort so eindeutig ausfällt, hängt mit weiteren Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zusammen, und zwar unabhängig von der Digitalisierung. Dazu gehören die Globalisierung sowie die zunehmende Komplexität der Arbeitswelt. Zudem finden Veränderungen immer schneller und umfassender statt. Wissen hat somit eine geringere Halbwertszeit und muss häufiger durch Weiterbildungen & Co erneuert werden. Hinzu kommen natürlich auch die technologischen Innovationen, die immer wieder das Lernen von Neuem notwendig machen. Das lebenslange Lernen gewinnt somit in der modernen Arbeitswelt an Bedeutung und simultan steigt der Bedarf an Weiterbildungsangeboten. Zu erwarten ist daher, dass die Weiterbildung „on the job“ und damit auch „on demand“ weiter an Bedeutung gewinnen wird, wobei Assistenzsysteme ihre Potenziale optimal entfalten können. Für die Arbeitgeber bedeuten diese zugleich eine effektive Methode, um Schlüsselkompetenzen zu fördern, allerdings mit minimalem finanziellen sowie zeitlichen Aufwand. Denn einmal erstellt, können E-Learning-Kurse, Gamifications oder ähnliche Formate von beliebig vielen Lernenden genutzt werden. Dadurch sinken die Stückkosten auf ein Minimum. Digitale Weiterbildungen werden daher vor allem im unternehmerischen Kontext voraussichtlich auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Digitale Weiterbildung soll Zeit sparen

Diesem steigenden Bedarf an Bildung steht jedoch eine sinkende Verfügbarkeit von Zeit gegenüber. Die Menschen sind im Beruf sowie privat mehr eingespannt als früher. Freizeit wird zum knappen Gut und den Mitarbeiter während der Arbeitszeit zu entbehren, ist nicht in jedem Fall möglich oder durch den Arbeitgeber erwünscht. Aus diesem Grund gewinnen interne Weiterbildungsangebote an Bedeutung, um den Erwerb oder die Erneuerung von Wissen mit minimalem Zeitaufwand zu ermöglichen – sowie zielgerichtet an den internen Bedarf anzupassen. Aber auch externe Weiterbildungen werden bevorzugt digital belegt, um Zeit zu sparen. Diese sind jedoch nicht die einzigen Potenziale der digitalen Weiterbildung. Sie erlaubt neben dem zeit- sowie ortsunabhängigen Lernen nämlich auch eine Kostenersparnis durch wegfallende Pendlerwege und eine Möglichkeit zum Lernen ohne sozialen Druck. Das bedeutet aber nicht, dass digitale Weiterbildungen nicht auch Nachteile gegenüber der klassischen Präsenzveranstaltung mit sich bringen. Dabei steht vor allem der soziale Aspekt im Vordergrund, denn gemeinsam zu lernen, bedeutet eben nicht nur Druck, sondern auch Hilfe durch Lehrende und Mitlernende im persönlichen Austausch. Die Kommunikation mit anderen Personen, wenn auch auf virtuellen Wegen, ist daher ebenfalls in der digitalen Weiterbildung essenziell.

Wissen „nebenbei“ erwerben dank Digitalisierung

Die Entwicklung von der persönlichen zur digitalen Weiterbildung wird vor allem in der Hinsicht sozialer Gerechtigkeit gelobt und gefördert. Denn dank digitaler Lerninhalte im Internet wird Wissen plötzlich für deutlich mehr Menschen zugänglich – Menschen, denen für klassische Weiterbildungen bislang das Geld oder die Zeit fehlte. Mittlerweile gibt es nämlich zahlreiche Ansätze, um Webinare ganz oder teilweise kostenfrei zu offerieren. Dazu gehören innovative Webinar Podcasts, bei denen das Wissen eines Experten gebündelt und in kleine Einheiten untergliedert einer gewissen Personengruppe zur Verfügung gestellt wird. Auch das findet vermehrt kostenlos statt.

Zwar sind die möglichen Themenkomplexe für solche Webinare äußerst vielfältig, eine besonders hohe Bedeutung hat dabei allerdings der Schwerpunkt Technik und hier vor allem das Digitiale. Gerade hier befindet sich die Berufswelt in einem tiefgreifenden Wandel, der zudem durch die raschen Entwicklungsschritte mit hohem Tempo erfolgt. Webinare sind angesichts dieser Herausforderungen vielfach am besten dazu geeignet, dieses schnelllebige und dennoch tiefgreifende Wissen zeitnah vermitteln zu können – denn sie sind natürlich nicht minder digital und teilweise sehr spezialisiert.

Dennoch sind sie durch Art und Aufbau perfekt dazu geeignet, auch hochkomplexes Fachwissen rasch und in leichtverständlichen Dosen zu vermitteln. Alles, was die Interessenten tun müssen, ist sich die relevanten Informationen einzuholen, beispielsweise die nächsten Themen und Termine, und online teilzunehmen. Das kann auch vollkommen unabhängig vom Beruf stattfinden, sozusagen aus persönlichem Interesse am jeweiligen Thema. Der Wissenserwerb wird damit zur alltäglichen Begleiterscheinung, sei es als Podcast während dem Kochen oder als Videolektion, die auf dem Arbeitsweg konsumiert wird. Selbiges gilt natürlich für Webinare, Gamifications und jede weitere Ausprägungsform des neuen, digitalen Lernens.

Ausblick in die Zukunft: Mehr als ein kurzweiliger Trend?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die digitale Weiterbildung mehr als nur ein Strohfeuer ist. Es handelt sich um einen Trend, der bleibt. Die Weiterbildung der Zukunft wird auf die eine oder andere Art und Weise digital sein. Nicht mit Sicherheit kann aber zum jetzigen Zeitpunkt gesagt werden, wie diese digitale Weiterbildung im Detail aussehen wird. Viele Technologien entwickeln sich im Bereich der digitalen Bildung, doch beinahe ebenso viele verschwinden wieder früher oder später. Es ist somit schwierig vorherzusehen, welche Technologien sich langfristig durchsetzen werden und wie die Erwartungen der Teilnehmer an eine digitale Weiterbildung zukünftig aussehen. Denn die Arbeitswelt steht nicht still und somit verändern sich auch die Ansprüche der Menschen an die Bildung weiterhin. Wahrscheinlich ist jedoch, dass das Lernen „on demand“ sowie „on the job“ weiter an Relevanz gewinnt. Die interaktive Vermittlung der Lerninhalte wird diverser, sprich es stehen mehr unterschiedliche Formate wie Lernsimulationen oder Planspiele zur Verfügung. Dennoch ist unwahrscheinlich, dass die klassische Weiterbildung in Form einer Präsenzveranstaltung vollkommen aussterben wird. Zu erwarten ist eher, dass die beiden Weiterbildungsvarianten immer mehr miteinander verschmelzen, sodass die Lernenden die Vorteile beider Konzepte in vollem Umfang nutzen können. Auch an dieser Stelle bleibt aber spannend, wie diese Verknüpfung im Detail aussehen wird.

TOP