Digital auf der Baustelle
Interview mit Erik Maul, Geschäftsführer der Wastebox Deutschland GmbH

Wastebox Deutschland arbeitet bundesweit mit knapp 1.100 Partnern zusammen. Das Kundenspektrum reicht vom Handwerksbetrieb bis zum großen Generalunternehmen. Über die Plattform lassen sich Projekte anlegen, Entsorgungsleistungen bestellen sowie Abrechnung und Dokumentation zentral abwickeln.
Mehr als einen Container bestellen
„Bei uns geht es nicht nur um die reine Containerbestellung“, sagt Erik Maul. Entscheidend sei, verschiedene Prozesse zusammenzuführen. Dazu gehört auch die Dokumentation für Nachhaltigkeitsanforderungen und Zertifizierungen. Gerade für überregional tätige Bauunternehmen entsteht so eine einheitliche Datenbasis für unterschiedliche Projekte. Bei der Auswahl der Entsorgungspartner zählt deshalb nicht allein der Preis. Wastebox bewertet sie anhand von neun Qualitätskriterien. Dazu gehören unter anderem Liefertreue sowie Reklamations- und Stornoquote.
„Ein günstiger Preis pro Tonne sagt noch nichts darüber aus, ob ein Entsorger beispielsweise pünktlich ist“, erklärt Erik Maul. Gerade auf Baustellen können Verzögerungen erhebliche Folgen haben. Seit 2020 hat sich das Geschäftsvolumen nach Angaben des Geschäftsführers verzehntfacht. Gleichzeitig wurde das Angebot erweitert. Neben dem klassischen Containergeschäft gehören inzwischen beispielsweise auch Baustellentoiletten und weitere Entsorgungsleistungen zum Portfolio.
Daten werden zum Schlüssel
Digitalisierung bildet die Grundlage des Geschäftsmodells. Die Plattform begleitet die Prozesse von der Bestellung bis zur Dokumentation. Auch KI kommt bereits zum Einsatz, etwa beim automatisierten Auslesen von Wiegescheinen und Eingangsbelegen. Sieben Softwareentwickler treiben die technische Weiterentwicklung voran. „Wir entwickeln das mit den Kunden gemeinsam“, erklärt der Geschäftsführer. Neue Funktionen entstehen nicht nach einem starren Langfristplan, sondern dort, wo sie in der Praxis gebraucht werden. Das gilt zunehmend auch für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Als Teil der österreichischen Saubermacher-Gruppe kann Wastebox dabei auf Erfahrungen aus der Abfallverwertung zurückgreifen. Ziel ist es, Stoffströme nicht nur zu dokumentieren, sondern Recyclingmöglichkeiten proaktiv zu steuern.
Auch das Thema internationales Wachstum hat Wastebox im Blick. Zunächst bleibt die Bauwirtschaft jedoch der Schwerpunkt. „Wir möchten wirklich der Problemlöser für die Baubranche sein“, fasst Erik Maul zusammen. Perspektivisch könne das Modell auch für industrielle Anwendungen interessant werden.







